Trotzphase – Auf der Suche nach Selbstständigkeit

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Auch Kinder leiden in der Trotzphase
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Auch Kinder leiden in der Trotzphase

Fast alle Eltern haben es schon erlebt: In einer besonders pikanten Situation, zum Beispiel im Supermarkt, fängt unser Kind plötzlich an zu weinen und zu schreien, weil es seinen Willen nicht durchsetzen kann.

Es liegt am Boden, sein Gesicht ist ganz rot und es rudert mit den Armen in der Luft. Wir versuchen es zu beruhigen und tun alles, um seine Füßchen in den Einkaufswagensitz hineinzuzwingen, aber das Kind schreit noch lauter und fängt an den Einkaufswagen mit seinen Füßen zu stoßen. Die meisten der Kunden schauen schon stirnrunzelnd hin, einige machen auch Bemerkungen wie „manche Eltern haben ihre Kinder einfach nicht im Griff.

Wie reagiere ich?

Die meisten Mütter und Väter von Kleinkindern kennen solche Situationen nur zu gut, und stellen sich meist die gleichen Fragen: Wie soll man in so einem Fall reagieren? Soll man nachgeben, damit das Geschrei endlich aufhört oder das Kind gleich bestrafen, indem man sofort weg geht oder das Kind anschreit?
  • Was geht in den Kindern überhaupt vor?
  • Wie fühlen sie sich während ihrer Scheianfälle?
  • Und ist so ein Verhalten "normal"?
Die Antwort ist ganz klar: Ja. Denn jedes Kind ist anders, manche haben heftigere Wutausbrüche, während andere relativ gelassen bleiben, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geschieht.

Unser Kind wird selbständig

Doch die meisten Kinder protestieren lautstark, wenn sich ihre Wünsche nicht erfüllen. Dabei kann es hilfreich sein, als Eltern darüber nachzudenken, was unser Sprössling gerade erlebt. Dadurch können wir solche Krisensituationen leichter und mit mehr Verständnis meistern.  Die Zeit vom ersten bis zum dritten Lebensjahr ist gekennzeichnet durch unerwartete und heftige emotionale Reaktionen, die unser Kind genauso belasten wie uns Eltern. In dieser Phase der Selbstständigkeitsentwicklung, was auch als Trotzphase bezeichnet wird, wollen die Kleinen ihren neu entdeckten Willen immer stärker durchsetzen.

Das Kind lernt mit Frust umzugehen

Dabei stoßen sie aber ziemlich schnell an Grenzen: Entweder von Mama und Papa gesetzt, oder durch ihre eigenen Fähigkeiten. Das frustiert die Kleinen unheimlich schnell, und aus lauter Verzweiflung – und weil sie es noch nicht gelernt haben mit ihren teilweise noch neuen Emotionen umzugehen – fangen sie an zu toben und zu "trotzen". Ihr Ziel ist nicht uns zu ärgern, sondern die angehäuften inneren Spannungen loszuwerden. Da diese emotionalen Spannungen und die daraus entstehenden Konflikte zu der natürlichen Entwicklung dazu gehören und deshalb unvermeidbar sind, müssen wir Eltern damit leben und möglichst ruhig und keinesfalls mit Zurückschreien reagieren.

Wir können unserem Sprössling diese Phase aber auch erleichtern und die Anzahl und Intensität der Wutausbrüche reduzieren. Wir können die Verbote eingrenzen und nur zu den Dingen nein sagen, die für das Kind oder seine Umgebung wirklich gefährlich sind. Darum können wir in einigen Situationen kompromissbereit sein, beispielsweise wenn unser Sprössling seinen Plüschbär baden möchte oder aus unserer Tupperwaren-Sammlung Türme bauen will.

Langfristig hilft in dieser durch große innere Unsicherheit geprägten Phase am meisten, wenn wir dem Kind unsere bedingungslose Liebe oft und intensiv zeigen. Häufige Streicheleinheiten, viel Lob und viel gemeinsame Zeit stärken den Zwerg in seinem Selbstbewusstsein. Wenn unser Sprössling in einer liebevollen Atmosphäre lebt, wird er immer seltener den Drang dazu haben, diese Harmonie mit Wutausbrüchen zerstören zu wollen.

Hier weiterlesen:

Oder wirf doch einfach einen Blick in unser: Trotzphasen - Extra.

(mmh)

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