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Therapien gegen Bettnässen



Therapie Bettnässen
Therapieerfolge

Urotherapie, Alarmsysteme oder Medikamente - die Entscheidung über Art und Umfang der Therapie für ein bettnässendes Kind trifft der Arzt nach einer gründlichen Diagnose. Entsprechend den individuellen Ursachen, Alter und Symptomen schlägt er Eltern und Kind die geeigneten Maßnahmen vor.



Ziel der Behandlung der Enuresis (Bettnässen) ist laut der Deutschen Gesellschaft für Urologie, dass das Kind weniger als zwei Nächte pro Monat einnässt.


Die gängigsten Behandlungen gegen Bettnässen sind:

  • Urotherapie
  • Alarmsysteme
  • Medikamente
  • Unter Urotherapie versteht man eine nicht medikamentöse, verhaltenstherapeutische Therapie zur Behandlung von Enuresis. Zunächst werden dem Kind bzw. auch seinen Eltern erklärt wie die verschiedenen Körperteile, v.a. Blase, Nieren und Gehirn, zusammenarbeiten. Das Kind kann so seinen Körper besser verstehen und lernt über Ursache und Wirkung bezüglich seines Ess- und Trinkverhaltens. In einem zusätzlichen Verhaltenstraining wird ein Trink- und Toilettenplan eingeübt. Um in der Nacht trocken zu bleiben, darf eine Stunde vor dem zu Bett gehen nichts mehr getrunken werden. Auch die richtige Sitzhaltung auf der Toilette und der regelmäßige morgendliche Toilettengang nach dem Frühstück werden trainiert. Um mit der Urotherapie Erfolge erzielen zu können benötigen Kinder und Eltern vor allem viel Geduld.

    Das Alarmsystem besteht aus einer feuchtigkeitssensitivenWindeleinlage oder Matratzenauflage mit Weckgerät, das beim nächtlichen Einnässen sofort Alarm schlägt. So wird das Kind rechtzeitig geweckt und kann selbst auf die Toilette gehen. Die Konditionierungsmethode wirkt allerdings nur, wenn das Kind ganz aufwacht und sich am nächsten Tag an den Vorgang erinnert. Schläft das Kind zu tief, müssen die Eltern das Kind wecken und auf die Toilette bringen. Somit kann die Nachtruhe der ganzen Familie wochenlang gestört sein. Die Therapie sollte nicht unterbrochen werden und rund vier Monate dauern. Stellt sich allerdings nach vier Wochen keine Besserung ein, empfehlen Mediziner den Abbruch. Als Behandlungserfolg werden bei der Alarmtherapie vierzehn Nächte ohne Einnässen nach maximal sechzehn Wochen Anwendung gewertet.

    Medikamente gegen Enuresis

  • Desmopressin wird eingesetzt, wenn eine zu hohe nächtliche Harnproduktion bei normaler Blasenkapazität vorliegt. Das Präparat ist ein synthetisch hergestelltes antidiuretisches Hormon (ADH), das den körpereigenen ADH-Mangel ausgleicht. So wird die Urinbildung in der Nacht gehemmt, bis der Körper das Hormon in ausreichender Menge selbst produziert.
  • Anticholinergika kommen bei einer kleinen Blasenkapazität und einer überaktiven Blase zur Anwendung. Diese Präparate unterdrücken die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Acetylcholin, der für das Zusammenziehen des Blasenmuskels zuständig ist. Die hohe Aktivität der Muskulatur wird gesenkt und die Kinder müssen nicht mehr so oft auf die Toilette.
  • Oft kommt eine Kombinationstherapie aus zwei der beschriebenen Behandlungen zum Einsatz. Liegt etwa sowohl eine geringe Blasenkapazität als auch eine zu hohe nächtliche Urinproduktion vor, können Alarmtherapie und Medikamente gekoppelt werden. Die beschriebenen Maßnahmen werden auch vermehrt mit Laserakupunktur und Biofeedback-Behandlungen eingesetzt. Diese Therapieformen sind aber derzeit noch im Forschungsstadium.

    Um einen nachhaltigen Therapieerfolg zu gewährleisten, muss die betroffene Familie detailliert über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Behandlung informiert werden und gemeinsam eine Wahl treffen. Entscheidend ist, dass der kleine Patient in die Therapieentscheidung einbezogen wird und selbst trocken werden möchte.





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