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Sinn oder Unsinn: Abnehmen mit Tabletten, Säften und Pulvern

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Oft schaden sie mehr als sie helfen!

Das Geschäft mit der schlanken Figur läuft gut wie nie zuvor. Immer mehr Firmen bewerben ihre Produkte und versprechen ein rasches Abnehmen, um die eigene Traumfigur zu bekommen. Die meisten der beworbenen Mittel können nicht das halten, was sie versprechen. Eine dauerhafte Gewichtsabnahme mit Tabletten, Säften oder Pulvern ist nur möglich, wenn gleichzeitig die Ernährung, das Ess- und Bewegungsverhalten umgestellt wird. Bei einer konsequenten Ernährungsumstellung ist jedoch für das Abnehmen kein Nahrungsergänzungsmittel mehr notwendig. Nur stark übergewichtige Personen können nach Absprache mit dem Arzt von einer medikamentösen Behandlung profitieren.



Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind alle Wundermittel oder Patentrezepte zum Abnehmen und dauerhaften Gewichthalten nicht geeignet. Nur eine gesunde gemischte Kost, ein vernünftigen Essverhalten und ausreichend Bewegung gewährleisten langfristig ein gesundes Körpergewicht. Bestimmte Medikamente können für stark Übergewichtige eine Unterstützung bei der Gewichtsabnahme sein. Eine Einnahme sollte aber nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.

Folgende Mittel versprechen eine Gewichtsabnahme

Fatburner: Fatburner enthalten bestimmte Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Enzyme, welche den Fettabbau im Körper beschleunigen sollen. Die wissenschaftliche Grundlage für diesen Vorgang fehlt allerdings und meist wird durch die vermehrte Bewegung und geringe Energieaufnahme im Rahmen der Kur das Fett abgebaut. Bei manchen dieser Mittel kann es zu Nebenwirkungen kommen. Die meisten sind aber gesundheitlich unbedenklich, sofern sie mit einer Ernährungsumstellung einhergehen.

Fettbinder:  Fettbinder hemmen die Fettaufnahme im Magen-Darm-Trakt und somit werden Kalorien ausgeschieden, statt aufgenommen. Vorsicht: Fettbinder sollten nie ohne zusätzliche Einnahmen von fettlöslichen Vitaminen eingenommen werden. Durch das Ausscheiden von Fett über den Darm, können die fettlöslichen Vitamine nicht in den Körper aufgenommen werden. Zudem kann es zu einer Unterversorgung mit essentiellen Fettsäuren kommen. Von einer längerfristigen Einnahme ist abzuraten.

Appetithemmer sollen den Hunger zügeln oder den Energieumsatz erhöhen. Zur Gewichtsabnahme sind Appetitzügler nicht zu empfehlen, da sie im Verdacht stehen, süchtig zu machen. Stoffe, die einen Einfluss auf die Schilddrüsenhormone und den Energieumsatz haben, sollten ebenfalls nicht eingenommen werden. Sie führen zu einem Abbau von Muskelgewebe und fettfreier Körpermasse um die Organe.

MCT-Fette: Dies sind mittelkettige Fettsäuren, welche einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben können. Zur dauerhaften Gewichtsabnahme sind sie laut DGE nicht mehr geeignet als die Umstellung auf eine gesunde gemischte Kost.

Wundermittel, wie Nährstoffpräparate, Öle, Enzyme, Algenpräparate, Extrakte aus Lebensmitteln oder Eiweißdrinks sind meist für die Gesundheit von Vorteil. Sie können begleitend zu einer Ernährungsumstellung eingesetzt werden. Bei alleiniger Einnahme der Präparate ist eine langfristige Gewichtsabnahme selten möglich.

Bei einem gestörten Leptinstoffwechsel können begleitend zur Ernährungsumstellung Medikamente genommen werden, die das fehlende Sättigungsgefühl wieder besser regulieren. Solche Mittel sollten nur nach Absprache mit dem Arzt oder Apotheker von stark Übergewichtigen eingenommen werden.

Spezielle Medikamente zur Gewichtsreduktion sollten nur bei massivem Übergewicht (Adipositas) eingenommen werden und immer in Begleitung mit einem Ernährungs- und Bewegungsprogramm. Die Einnahme der Medikamente darf nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Resümee: Manche Nahrungsergänzungsmittel eignen sich, um motivierter durch die Zeit der Gewichtsabnahme zu gehen. Jedoch die dauerhafte Umstellung auf eine gesunde Ernährung mit viel Bewegung reicht aus, um abzunehmen. Bei starkem Übergewicht (Adipositas) kann die Einnahme von Hilfsmitteln oder Medikamente unterstützend wirken. Dies sollte allerdings mit dem Arzt besprochen werden.


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quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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