Sehtests bei Kindern

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Kleine Kinder brauchen andere Sehtests
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Kleine Kinder brauchen andere Sehtests

Wie macht man einen Sehtest mit Kindern, die sich noch nicht richtig ausdrücken können? Und ab welchem Alter kann man bei einer Augenkontrolle überhaupt zuverlässige Ergebnisse erzielen? Viele Eltern, die selbst seit ihrer Kindheit eine Brille tragen müssen, fragen sich früh, ab wann sie mit ihrem Kind zum Augenarzt müssen. Denn viele spätere Fehlsichtigkeiten lassen sich bei sehr früher Behandlung noch verhindern oder wenigstens abschwächen. 

Daher werden Sehtests heute bei immer jüngeren Kindern durchgeführt. Dies ist durchaus möglich, auch wenn bei Kindern andere Methoden angewendet werden müssen als bei Erwachsenen. 

Gut zu sehen ist wichtig für viele Lebensbereiche. Nicht nur für die spätere Mitarbeit in der Schule sollten Sehschwächen behandelt werden. Bei kleinen Kindern kann eine Sehstörung unter Umständen nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung der Motorik, des räumlichen Sehens und vieler anderer Funktionen haben. Wird beispielsweise Schielen nicht frühzeitig therapiert, kann es spätestens ab dem 9. Lebensjahr nicht mehr behandelt werden. Es führt zu bleibenden Sehschwächen und Koordinationsstörungen.

Aufgrund ihrer Relevanz sind Sehtests auch im Rahmen der U-Untersuchungen vorgesehen. So findet der erste Sehtest meist bereits auf der Säuglingstation bei der U2 statt. Dabei testet der Arzt mit einer Lampe die Augenreaktionen des Neugeborenen, um Blindheit durch Grauen Star oder andere Augenkrankheiten auszuschließen. Auch bei der U3 und der U4 werden die Sinnesfunktionen ersten Prüfungen unterzogen, die zumindest gravierende Sehstörungen bereits aufdecken können. Ein umfassender Sehtest wird allerdings erst bei der U8, also mit etwa vier Jahren durchgeführt, da man in der Vergangenheit davon ausging, erst in diesem Alter, wenn das Kind sich richtig ausdrücken kann, zu wirklich sicheren Testergebnissen gelangen zu können.

Da bei extrem fehlsichtigen Kindern eine Brille aber schon mit sechs Monaten die Entwicklung noch schwerwiegenderer Sehfehler abschwächen kann, ist es vor allem bei Kindern mit erhöhtem Risiko ratsam, einen zusätzlichen Test bei einem Facharzt für Augenheilkunde vornehmen zu lassen. Gefährdet für Sehstörungen sind besonders Kinder, bei denen mindestens ein Elternteil sehr schlecht sieht. Auch bei Frühgeborenen ist durch die zusätzliche Sauerstoffzufuhr in den ersten Lebenswochen oft die Netzhaut angegriffen.

Auch ohne dass ein Kind sich bereits verbal äußern kann, ist ein Sehtest möglich. So weiß man heute, dass Babys, denen man eine gemusterte und eine weiße Fläche zeigt, immer auf die gemusterte Fläche sehen. Lässt man die Muster, die man neben der weißen Fläche zeigt, immer feiner werden, bis sie vom Kind nicht mehr vom weißen Untergrund unterschieden werden können, kann man hierdurch Aufschluss über die Sehkraft erhalten. Die Augenbeweglichkeit kann ermittelt werden, indem man eine Lichtquelle oder ein Spielzeug im Gesichtsfeld des Säuglings hin und her bewegt.

Etwas ältere Kinder erhalten anstatt den Buchstaben-Tests für Erwachsene Bildsymbole, die sie benennen müssen. Verbreitet sind auch die E-Haken-Tests, bei denen die Arme des Buchstaben E in verschiedene Richtungen zeigen. Das Kind muss dann jeweils in die Richtung zeigen, in welche die Haken weisen. Voraussetzung für den Erfolg dieser Methoden ist die Kooperationsbereitschaft des Kindes. Da diese nicht immer wie gewünscht gegeben ist, werden für ein Testergebnis oft mehrere Anläufe benötigt. Als Mutter heißt es hier für Dich, nicht die Geduld zu verlieren, um den Unwillen des Kindes nicht weiter zu verstärken.

Ohne äußere Anzeichen einer Sehschwäche und ohne erhöhtes Risiko ist es außerhalb der U-Untersuchungen nicht unbedingt nötig, einen Augenarzt aufzusuchen. Bei äußeren Anzeichen wie Schielen, häufigem Zwinkern oder Schieflegen des Kopfes sollten Eltern hingegen eine augenärztliche Untersuchung vornehmen lassen.

Typische Augenerkrankungen bei Kindern sind:

  • Schielen

  • Amblyopie (Sehschwäche auf einem Auge)

  • Angeborener Tränenwegsverschluss

  • Angeborene Augendruckerhöhung

  • Grauer Star

  • Netzhautschäden (zum Beispiel Frühgeborenenrethinopathie)

  • Tumore auf der Netzhaut

  • Kurz- oder Weitsichtigkeit

[BS]

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