Schweinegrippe in der Schwangerschaft

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Impfen oder nicht?
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Impfen oder nicht?

Im Jahr 2009 wurde die Schweinegrippe kurz nach ihrer Entdeckung in Mexiko von der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Pandemie erklärt.

Trotz der allgemeinen Panik und der raschen weltweiten Ausbreitung fiel der durch den Erreger befürchtete Schaden jedoch auch im Herbst und Winter geringer aus als angenommen. In der Folge geriet die Krankheit rasch wieder in Vergessenheit.

Dennoch kann es jederzeit zu einer erneuten Grippewelle - vor allem - in der kalten Jahreszeit kommen. Während Experten weiterhin vor einer plötzlichen Mutation des H1N1-Virus warnen, stellt sich besonders für Schwangere die Frage, wie sie sich vor einer Infektion schützen können, ohne ihr Kind zu gefährden. Zwischen dem Risiko einer möglichen Ansteckung und den Nebenwirkungen einer Impfung abzuwägen, ist dabei nicht immer einfach.

Geschwächte Immunabwehr in der Schwangerschaft

Schwangere haben grundsätzlich eine leicht geschwächte Immunabwehr, die sie anfälliger für Infekte macht. Da in der Spätschwangerschaft zusätzlich durch den Bauchumfang das Lungenvolumen eingeschränkt ist, können Atemwegsinfekte schlechter ausgeglichen werden und die Gefahr einer Lungenentzündung steigt. 

Zudem kann schnell ansteigendes Fieber, das länger als 24 Stunden anhält, für das ungeborene Kind gefährlich sein. Eine Überwärmung des Körpers kann in der Frühschwangerschaft eine Fehlgeburt auslösen oder Missbildungen des Kindes verursachen, in späteren Stadien der Schwangerschaft erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt. Diese Risiken gelten jedoch nicht nur für die Schweinegrippe, sondern auch für die normale saisonale Grippe, die sich in zahlreichen europäischen Ländern jedes Jahr im Herbst und Winter ausbreitet. 

Waren im Jahr 2009 noch zwei Impfungen nötig, sind in dem neuen Grippeimpfstoff, der seit dem Jahr 2010 erhältlich ist, die Antigene gegen das Schweinegrippe-Virus bereits enthalten. Zur Immunisierung sind zwei Spritzen nötig, die nach etwa 14 Tagen ihre Wirkung entfalten. Die Impfung senkt das Risiko einer Grippeerkrankung um 50 bis 60 Prozent, schließt es jedoch nicht gänzlich aus.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen sind unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichtes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Schmerzen und Rötung rund um die Einstichstelle möglich. Für Risikogruppen wurde von der Ständige Impfkommission eine Impf-Empfehlung ausgegeben, die seit Juli 2010 erstmals auch für Schwangere gilt. Denn seit 2010 ist erstmals auch ein Impfstoff verfügbar, der als geeignet für Schwangere gilt. Das Robert-Koch-Institut in Deutschland empfiehlt Schwangeren daher die Impfung, da der verwendete Totimpfstoff grundsätzlich unbedenklich sei.

Die Experten raten jedoch dazu, die Immunisierung ohne akuten Anlass erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel durchzuführen, da in der Frühschwangerschaft häufig auftretende Spontanaborte sonst fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden könnten. Die Impfung sei auch im Interesse des Säuglings, da die verfügbaren Impfstoffe erst für Kinder ab 6 Monaten zugelassen seien, die Mutter durch eine Impfung jedoch Antikörper aufbaue, die in den ersten Monaten auch das Kind schützen könnten.

Was, wenn es zum Impfen bereits zu spät ist?

Bei Symptomen wie Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber sollte in der Schwangerschaft grundsätzlich ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr für Komplikationen in dieser Zeit stark erhöht ist. Liegt tatsächlich eine Grippeinfektion vor, muss bei Schwangeren vor allem das Fieber so schnell wie möglich gesenkt werden. Die Grippemittel "Tamiflu" und "Relenza" gelten, gemessen an den Risiken einer Grippeinfektion, auch für Schwangere als relativ risikoarm, sollten jedoch nur auf ärztliche Indikation eingenommen werden.

Um das Infektionsrisiko auch ohne Impfung möglichst gering zu halten, sollten Schwangere auf folgende Dinge achten:

  • Gesunde Ernährung und Bewegung an frischer Luft, um das Immunsystem zu stärken
  • Die Berührung von Gesicht, Augen, Nase und Mund unterwegs möglichst vermeiden, da sich Tröpfcheninfektionen über Schleimhäute besonders schnell übertragen
  • Engen Körperkontakt mit größeren Menschenmengen möglichst vermeiden
  • Händeschütteln und Begrüßungsküsschen soweit wie möglich einschränken
  • Häufiges Händewaschen, vor allem nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, nach dem Toilettengang und nach dem Heimkommen, Desinfektionssprays oder feuchte Tücher können unterwegs hilfreich sein
  • Regelmäßiges Lüften geschlossener Räume

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