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Heiratswillige zieht es nach Dänemark
Wer hierzulande auf eine Blitzhochzeit hofft, wird sehr schnell ernüchtert feststellen, dass dies aufgrund der Bürokratie nicht möglich ist. Für gewöhnlich muss der Termin für eine standesamtliche Trauung nämlich bereits sechs Monate zuvor beim zuständigen Standesamt verbindlich angemeldet werden.
Deshalb reisen immer mehr Deutsche zum Heiraten ins Ausland. Vor allem Dänemark zieht aufgrund seiner liberalen Eheschließungsvorschriften Jahr für Jahr viele heiratswillige Paare aus der ganzen Welt an. Ein sehr beliebtes Reiseziel ist unter anderem die kleine Küstenstadt Tondem, im Westen Dänemarks. Bereits seit Mitte der 1960er Jahre gilt es als Hochzeitsparadies, in dem jede Woche rund 30 Brautpaare den Bund fürs Leben schließen.
Die Gründe für die Entscheidung einer Heirat in Dänemark liegen auf der Hand, denn nirgendwo ist eine Hochzeit schneller, einfacher und unbürokratischer als dort. Doch was für Unterlagen werden dafür benötigt und welche Voraussetzungen muss das Brautpaar erfüllen? All diese Informationen haben wir für Euch zusammen gestellt.
Was
für Dokumente werden für die Trauung benötigt?
Grundsätzlich
kann die Vermählung in jedem Standesamt in Dänemark vollzogen
werden, wenn die folgenden Dokumente des volljährigen
Paares vorliegen:
Gültiger
Reisepass
Geburtsurkunden
Meldebescheinigung
der deutschen Heimatbehörde
Bei
einer vorangegangen Ehe: das Scheidungsurteil mit
Rechtskraftvermerk, einen Nachweis über die Auflösung der Ehe oder
eine Sterbeurkunde
Bei
einem ausländischen Partner: die deutsche Aufenthaltsgenehmigung,
Geburtsurkunde und Ledigkeitsbescheinigung
Welche
Voraussetzungen müssen erfüllt werden?
Vor der
geplanten Hochzeit erfolgt eine Kontaktaufnahme mit dem örtlichen
Standesamt. Für den Fall, dass ein Sommerhaus gemietet wurde, sollte
unbedingt bedacht werden, dass die Hochzeit in der Gemeinde
stattfinden muss, in der das Haus liegt.
Sind alle
Dokumente bei dem ausgewählten Standesamt in Dänemark eingereicht,
müssen diese zunächst überprüft werden. Das dauert in der Regel
circa 4 Tage (bei einer Wiederverheiratung etwas länger) und kostet
etwa 65 Euro. Ist eine Übersetzung der Unterlagen allerdings noch ausständig, wird es teurer.
Während die
Dokumente überprüft werden, ist es zwingend vorgeschrieben, dass
sich die zukünftigen Eheleute in Dänemark aufhalten. Manche
Gemeinden schreiben zudem eine Mindestaufenthaltsdauer vor,
beispielsweise beträgt diese in Kopenhagen ganze drei Wochen. Für die Trauung
selbst muss das Brautpaar zwei Zeugen bestellen. Zudem wird die
Anwesenheit eines Dolmetschers erforderlich, wenn nicht beide oder
zumindest einer der Partner der dänischen Sprache mächtig ist. Die
Kosten hierfür sind natürlich selbst zu tragen. Nach
der Trauung muss die internationale Heiratsurkunde laut dem
deutsch-dänischen Beglaubigungsabkommen vom 17.6.1936 noch vom
dänischen Innenministerium legalisiert, also anerkannt werden. Ist
dies geschehen, ist die Eheschließung auch hierzulande rechtsmäßig.
(BK)
Kommentare
1
Ich liebe Dänemark und habe selbst dort geheiratet. Es war wunderschön.
Wir brauchten allerdings keinen Dolmetcher, da alle dort deutsch konnten und eine Mindestaufenthaltsdauer war auch von der Gemeinde, wo wir geheiratet hatten, nicht vorgeschrieben.
Es war auf jeden Fall der perfekte Ort zum heiraten für mich.
von schnullemumse am 07.04.2013 14:04
2
Das ist aber ebenfalls ein recht großer Aufwand. Ich finde, da sind sechs Monate Wartezeit doch angemessen. Wer sich liebt, der kann auch sechs Monate warten.
Dolmetscher, alles ins Dänische übersetzen lassen zu müssen, eine Mindestaufenthaltsdauer von ein paar Tagen oder Wochen...
Wie macht man das mit dem Beruf? Das kostet dann auch noch eine ganze Menge.
Also da sind sechs Monate 1. viel günstiger und 2. macht es dem Ganzen doch auch keinen Abbruch.
Meine Meinung zumindest.
von Gelöschter Benutzer am 21.05.2012 18:14
» Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb