Schlafwandeln bei Kindern

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Rat- und hilflos stehen Eltern da, wenn ihr Kind plötzlich anfängt, zu schlafwandeln. Zuerst einmal vermutet man eine körperliche Ursache oder gar psychische Probleme, die das Kind nicht verarbeiten kann.

Kinder schlafwandeln anders

Auch wenn diese Ursachen durchaus möglich sind, stellen sie meist nicht die Regel dar. Warum gerade Kinder zwischen 5 und 12 Jahren wesentlich häufiger schlafwandeln als Kinder anderer Altersgruppen oder Erwachsene, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Es gibt jedoch plausible Ansätze, die Wissenschaftler in zahlreichen Studien beobachten konnten. Das kindliche Schlafwandeln ist nicht direkt mit dem Schlafwandeln eines Erwachsenen vergleichbar. Gerade im Alter zwischen 5 bis 12 Jahren laufen in bestimmten Regionen im Hirn des Kindes, die unter anderem für das Langzeitgedächtnis verantwortlich sind, größere Entwicklungsschübe ab.

Die Nervenzellen verknüpfen sich strärker

Vor allem nachts bilden sich verstärkt Verknüpfungen der Nervenzellen im Gehirn. Durch diese Verknüpfungen ist das Kind immer mehr in der Lage, verschiedene Erlebnisse aus dem Langzeitgedächtnis abzurufen, die sich dann, besonders im Traum, miteinander vermischen. 

Das Schlafwandeln

Das erste Drittel einer Schlafphase

Das Schlafwandeln an sich tritt im ersten Drittel der Schlafphase auf, wenn üblicherweise auch die Traumphasen am intensivsten stattfinden. Viele Kinder beginnen völlig unbemerkt von den Eltern zu schlafwandeln. Im Zustand des Halbwachseins befinden sich die Kinder in einer Zwischenrealität, das heißt, sie sind noch in die Abläufe ihres Traumes gebunden, führen aber real dazugehörige Bewegungsabläufe aus. Sie haben oft einen starren Gesichtsausdruck, wirken verwirrt oder erschreckt, haben jedoch die Augen offen. 

Die Zwischenwelt

In dieser Zwischenwelt sind also Elemente aus der räumlichen Realität und Geschehnisse ihres Traumes miteinander vermischt. So kann es sein, dass sie sogar scheinbar  ein normales Gespräch beginnen, dessen Verlauf plötzlich inhaltlich konfus zu werden scheint. Dies ist dann meist ein deutliches Zeichen für die Eltern, dass ihr Kind tatsächlich nicht richtig wach ist. 

Typische Muster des Schlafwandelns

Das Schlafwandeln kann sich beispielsweise äußern, in dem die Kinder sich im Bett aufrichten und bestimmte Bewegungen, wie suchen, wühlen, schaukeln oder kratzen, monoton ausführen. Aber es kann auch dazu kommen, dass das Kind schreit, weint, erzählt als sei es noch mitten in seiner Traumgeschichte, die es sehr bewegt. 

Manche Kinder stehen auch auf oder gehen sogar umher. Dabei versuchen sie das reale Umfeld mit den Bildern im Traum zu verknüpfen. Sie nehmen also beispielsweise eine Treppe wahr, wo keine ist und führen die entsprechende Bewegung aus, können Fenster öffnen, wenn sie im Traum eine Tür sehen und halten an einer Tür auch nicht an, wenn ihr Traum ihnen suggeriert, weitergehen zu müssen.

Verarbeiten und Reaktion in einer Entwicklungsphase

Ob nun ein Kind tatsächlich schlafwandelt, dabei aufsteht oder gar keine Form der intensiven Traumerlebnisse hat, steht nicht in Verbindung mit Früh- oder Spätentwicklung, schon gar nicht mit der Intelligenz. Es ist lediglich eine Art der Verarbeitung und Reaktion in einer Entwicklungsphase, die, in den meisten Fällen, von selbst wieder aufhört.Am nächsten Tag wissen die meisten Kinder gar nicht mehr, dass sie nachts aufgestanden sind. Bei Kindern von Eltern, die selbst als Kind geschlafwandelt sind, steigt statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, selbst schlafzuwandeln. Grundsätzlich kann man auch nicht pauschal den Zeitraum des Schlafwandelns auf das 5. bis 12. Lebensjahr begrenzen. Es kann durchaus schon etwas früher beginnen und auch bis zum Ende der Pubertät reichen.

Schlafwandeln ist schwer konkret zu beobachten

In so genannten Schlaflaboren konnte man leider nicht sehr häufig konkrete Schlafwandelereignisse beobachten, da diese meist unregelmäßig auftreten und sich nicht vorherbestimmen lassen. Allerdings zeigen Analysen aus den Tagesabläufen betroffener Kinder, dass besonders in Zeiten, wo das Kind von vielen Eindrücken oder veränderten Situationen betroffen ist, häufiger schlafgewandelt wird. 

Die Mondphasen

Einen Zusammenhang mit den Mondphasen kann man insoweit beobachten, dass Schlafwandler sich häufig nach der stärksten Lichtquelle richten. Dies kann jedoch auch eine, ins Zimmer scheinende Straßenlaterne wie auch eine Beleuchtung in der Wohnung sein. Nur wenn der Mond die hellste Lichtquelle darstellt, kann er richtungsweisend für das Kind sein.

Lesetipp: Mehr zum Thema Schlafen v.a. zum Mysterium "Schlaf" kannst Du in unserem Beitrag Das Mysterium Schlaf nachlesen.

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