Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern

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Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern
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Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern

Damit die Stoffwechselvorgänge im Körper einwandfrei funktionieren, produziert die Schilddrüse Hormone, die diese regeln. Kommt es dabei zu einer Unterfunktion, ist ein recht auffallendes Anzeichen, dass der Betroffene an Gewicht zunimmt, obwohl sich nichts an seinem Verhalten geändert hat.

Das dramatische bei Kindern ist, dass es die Unterfunktion oft nicht bzw. zu spät erkannt wird und daraus verheerende Folgen entstehen können.

Angeborene oder erworbene Schilddrüsenunterfunktion?

  • Bei einem von 4000 Kindern ist die Unterfunktion bereits angeboren. In den meisten Fällen entwickelt sie sich aber erst später und ist zudem Folge einer Schilddrüsenentzündung. Bei der angeborenen Störung ist es so, dass sich die Schilddrüse gar nicht erst richtig entwickelt hat und deswegen zu wenig Hormone ausschütten kann. Einige Kinder kommen auch direkt ohne diese Drüse auf die Welt. Aus welchem Grund das passiert, konnten Wissenschaftler noch nicht herausfinden.

  • Die erworbene Schilddrüsenunterfunktion ist schwieriger zu erkennen, da die Symptome sich oftmals schleichend einstellen und so recht spät bemerkt werden. Eine Autoimmunerkrankung kann der Auslöser hierfür sein. Hierbei ist es so, dass das Abwehrsystem des Körpers fehlgeleitet ist und die Schilddrüse angreift. Nach und nach wird sie so zerstört, bis die Unterfunktion eintritt.
Das tückische bei der Krankheit ist, dass die Eltern ein scheinbar gesundes Kind vor sich haben, aber dieses das ganze Leben auf Medikamente angewiesen sein wird.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Während die Diagnostik bei größeren Kindern und Erwachsenen relativ einfach anhand der Symptome eingeschätzt werden kann, ist das bei dem kleinen Nachwuchs schwieriger. Oftmals fällt die Schilddrüsenunterfunktion durch folgende Merkmale auf:
Baby
  • aufgeblähter Bauch
  • aufgedunsenes Gesicht
  • große Fontanelle
  • heiseres Schreien
  • Ikterus
  • kalte Arme und Beine
  • Nabelbruch
  • viel schlafen
  • teilnahmslos
  • trinkfaul
Kleinkind
  • Bauchschmerzen (Verstopfung)
  • Blässe
  • verzögerte Sprachentwicklung
  • Infektanfälligkeit


  • verzögertes Wachstum und verspätete Zahnbildung
  • Kinder sind kälteempfindlich
  • Antriebslos
  • Verträumtheit
  • Spätentwickler

Feststellung der Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern

Da die Symptome nicht immer klar sind, wird mittlerweile eine Früherkennung durchgeführt, damit dem Kind so schnell wie möglich die entsprechende Therapie gegeben werden kann. Damit sollen Spätfolgen und Entwicklungsstörungen so weit wie möglich verhindert werden.

Das bedeutet, dass zwischen dem 4. bis maximal 7. Lebenstag ein bisschen Blut entnommen wird, um dieses zu testen. Bei der Untersuchung wird das Blut aus der Ferse des Kindes gewonnen. Getestet wird dann das Thyreoidea stimulierende Hormon (TSH), welches bei einer starken Erhöhung Indiz für die Unterfunktion ist. Die Höhe der THS-Konzentration schwankt je nach Lebensalter des Kindes. Der Wert kann aber auch dann erhöht sein, wenn das Kind übergewichtig ist, ohne, dass es an einer Unterfunktion leidet. Wird das Gewicht verloren, sinkt dann auch der Wert wieder nach unten.

Die Therapie

Wichtig ist die schnelle Diagnose, damit dem Kind keine Folgeschäden entstehen. In den ersten beiden Jahren ist es besonders wichtig, etwas dagegen zu tun, da das Gehirn ansonsten Schaden nimmt. Ist die Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert worden, ist die Gabe von Medikamenten nötig, die das ganze Leben genommen werden müssen. Je nach erworbener oder angeborener Unterfunktionen werden wird das entsprechende Mittel verabreicht. In welcher Menge das passiert, hängt von dem Kind ab und davon, wie es sich entwickelt. Kontrollen finden statt, die Häufigkeit hängt allerdings vom Alter ab.

Auch wenn die Tabletten das ganze Leben eingenommen werden müssen, so ist ein ganz normales Leben möglich. Zum Alltag gehört eben dann nur die kleine Tablette. Ein Kind mit einer Unterfunktion hat weder eine geringere Lebenserwartung, noch ist es körperlich in irgendeiner Weise eingeschränkt, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und die Behandlung sorgsam durchgeführt wird.

Ist eine Vorbeugung möglich und was sind die Spätfolgen?

Viele Eltern fragen sich, ob sie das ihrem Kind ersparen können. Die häufigste Ursache hierfür ist die angesprochene Autoimmunerkrankung. Eine Unterfunktion kann aber auch durch einen Jodmangel provoziert werden. Der Verzehr von jodiertem Speisesalz und Fisch kann unterstützend sein, ist bei sehr kleinen Kindern allerdings eher schwer umzusetzen, was aber im Alter besser wird. Eine wirkliche Vorbeugung gibt es daher nicht.

Eine sehr spät erkannte oder schlecht eingestellte Schilddrüsenunterfunktion führt auf Dauer zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, Unfruchtbarkeit oder Ablagerungen an den Innenwänden der Schlagadern. Bei Kindern machen sich Entwicklungsstörungen bemerkbar, wobei die Größe des Kindes noch zu den harmloseren Folgen gehört. Schäden am Gehirn sind um einiges schlimmer und auch nicht mehr auszubügeln, wenn es erst einmal dazu gekommen ist.

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