„Sandmann, lieber Sandmann es ist noch nicht soweit!“ schallt es in der Mehrheit der deutschen Haushalte aus dem Fernseher, wenn das Sandmännchen zum Abendgruß erscheint, um die lieben Kleinen kurz vor dem Zubettgehen noch mit einer Gute-Nacht-Geschichte zu unterhalten. Und nicht nur Kinder sind von dieser Institution der Fernsehunterhaltung begeistert, auch viele Erwachsene erinnern sich mit verträumtem Blick an ihre eigene Kindheit mit dem Sandmännchen und seinen Freunden Pittiplatsch, Schnatterinchen, Moppi und Plumps zurück. Grund genug für uns, dem Sandmännchen einen eigenen Artikel zu widmen.
Seit mittlerweile über
50 Jahren begeistert das Sandmännchen kleine Kinder und deren Eltern
und hat daher zu Recht seinen festen Platz beim abendlichen Ritual
des Schlafengehens. Professioneller Traumsandstreuer von Beruf kennt es dabei nur eine Mission: Den Kindern am Ende des Tages mit
seinen humorvollen, nachdenklichen und verträumten
Gute-Nacht-Geschichten Harmonie, Ruhe und Geborgenheit zu vermitteln
und ihnen so den Weg ins Traumland zu erleichtern.
Geboren am 22. November
1959, wohnhaft hinter dem Märchenwald, kommt es so in immer gleicher
Gestalt daher: Mit Mütze und weißem Spitzbart. Laut seinem
Erfinder Regisseur, Autor, Puppen- und Szenenbildner Gerhard Behrendt
vereint das Sandmännchen so sowohl Kindliches als auch die Würde
des Alters und das Merkmal der Weisheit in sich. Es trägt dazu bei,
dass sich nur wenige der warmen und freundlichen Ausstrahlung dieses
animierten Schlafbringers entziehen können.
Ebenfalls legendär ist
Sandmännchens Fuhrpark, der mit viel Liebe zum Detail und großem
Ideenreichtum von Autos, Kutschen und Schlitten über Raketen,
Segelboote und Fischkutter bis zu Taucherglocken, Zügen und auch
Tieren reicht. Generationen von Kindern stellen sich die Frage, mit
welchem Fahrzeug kommt das Sandmännchen wohl heute Abend? Nicht zu vergessen ist
natürlich die Eingangsmelodie bzw. das Sandmännchen-Lied, das
innerhalb weniger Stunden von Wolfgang Richter komponiert worden war
und auch heute noch lange im Ohr hängen bleibt. So wird es oft von Eltern
und ihren Kindern gemeinsam vor dem Fernseher gesungen.
Die
literarische Vorlage für unser Sandmännchen ist übrigens eine
Märchenfigur von Hans Christian Andersen und heißt Ole Lukøje. Aus dem Dänischen
übersetzt, bedeutet dies soviel wie Ole Augenschließer, der
die Kinder mit süßer Milch und kurzen Geschichten müde stimmt. Den
Schlafsand des Sandmännchens dachten sich dann deutsche Übersetzer
aus, ein Konzept, das gleich von Anfang an Erfolg hatte und
internationales Interesse hervorrief. Und so wurden die Produktionen
nach Schweden, Dänemark oder Finnland verkauft, landeten als
Programmaustausch in arabischen Ländern oder gingen als
„Solidaritätsgeschenk“ nach Vietnam.
Mittlerweile ist das
Sandmännchen eine Koproduktion von rbb, MDR und NDR und wird seit
September 2007 im Format 16:9 ausgestrahlt. Einen eigenen Kinofilm
(Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland) gab es dann zum 50.
Geburtstag 2010. Dabei sah es 1991 noch ganz so aus, als ob der kleine
Traumsandstreuer seinen Dienst quittieren müsse, als nämlich der
Deutsche Fernsehfunk seine Tätigkeit einstellte. Dank des massiven
Widerstands der Fernsehzuschauer aber durfte das Sandmännchen
weitermachen und 1992 wurde die Sandmannstudio Trickfilm GmbH
gegründet, die das Sandmännchen im gläsernen Sandmannstudio in
Potsdam Babelsberg produziert.
Und so heißt es auch
weiterhin abends (17:50 rbb, 18:50 MDR und KIKA): "Sandmann, lieber
Sandmann, es ist noch nicht soweit! / Wir sehen erst den Abendgruß,
ehe jedes Kind ins Bettchen muss, Du hast gewiss noch Zeit. / Kinder,
liebe Kinder, es hat mir Spaß gemacht! / Nun schnell ins Bett und
schlaft recht schön, dann will auch ich zur Ruhe gehn, ich wünsch' Euch gute Nacht."
Mamiweb wünscht viel Spaß beim Schauen!
[AKH]