Ritter Valentin

valentinstag
Geschenk zum Valentinstag
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Geschenk zum Valentinstag

Es geht auf Valentinstag zu und ich zerbreche mir den Kopf, was ich meinem Herzallerliebsten schenken könnte. Zwangsläufig kommen mir dabei Erinnerungen, was man selbst zu verschiedenen Anlässen geschenkt bekommen hatte.

Da war mein Ex, der mir zu Weihnachten Türmchen mit Kleingeld auf den Tisch zählte, um sie mir dann, ganz ohne Schleifchen, rüber zu schieben und zu sagen "Du wolltest doch ins Nagelstudio. Hier, nimm den Besuch als Weihnachtsgeschenk von mir!"

Mein Gott, wie romantisch! Fühlte sich eher an, als würde der Croupier im Spielkasino mir meinen Gewinn über den Tisch reichen. Also beschwerte ich mich im nächsten Jahr.

Gedanken machen, zuhören, zwischen den Zeilen lesen

Ich verlangte von meinem Ex, dass er es sich diesmal nicht zu einfach machen dürfte. Nicht teuer musste es sein. Er sollte sich nur Gedanken machen, zuhören, zwischen den Zeilen lesen und dann etwas schenken (und wenn es nur eine winzige Kleinigkeit ist), von dem er wüsste, dass ich es mir immer gewünscht habe oder es zu etwas passte, was mir lieb und teuer war.

Er tat es tatsächlich!

Er machte sich Gedanken und am nächsten Weihnachtsfest stand er mit einem großen Karton vor mir. Im ersten Moment dachte ich noch, wenn der Karton voll mit Kleingeld ist, erwerbe ich mir ein Auto, musste dann aber doch innerlich lächeln, weil er sich ja zumindest die Mühe gemacht hatte, selbst etwas zu kaufen.

"Ich habe lange überlegt", sagte er "dann fiel mir ein, dass Du das mal beim Einkaufen gesehen hast und sagtest, dass Du es unbedingt irgendwann einmal kaufen willst." Er wusste noch, was ich irgendwann mal beim Einkaufen gesagt hatte? Der Mann erinnerte sich gerade mal daran, was ich auf dem Standesamt gesagt hatte, und das auch nur, weil es praktisch auf der Heiratsurkunde gestanden hatte.

Ich konnte mein Staunen nicht verbergen

Positiv erstaunt packte ich aus. Und dann hielt ich sie in der Hand: meine neue elektrische Zahnbürste! Ich erspare mir hier jeden weiteren Kommentar.

Mein jetziger Mann, Achim, ist da ja so was von anders!

Er versucht immer, eine Kombination zu finden aus dem, was ihm gefallen würde und von dem er weiß, dass ich es mag. Haushaltsgeräte sind ein Tabu für ihn, da er meint, ein Geschenk für mich, sollte etwas persönliches sein und keine Arbeitserleichterung um die Familie zu bedienen.  

Auf diese Art kam ich inzwischen schon auf meine mittelalterliche Armbrust, wobei er darauf achtete, dass ich auch nur einen der wertvollen Holzbolzen bekam. Ich glaube, da dachte er an seinen eigenen Schutz und meine Bequemlichkeit, da ich wohl kaum, im Streit, seine Flucht durch einen gezielten Schuss stoppen und dann hinterherlaufen und den Bolzen zurückholen würde. 

Gut, mit der Doppelblatt-Streitaxt, die ich zu Weihnachten bekam, würde es gar nicht erst zum Fluchtversuch kommen, aber selbst wenn, sind da auch noch die beiden Dolche, die sich notfalls werfen lassen. 

Nein, mein Mann schenkt mir, von dem er weiß, dass ich es mag. So möchte ich ihm auch ein Geschenk zum Valentinstag machen, bei dem ihm das Herz aufgeht.

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