Hat man früher noch viel gecremt, geölt und gepudert, weiß man heutzutage, dass Babys empfindliche, zarte Haut eigentlich fast keine Pflegemittel nötig hat. Also reicht auch zum Waschen oder Baden normales warmes Wasser (37 Grad Celsius), eventuell mit ein paar Tropfen Öl oder Muttermilch versetzt. Da die Kleinen beim Baden schnell auskühlen, wird der Einsatz eines Heizstrahlers empfohlen. In der Regel baden Babys sehr gerne, Frühchen allerdings können durch das Waschen auch müde oder gestresst werden, so dass sie eventuell danach mehr Sauerstoff benötigen.
Der Einsatz von Hautcreme ist lediglich im Winter zum Schutz der zarten Gesichtshaut vor der Kälte draußen nötig. Empfohlen werden hier besonders rückfettende Cremes auf Basis ökologischer Inhaltsstoffe. Auch auf Parfümstoffe sollte verzichtet werden, da diese Allergien auslösen können. Außerdem riecht sowieso nichts besser als das Baby selbst.
Häufiges Wickeln ist auch eine Maßnahme, mit der sich Hautreizungen vermeiden lassen. Mittlerweile ist es auch kein Problem mehr, wenn normale Babywindeln nicht passen, denn viele Firmen haben sich auf die Herstellung spezieller Frühchenwindeln in XXS spezialisiert. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, Plastikfolien auf der Frühchenhaut zu vermeiden, damit diese atmen kann. Bereits auf der Intensivstation lernen Eltern ihr Frühchen so zu wickeln, ohne dass eventuelle Schläuche entfernt werden müssen. Wichtig bei kleinen Frühgeborenen ist, dass die Flüssigkeitsausscheidungen gemessen und kontrolliert werden. Ist das Baby schon etwas größer und stabiler, sollten die Windeln dann gewechselt werden, sobald sie voll sind. Da das Baby in einer feuchten Windel schnell unterkühlt. Außerdem ist eine volle Windel ja auch alles andere als angenehm.
Zum Säubern verwendest Du am besten Zellstofftücher oder ganz weiches Toilettenpapier, ein bisschen Öl, Einmalwaschlappen und warmes Wasser. Abgepackte Feucht- und Öltücher eignen sich besser für unterwegs und sollten nur ausnahmsweise benutzt werden. Um die Haut vor Irritationen zu schützen, kann ein wenig Wundschutzcreme aufgetragen werden. Während das Kleine am Anfang schnell gewickelt werden sollte, um eine Auskühlung zu vermeiden, kann das Windeln wechseln später, wenn das Baby älter ist und seinen Wärmehaushalt besser kontrollieren kann, gerne ausgedehnt werden. Dies schafft Raum für Schmusen, kleine körperliche Übungen oder Massagen, was dem Baby gut tut und worüber es sich freut. Berührungen sind nämlich wichtige Wahrnehmungsreize, die sich positiv auf die Psyche und die Organfunktionen des Kindes auswirken.
Auch Pucken kann einen Beitrag zum Wohlbefinden des Frühchens leisten, da sie durch das Eingehülltsein weniger weinen und mehr schlafen. So wird auch mehr Energie gespart und sogar die Sauerstoffversorgung kann erhöht werden.
[AKH]
Frühgeborene oder Frühchen sind Babys, die vor der 37. SSW auf die Welt kommen. Dank unserer heutigen medizinischen Versorgung und Standards haben sie mittlerweile sehr gute Überlebens- und Entwicklungschancen. Trotzdem bestehen für Frühchen viele gesundheitliche Risiken, weswegen sie besonders viel Aufmerksamkeit, Pflege und medizinische Hilfe benötigen. Auch für die Eltern ist die Geburt eines Frühchens eine große psychische Belastung, besonders wenn ihr Kind nicht größer als ein Handteller ist und jeden Tag erneut ums Überleben kämpfen muss. Du möchtest mehr zu diesem Thema erfahren? In unserem eXtra haben wir dir alles Wissenswerte zusammengefasst.