Du hast gerade erfahren, dass Du schwanger bist und freust Dich auf das Baby. Doch obwohl Du weißt, dass Du nun dringend mit dem Rauchen aufhören solltest, macht Dich bereits der Gedanke nervös, ab sofort ohne Zigaretten auskommen zu müssen. Versuchst Du nicht zu rauchen, spürst Du Gereiztheit oder depressive Verstimmungen. Vielleicht schämst Du Dich für Deine Sucht und glaubst, eine schlechte Mutter zu sein. Möglicherweise hast Du auch Angst eine Fehlgeburt zu erleiden oder fürchtest, dass Dein Kind nicht gesund auf die Welt kommt.
Jetzt heißt es, nicht in Panik zu geraten: Schaffst Du den Ausstieg nicht alleine, solltest Du Dir schnell Unterstützung holen. Angebote speziell für Schwangere können Dir helfen, Deinem Baby zuliebe auf das Rauchen zu verzichten.
In den wenigsten Fällen
hat Rauchen in der Schwangerschaft tatsächlich mit mangelndem
Verantwortungsgefühl zu tun. Denn Nikotin ist ein abhängig
machender Suchtstoff, auf den vor allem starke Raucherinnen
oft nicht aus eigener Kraft von heute auf morgen verzichten können.
Finanzielle Sorgen, fehlender Beistand und andere Schwierigkeiten, die eine
Schwangerschaft manchmal mit sich bringen, setzen
Frauen oft unter psychischen Stress und sorgen dafür, dass sie umso weniger von den Zigaretten lassen können. Es kommt sogar vor,
dass Frauen durch die erhöhte Belastung, der sie durch die
Schwangerschaft ausgesetzt sind, erst einmal mehr rauchen als zuvor.
Dies ist allerdings ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen
werden muss.
Welche Methode für Dich
persönlich die beste ist, um vom Rauchen wegzukommen, musst Du
letzten Endes selbst herausfinden. Vielleicht auch in mehreren
Anläufen. Manche Frauen schaffen es, zu einem vorher festgelegten
Zeitpunkt komplett aufzuhören. Andere müssen ihre Dosis an Nikotin erst langsam reduzieren, um die
Entzugserscheinungen besser ertragen zu können. Auch das kann eine
vernünftige Herangehensweise sein, wenn sie Dir dabei hilft, Dein
Kind so wenig wie möglich zu belasten. Denn natürlich ist es besser, täglich 5 Zigaretten als 40 zu rauchen. Für eine starke Raucherin,
die es geschafft hat, ihren Konsum auf dieses Maß zu reduzieren, kann
das bereits ein großer Fortschritt sein. Hast Du vorher dagegen nur 10
Zigaretten pro Tag geraucht, schaffst Du es vielleicht auch, sofort
ganz auf die Glimmstängel zu verzichten. In jedem Fall gilt: So
schnell wie möglich den kompletten Rauchstopp zu schaffen, sollte von
Anfang an Dein Ziel sein.
Die oft verbreitete
Behauptung, eine schwangere Raucherin dürfe nicht einfach mit dem
Rauchen aufhören, weil das Kind sonst Entzugserscheinungen
entwickele, ist jedenfalls
definitiv nicht richtig! Dies darf also keine
Ausrede fürs Weiterrauchen sein. Um die aufkommende
Nervosität zu bekämpfen, solltest du Dir verschiedene Strategien
überlegen, die Dich ablenken, wenn der Gedanke ans Rauchen
auftaucht. Egal ob Du Kaugummi kaust, spazieren gehst oder stattdessen eine Möhre
oder einen Apfel isst – wichtig ist, die Macht der Gewohnheit zu
durchbrechen.
Nikotinpflaster und andere
Ersatzpräparate werden normalerweise nicht ausdrücklich für
Schwangere empfohlen. Doch, wenn sie Dir den Ausstieg aus der Sucht
erleichtern, können auch sie eine erste Alternative sein. Sie haben den
Vorteil, dass Dein Kind zumindest kein Kohlenmonoxid
und andere im Rauch enthaltene Schadstoffe zugeführt bekommt
und so die Sauerstoffzufuhr im Blut weniger stark eingeschränkt
wird. Dein Frauenarzt wird Dir sagen können, welche Präparate in
der Schwangerschaft verwendet werden dürfen. Sicher wird er Dir auch
entsprechende Stellen empfehlen können, wo Du zusätzliche Hilfe
erhältst. So ist beispielsweise eine Gruppentherapie für viele eine
gute Möglichkeit, sich das eigene Suchtverhalten besser bewusst zu
machen. In einem Kreis von Leuten, die Dein Problem nachvollziehen
können und Dich nicht verurteilen, kannst Du über Deine
Schwierigkeiten sprechen und Lösungen suchen. Andere Betroffene erzielen
womöglich mit einer Hypnosetherapie die gewünschte Wirkung. Was am
Ende zählt, ist das rauchfreie Ergebnis.
Sprich' Deinen
Frauenarzt oder Deine
Hebamme auf jeden Fall darauf an, wenn es Dir schwerfällt, mit dem
Rauchen aufzuhören. Auch, wenn es Dir vielleicht unangenehm ist. Angebotene Hilfe solltest Du nicht einfach ablehnen.
Falscher Stolz oder Gleichgültigkeit sind sicherlich nicht angebracht, wenn es um die
Gesundheit Deines Kindes geht.
Es zeigt sich außerdem
immer wieder, dass Frauen der Verzicht deutlich schwerer fällt, wenn
der
Partner oder eine enge Bezugsperson rauchen. Sprich' daher
mit den Menschen in Deinem Umfeld und bitte sie, Dich zu unterstützen. Vor allem ist es wichtig, den Partner
aktiv einzubinden. Das hat zwei große Vorteile: Entschließt sich
der werdende Papa dazu, ebenfalls das Rauchen aufzugeben, wird es Dir
erstens wesentlich leichter fallen, den Entzug durchzuhalten.
Zweitens wird auch ER Euer Baby nicht mehr zum passiven Mitrauchen
zwingen.
Egal, wie Du das Problem angehst, ist es vor allen Dingen wichtig,
nicht den Mut zu verlieren.
Rückschläge können vorkommen, doch sie sollten Dich keinesfalls
davon abhalten, es immer wieder zu probieren. Denk daran: Niemals
ist die Motivation das Rauchen aufzugeben höher als in der Schwangerschaft.[BS]