Qualitätszeit contra Quantitätszeit

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Je sinnvoller ich die Zeit nutze, desto wertvoller wird sie
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Je sinnvoller ich die Zeit nutze, desto wertvoller wird sie

Qualitätszeit beschreibt einen Zeitraum von nicht festgelegter Länge, der durch qualitative Beschäftigung und Aufmerksamkeit gefüllt ist. Quantitätszeit hingegen bedeutet, dass der Zeitraum lang ist, aber qualitativ keine Ansprüche stellt.

In Bezug auf Kinder hört sich das kompliziert an, ist es aber gar nicht, wenn man einen genaueren Blick darauf wirft.

Die Begriffe "Qualitätszeit" und "Quantitätszeit" muten für viele Eltern wie neumoderne Bezeichnungen aus schwer verständlichen Erziehungsratgebern an. Das schreckt anfangs vielleicht ab, doch schaut man auf den Sinn und Ausdruck dieser Worte, stellt man fest, dass sie eigentlich kurze und prägnante Namen für komplexe Verhaltensmuster in Familien sind.

Quantität steht in der Bedeutung für "viel", "große Menge", während Qualität ausdrückt, dass etwas besonders gehalt- oder wertvoll ist, unabhängig von der Menge. So lässt sich ableiten, dass "Quantitätszeit" eigentlich nichts weiter bedeutet, als viel Zeit, die auch von minderer Qualität sein kann, während "Qualitätszeit" besagt, dass man einen kleineren Zeitraum aufbringt, der dafür besonders gehaltvoll ist. Das hört sich nun nicht weniger kompliziert an, bezieht man es jedoch auf den Alltagsverlauf, wird schnell ein Vergleich sichtbar.

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Kinder brauchen Zeit mit ihren Eltern

Kinder brauchen Zeit mit den Eltern, das ist sicher allen Vätern und Müttern klar. Lange Zeit galten daher berufstätige Mütter als schlechtere Mütter, da sie ja weniger Zeit mit ihren Kindern verbrachten. In den Augen eines veralteten Gesellschaftsbildes zeichnete es die "gute" Mutter aus, zu Hause zu bleiben und sich ausschließlich den Bedürfnissen der Familie zu widmen. Dabei ging es aber nicht darum, mit den Kindern zu spielen. Wichtig war vor allen Dingen, einen tiptop-sauberen Haushalt zu führen und seine Lebenserfüllung darin zu finden, den ganzen Tag zu kochen, zu putzen und dem meist alleinverdienenden Mann alle Unannehmlichkeiten abzunehmen, damit er nach Feierabend entspannen kann.

Das alte Rollenbild führte vielfach zu einer hohen Quantitätszeit

Diesem Bild folgten Generationen von Frauen, allein schon aus der Notwendigkeit heraus. Berufstätige Frauen waren nur bedingt Teil der Gesellschaft. Die Haushaltsführung füllte eine Frau allein schon deshalb völlig aus, da es bei weitem nicht die erleichternden Gerätschaften gab, die wir heute nutzen können. Geschirr und Wäsche wurden per Hand gewaschen, das Essen kam nicht in einem uns bekannten Sortiment aus dem Supermarkt und Kinder wurden in der Familie betreut, bis sie eingeschult wurden. In früheren Zeiten Ehefrau und Mutter zu sein war ein Knochenjob, das ist unbestritten.

Erzieherisch gesehen war die Mutter zwar den ganzen Tag zu Hause, jedoch so sehr mit all diesen Aufgaben beschäftigt, dass einfach keine Zeit blieb, sich ausführlich mit den Kindern zu beschäftigen. Somit genossen Kinder in früheren Zeiten eine "Quantitätszeit" mit ihren Müttern, die ständig anwesend waren, aber auch nicht wirklich intensive Momente nur mit den Kindern verbringen konnten, da sie unter Dauerstress standen.

Lebens-Erleichterungen für Mütter fördern die Quantitätszeit

Heute haben Mütter hingegen maßgebliche Unterstützung bekommen, unabhängig von einer Berufstätigkeit. Da sind zum einen Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler sowie Staubsauger und Elektro- oder Gasherde. Wir kaufen zu jeder Jahreszeit im Supermarkt worauf wir Appetit haben und sind nicht mehr auf die Eigenproduktion unserer Lebensmittel angewiesen. Kinder haben einen Anspruch auf Kindergarten- und Krippenplätze und es gibt Hausaufgabenbetreuung nach dem Unterricht. All das macht es einer Frau heute einfacher, eine Mutter zu sein, die sich Zeit für ihr Kind nimmt.

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