Pubertät immer früher?

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Geht es immer früher los?
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Geht es immer früher los?

Wissenschaftliche Studien belegen es: Kinder beginnen heutzutage immer früher zu pubertieren als vorherige Generationen. Innerhalb von 15 Jahren, so fanden dänische Wissenschaftler heraus, verkürzte sich das Eintrittsalter der Mädchen in die Pubertät statistisch um 1 Jahr.
Gründe mag es viele geben, doch sind diese momentan noch reine Vermutungen, die allerdings plausibel klingen. In unserer schnelllebigen Gesellschaft wird die Kindheit immer mehr verkürzt. Faktoren für die frühere Selbstständigkeit und teilweise Eigenverantwortung in Alltagsangelegenheiten der Kinder ist häufig die Berufstätigkeit der Eltern, sowie frühe geistige Förderung.

Zudem hat sich ein klarer Wandel im Erziehungsmuster ergeben. War noch vor wenigen Generationen üblich, dass alles durch Erwachsene geregelt wurde und man erwartete vom Kind, diese Entscheidungen hinzunehmen, erzieht man Kinder heutzutage weitestgehend darauf, die eigenen Interessen zu vertreten und sich für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse einzusetzen.

Ein Beispiel dafür ist die Schule. Erwartete man in früheren Zeiten einen bedingungslosen Gehorsam der Schüler gegenüber dem Lehrer, der eine wichtige Autoritätsperson darstellte die sich auch durch körperliche Züchtigung Respekt verschaffen durfte, ist es Kindern heute möglich Entscheidungen der Lehrer anzuzweifeln, nachzufragen und mit Argumenten den Sinn von Entscheidungen zu hinterfragen.

Insgesamt gab es früher eine längere Kindheit. Heute gibt es im gesellschaftlichen Sinne, dafür dann aber auch schneller ausgereifte Erwachsene, denn körperlich gesehen, setzt die Pubertät immer früher ein. Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass die emotionale Ausreifung sich nach hinten verschoben hat.

Vergangene Generationen schlossen die Pubertät als körperlich und emotional gefestigte Persönlichkeiten ab. Heute ist die Entwicklung zum Erwachsenen körperlich früher abgeschlossen, jedoch lässt die psychische Reife zumeist noch ein paar Jahre länger auf sich warten.

Ein Grund dafür könnte in der wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Abhängigkeit liegen, die zwar einerseits sehr früh eigenständig denkende und handelnde Jungerwachsene erzieht, andererseits aber so sehr  miteinander verknüpft ist, dass die Stabilität der psychischen Reife, einhergehend mit Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, dem Sammeln eigener Erfahrungen und dem Umgang mit Konfliktsituationen, immer mehr auf der Strecke bleiben lässt.

Dies ist ein klarer Nachteil und rührt oft genau aus den veränderten Erziehungsmuster her. Einerseits werden Kinder heutzutage verstärkt gefördert sich auf das eigenständige Leben vorzubereiten, andererseits werden sie jedoch wesentlich länger von den Eltern behütet, indem diese die möglichen sozialen Konflikte der Kinder bereits im Keim ersticken, bevor sie überhaupt aufkommen könnten. Das Gleichgewicht des Ausreifens wird dadurch durcheinander gebracht, Kinder werden immer früher sexuell aktiv und die Zahl der minderjährigen Mütter nimmt beispielsweise genauso zu, wie die Trennungsrate von Jungfamilien unter 25 Jahren.

Eine Lösung dieses Defizits kann nicht sein, wieder in alte Erziehungsmuster zu verfallen die das eigenständige Denken und Handeln der Kinder unterdrückt. Um die Kluft der körperlichen und psychischen Reife nicht weiter zu vergrößern sind die Eltern gefragt.

Ein simpler Beitrag könnte sein, die Kinder nicht täglich isoliert von anderen Kindern zur Schule zu fahren, sondern die Kinder in Gruppen Gleichaltriger zusammen zur Schule gehen zu lassen. Hierbei genießen Kinder die Sicherheit der Gruppe, erlernen jedoch auch, sich sozialer einzubinden. Das soziale Miteinander hilft den Kindern, sich nicht nur gesellschaftlich einzubinden, sondern auch mögliche Konflikte allein zu lösen. Das macht sie stabiler für spätere emotionale Hürden.

Im Alltag lassen sich viele Beispiele finden,anhand von denen Eltern die psychische Reife ihrer Kinder fördern können. So erleichtern Erwachsene ihren Kindern das Erwachsenwerden. Auch wenn es schwer ist los zu lassen, müssen sich Eltern der Tatsache bewusst sein, dass sie das Erwachsenwerden der Kinder nicht verhindern, wohl aber im Gleichgewicht fördern können.

[SyKo]

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