Mädchen erleben die Veränderungen der Pubertät besonders intensiv, denn in ihrem Körper geschehen große Entwicklungsschritte, die sie vom Kind zur erwachsenen Frau werden lassen. Um das 8. bis 9. Lebensjahr beginnt die Hirnanhangdrüse Signale zu senden, die die Organe veranlassen, Östrogen zu produzieren. Mehr als 20 verschiedene Östrogene werden ab diesem Zeitpunkt in stetig steigenden Mengen gebildet und führen das Mädchen so langsam zur Geschlechtsreife.
In den Nebennieren bilden sich anfangs Androgene, die das
Längenwachstum beeinflussen und gleichzeitig die Entwicklung der Scham-
und Achselbehaarung in Gang setzen. Durch die Ausschüttung der Östrogene beginnt der Körper des Mädchens in etwa zeitgleich weibliche Formen anzunehmen.
In
der Brust bilden sich die Milchdrüsen, was die Brüste wachsen lässt. Die Brustwarzen vergrößern sich und zeigen eine Erregbarkeit.
Die äußere Vagina vergrößert sich, die Schamlippen und die Klitoris bilden sich verstärkt aus. Im Unterbauch wachsen Gebärmutter und Eierstöcke.
Diese
Vorbereitung auf die vollständige Geschlechtsreife führt schließlich
zur ersten Menstruation, auch Menarche genannt. Dabei findet im Regelfall im Vorfeld noch kein Eisprung statt. Erst durch mehrere,
unregelmäßige Zyklen ohne Eisprung, die man “anovulatorische Zyklen”
nennt, wird der Eisprung ausgelöst und die erste richtige Menstruation tritt ein. Ab diesem Zeitpunkt hat der Körper des Mädchens die biologische Reife erreicht, ein Kind auszutragen.
Die
körperliche Ausreifung setzt sich so lange fort, bis die Konzentration der
Östrogene im Verlauf der Pubertät dafür sorgt, dass sich die Wachstumsfugen schließen und das Längenwachstum beendet ist.
Im gesamten Zeitraum der
Pubertät, der in etwa zwischen acht bis zehn Jahren dauert, üben die hohen
hormonellen Konzentrationen einen starken Druck auf die Psyche des
Mädchens aus. So ist es auch
nicht verwunderlich, dass Mädchen gerade in der Pubertät besonders
unter Stimmungsschwankungen, manchmal sogar Depressionen leiden, und
durchaus auch zu Aggressionen neigen. Auch viele psychische Erkrankungen bei Erwachsenen werden durch Einflüsse hoher Hormonkonzentrationen gesteuert.
[SyKo]