Die Pubertät beginnt bei Jungen nicht viel später als bei Mädchen. Und auch wenn die Entwicklungsschritte äußerlich nicht deutlich sichtbar sind, geschehen im Inneren des Körpers eine Vielzahl von Veränderungen. Diese werden oft weder vom Pubertierenden selbst noch den Eltern wahrgenommen.
Etwa mit neun Jahren wird im Körper des Jungen verstärkt Testosteron produziert, wozu die Hirnanhangdrüse das Startzeichen gibt. Zuerst beginnen die Hoden anzuwachsen, dann setzt das Wachstum von Samenleiter, Penis und Nebenhoden ein. Die männlichen Geschlechtsteile vergrößern sich bereits, bevor der erste größere Wachstumsschub der Körpergröße beim Jungen einsetzt.
Im Alter von 10 bis 14 Jahren bilden sich die ersten Spermien und in etwa zeitgleich kommt es zum ersten Samenerguss. Nun
setzt auch der erste große Längenwachstumsschub ein. Insgesamt
wachsen Jungen eher schubweise, die Phasen des Wachstums wechseln sich also mit Ruhephasen ab. Gerade in Zeiträumen mit starkem Längenwachstum leiden Jungen häufig unter Spannungsschmerzen, da Muskeln, Sehnen und Gewebe gedehnt
werden.
Nach dem ersten großen Längenwachstumsschub entwickelt
sich verstärkt die Scham-, Körper- und Achselbehaarung. Im weiteren
Verlauf kommt es zum ersten Bartwuchs, der mit der Zeit, zusehends
kräftiger wird. Nun setzt auch der Stimmbruch ein.
Viele Jungen
schließen ihre Pubertät mit einem weiteren großen Längenwachstumsschub
ab. Verantwortlich dafür ist ein Zusammenspiel des erhöhten
Testosteronspiegels mit Insulin und den Schilddrüsenhormonen. Hierbei
wird in einer letzten großen Kraftanstrengung die genetisch festgelegte maximale Körpergröße erreicht. Die Epiphysenfugen in den Röhrenknochen, auch Wachstumsfugen genannt, schließen sich, was
das körperliche Wachstum beendet.
Oftmals berichten Eltern, dass
die Pubertät eines Jungen mit weitaus weniger Stimmungsschwankungen verläuft als die eines Mädchen. Hierbei muss man jedoch auch
berücksichtigen, dass die körperlichen Geschlechtsmerkmale des Jungen
und späteren Mannes hauptsächlich im Bereich von Penis und Hoden
liegen, wobei beim Mädchen neben Vagina und inneren Gebäranlagen auch die Brüste heranreifen müssen.
[SyKo]
» Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb