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Adoption und Partnerschaft

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Adoption-schwere Zeit für die Partnerschaft

Ein Paar, das sich für eine Adoption entscheidet, macht sich bereit einen langen, manchmal schweren Weg zu gehen. Einerseits leiden die Partner häufig noch unter einem gewissen "Unfähigkeitsgefühl" und suchen noch immer nach Antworten auf die Frage "Warum wir?".

Es braucht Zeit, die unerwünschte Kinderlosigkeit akzeptieren zu können und erst, wenn man sich sicher ist, das adoptierte Kind nicht als "Trostpflaster" oder "Ersatz" zu sehen, sollte man überhaupt erst Gedanken an eine Adoption zulassen.



Ganz wichtig ist dabei, dass beide Partner gleichermaßen den Wunsch zu einem Adoptivkind haben. Aus Liebe zum Partner halbherzig zuzustimmen belastet nicht nur die Partnerschaft, sondern kann später auch für das Kind sehr schwer werden.

Oft hört man von Paaren die sich nur kurz nach der Adoption eines Kindes trennten. Natürlich kann das vielfältige Gründe haben, doch oft ist ein einziger Punkt Schuld daran: Beide Partner haben sich als Paar aus den Augen verloren.

Der Weg zum Adoptivkind ist nicht einfach, ein mit Hürden gepflasterter Weg, den man gemeinsam viel leichter bewältigen kann als im Alleingang der Partner. Man sollte sich immer vor Augen halten, dass man das Kind gemeinsam möchte, gemeinsam großzuziehen gedenkt, gemeinsam lieben wird,...

Und dieses GEMEINSAM ist nur zu schaffen, wenn man sich gegenseitig nicht ausschließt. Merkt man, der Partner ist an manchen Punkten überfordert, braucht eine Auszeit vom Thema Kind, dann heißt das nicht, dass er kein Kind möchte, sondern einfach durchatmen muss, um die Kraft zu haben den weiteren Weg zu schaffen.

Diese Auszeit kann man auch zusammen nehmen, sich wieder eine Zeit des Miteinanders gönnen und dann Hand in Hand weiter gehen. Sich gegenseitig zu disziplinieren und voran zu treiben ist dabei nicht förderlich für die Partnerschaft. So bildet sich nur immer mehr eine Kluft zwischen den Partnern, deren einzige Brücke noch der Weg der Adoption zu sein scheint.

Kaum sind sie dann Eltern merken sie schnell, dass sie sich das Familienleben ganz anders vorgestellt haben. Sie fragen sich, woher diese Kälte zwischen den Partnern kommt und geben häufig auf. Zurück bleibt ein Kind, dass nun doch nicht in der Familie aufwächst, die ihm versprochen wurde.

Daher sollte man das "Projekt" Adoption nur gemeinsam begehen oder gar nicht. Man sollte sich nicht aus den Augen verlieren, sich immer bewusst sein, wie wichtig der Partner für einen ist und vor allem sollte man sich gemeinsame Pausen nehmen, in dem man nur noch das liebende Paar ist. So kann man bereits vor der Adoption zu einer Familie zusammen wachsen und ein Nest für das Kind schaffen, das die Eltern als eine Einheit aufnehmen und gemeinsam behüten.

[SyKo]


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quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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