Nierensteine können während einer Schwangerschaft nicht einfach entfernt werden, da dies zu Komplikationen führen kann. Diese Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben. So können Nierensteine durch Stoffwechselstörungen oder Entzündungen entstehen oder aber auch genetische Ursachen haben. In vielen Fällen bleibt der Grund aber unbekannt. Daher gibt es auch kaum Möglichkeiten, Nierensteine in der Schwangerschaft zu verhindern.
Was der Bildung von Nierensteinen entgegenwirken kann, ist regelmäßiges Trinken. Schwangeren Frauen wird empfohlen, drei bis vier Liter pro Tag zu trinken. Außerdem ist es ratsam, die Nieren auch vor der Schwangerschaft schon einer Ultraschalluntersuchung zu unterziehen. Nur so kann der Arzt bei einer Schwangeren wirklich feststellen, ob eine normale Anstauung oder eine therapiebedürftige Veränderung der Niere vorliegt.
Wenn Nierensteine während der Schwangerschaft auftreten, kann es zu einer Verstopfung des Harnleiters kommen. Dies führt zu kolikartigen Beschwerden und einer Nierenstauung. Diese Beschwerden sind sehr schmerzhaft und können sogar eine Frühgeburt auslösen. Um die Schwangerschaft nicht zu gefährden, sollten Nierensteine während der Schwangerschaft daher auf jeden Fall therapiert werden. Da eine Entfernung der Nierensteine im Zuge einer Operation während einer Schwangerschaft nicht möglich ist, wird die Niere abgeleitet. Dies ist eine nützliche Übergangslösung, um die Geburt abzuwarten und den Nierenstein nach dem Ende der Schwangerschaft zu entfernen. Dabei wird ein dünner Schlauch zwischen Niere und Blase oder direkt in die Niere eingelegt. So wird der Urin abgeleitet und einer Verstopfung des Harnleiters entgegengewirkt.
In diesem Video erklärt der Urologe Dr. Jörg Neymeyer, wie Nierensteine während der Schwangerschaft therapiert werden und die speziellen Schläuche für Schwangere an der Niere angesetzt werden.