Doch wie entsteht Mobbing im Internet? Um das herauszufinden, sollte man sich zunächst in der Schule und im Bekanntenkreis des Kindes umschauen. Denn: In den meisten Fällen (außer in einem Sonderfall wie beim „Grooming“) kennen sich Opfer und Täter auch im realen Leben. Beschränkte sich Mobbing jedoch früher auf die Schule, lässt der virtuelle Raum den Opfern von Mobbing-Attacken heute meist keinerlei Rückzugsmöglichkeit mehr. Angriffe, die schriftlich oder bildlich im Internet fixiert werden, können rund um die Uhr erfolgen. Im Gegensatz zu reinen Verbalattacken bleiben diese bestehen und ziehen die Aufmerksamkeit eines Publikums von wesentlich größerem Ausmaß auf sich, als dies früher der Fall war. Fand Mobbing früher nur innerhalb der Klasse statt, können potenzielle Opfer heute schnell in der ganzen Schule bekannt sein.
Informationen im Internet lassen sich nach ihrer Veröffentlichung kaum noch kontrollieren und können beliebig vervielfältigt und weiterverbreitet werden. Auch ein Schulwechsel hilft häufig nicht mehr, da Verleumdungen und Gerüchte über Netzwerke wie SchülerVZ schnell auch zu Schülern anderer Schulen gelangen. Durch die scheinbare Anonymität des Internets, in dem sich Leute hinter Nicknames und gefälschten Identitäten verstecken können, kann das Opfer die Täter nicht immer klar identifizieren und fühlt sich hierdurch noch stärker verunsichert und bedroht.
Dabei gilt: Cyber-Mobbing kann jeden treffen! Zwar sind Außenseiter und unbeliebte Schüler wie auch beim konventionellen Mobbing bevorzugte Opfer. Doch auch Jugendliche, die eigentlich beliebt sind, können Cyber-Mobbing ausgesetzt sein. Gründe hierfür liegen oftmals in zerbrochenen Freundschaften oder Beziehungen der Teenager, die zu virtuellen Racheakten Anlass geben. Auch interne Differenzen innerhalb einer Klassengemeinschaft, zum Beispiel durch verschiedene Migrationshintergründe der Schüler, werden gerne im Online-Bereich fortgesetzt. In vielen Fällen werden heute auch Lehrer zu Opfern von Internet-Hetzkampagnen größeren Umfangs. Mobbing dient der vermeintlichen Machtdemonstration, Mobber sehen sich durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe in ihrem Verhalten bestätigt. Viele Mobber sind daher Mitläufer, die selbst Angst vor Ausgrenzung haben und ihre Gruppenzugehörigkeit demonstrieren, indem sie sich an Mobbing-Aktionen beteiligen.Grundsätzlich gilt: Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Cyber-Mobbing wird gesetzlich noch nicht direkt bestraft. Jedoch bieten verschiedene Cyber-Mobbing-Handlungen die Möglichkeit, rechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Wird ein Kind im Internet Opfer von Angriffen und Verleumdungen, die das Persönlichkeitsrecht verletzen, kann dies bei einer Anzeige für die Täter rechtliche Konsequenzen haben. Sind diese jünger als 14 Jahre alt, können deren Eltern wegen Verletzung ihrer Aufsichtspflicht belangt werden. Fortdauernde Belästigungen per SMS oder E-Mail können gegen das Anti-Stalking-Gesetz verstoßen.
http://www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/
Seite der österreichischen Informations- und Koordinierungsstelle Saferinternet.at, die nützliche Tipps und Hilfestellung zum Thema Cyber-Mobbing gibt.
http://www.elternet.ch/ Schweizer Internet-Seite, die Eltern bei der Medienerziehung unterstützt.[BS]Hilfe und Informationen zum Thema Cyber-Mobbing finden Eltern auch auf folgenden Websites:
EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz
http://www.saferinternet.at/themen/cyber-mobbing/
Seite der österreichischen Informations- und Koordinierungsstelle Saferinternet.at, die nützliche Tipps und Hilfestellung zum Thema Cyber-Mobbing gibt.
Schweizer Internet-Seite, die Eltern bei der Medienerziehung unterstützt.
| Benutzername |
Passwort |
|
