Viele Eltern plagen sich täglich mit der Tatsache ab, dass ihr Kind kein Gemüse isst. Jede noch so liebevoll zubereitete Speise wird abgelehnt, wenn in ihr ein Stück Karotte oder Zucchini zu finden ist. Leider schmecken viele Gemüsesorten bitter und Kinder lehnen von Natur aus den bitteren Geschmack ab. Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen. Auch Kinder können Gemüse lieben lernen, es muss nur entsprechend angeboten und ‚vermarktet’ werden. Wenn das Untermogeln und kindgerechte Zubereiten nicht funktioniert, können eine Gemüseparty oder Gemüsegeschichten das Gemüse interessant machen.
6 Strategien, mit denen Kinder zu Gemüseessern werden
1. Untermogeln: in Suppen, Saucen und Drinks lässt sich püriertes Gemüse verstecken. Zum Beispiel Kürbis, Möhren oder Zucchini schmecken wunderbar saftig in Muffins oder im Kuchen. Frisch pürierter Gemüsesaft mit Obstsaft gemischt ist bei fast allen Kindern sehr beliebt.
2. Geduld haben: Kinder brauchen bis zu 20 Wiederholungen, bis sie sich an einen neuen Geschmack gewöhnt haben.
3. Kindgerechte Zubereitung: kleine Stücke schneiden, kleine Portionen anbieten, Gesichter reinschneiden, rohe Gemüsesticks anbieten, farbenfroh servieren. Zum Beispiel Cremesuppen in verschiedenen Farben zubereiten: Möhren/Kürbis wird orange, Erbsen/Brokkoli wird grün, Kartoffeln/Blumenkohl wird weiß.
4. In Gesellschaft essen: Gemüse mit Vorbildern zusammen essen; im Kindergarten und in der Schule Gemüse essen; eine Gemüseparty mit den besten Freunden machen; als Elternteil mit Freude Gemüse mitessen.
5. Mit der Phantasie spielen: Gemüsegeschichten erfinden und diese aufmalen (z.B. Was hat die Karotte alles erlebt, bis sie soviel Vitamine bekommen hat?); die Kinder Namen für das Gemüse finden lassen; Kasperletheater mit Gemüsegeschichten.
6. Gemüsewissen vermitteln: wo und wie wächst das Gemüse; selbst Gemüse anbauen (z.B. kann Kresse in jeder Wohnung am Fensterbrett wachsen); Vitamine im Gemüse kennen lernen und deren Wirkung auf die Gesundheit (z.B. Vitamin A in der Karotte für die Augen und Vitamin C im Brokkoli für starke Abwehrkräfte).
Gemüse essen, weil es gesund ist?
Das Argument „essen, weil es gesund ist“ sollte von den Eltern nicht eingesetzt werden. Im Prinzip sind alle Speisen gesund, denn ungesundes Essen darf am Markt nicht angeboten werden. Bei allen Speisen kommt es auf die gegessene Menge an. Für Kinder gibt es kaum einen Zusammenhang zwischen Essen und Gesundheit. Schließlich hat der Verzehr einer Speise keine gleich folgende gesundheitliche Konsequenz.
Wenn Kinder immer wieder gezwungen werden, sogenannte gesunde Speisen zu essen, wird Essen mit Druck, Verzicht oder schlechtem Geschmack in Verbindung gebracht. Eltern sollten Freude beim Essen von Gemüse vorleben und so ein nachahmenswertes Vorbild für die Kinder sein. Denn Gemüse essen sollte dem Kind Spaß machen und kein Zwang sein.
Für besonders hartnäckige Gemüseverweigerer
Wenn das Kind nach wie vor Gemüse verweigern sollte, können Vitamine auch über andere Nahrungsmittelgruppen zugeführt werden. In diesem Fall sollte das Kind häufig Vollkornprodukte, Milchprodukte ohne Zuckerzusatz, Nüsse und Samen, Eier, Fisch, Pflanzenöle, Obst und reine Fruchtsäfte sowie Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Kichererbsen) essen. Fertiggerichte, Fast Food und Süßigkeiten sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen.

Es gibt viele Gründe, warum Kinder mal essen und mal nicht, bestimmte Lebensmittel von sich aus verweigern. Dies sollte respektiert werden. Wir essen schließlich auch nicht alles, oder? Dr. Carlos Gonzalez (Kinderarzt und selbst Vater) hat über das Essen ein super Buch geschrieben: "Mein Kind will nicht essen" (La Leche Liga Verlag) In diesem Buch werden viele Aspekte aufgezeigt, die beachtet werden sollten. Unter anderem der Wachstum & Lebensmittelunverträglichkeiten. Er zeigt auch, dass sich viele Mütter den "Stress mit dem Essen" ersparen könnten, wenn sie einfach auf ihr Kind hören würden. Kinder wissen von allein (wenn Ihr Essverhalten nicht gestört wird), was und wieviel sie essen können. Dieses Buch ist ein "MUSS" in jedem Bücherregal. Meine Kinder lieben Gemüse und gesunde Sachen. Ohne Stress und Druck. Wichtig aber, die Eltern müssen es auch vorleben (wollen). LG