Von Slips und anderer Mode

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Höschen...?
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Höschen...?

Aber bitte, die Marketingabteilung wird sich was dabei gedacht haben. Sicher irgendwas in der Richtung “Schmeicheln wir den Riesenhintern mit dem Wort ’Höschen’ und die kaufen uns blind auch den hässlichsten Fummel zu Höchstpreisen ab.” Und dann sehe ich vor meinem geistigen Auge einen armen Packer in der Versandabteilung, der einen Karton in der Größe eines Wäschekorbes auf seinen Buckel wuchtet, gebeugt, mit zittrigen Knien zur Verladerampe schlürft und sie dort dem Zusteller mit den Worten: “Das sind die 12 Höschen für Moppelchen” übergibt.
Nun geht gar nichts mehr, der Lachflash dauert etwa 20 Minuten an und nach eineinhalb Flaschen Mineralwasser, die nötig sind, um meinen Flüssigkeitsverlust der Lachtränen wieder auszugleichen, bin ich bereit, weiter im Internet zu stöbern. Inzwischen bin ich also auf den XXL-Modeseiten und klicke bebend vom unterdrückten Gekicher auf HÖSCHEN. Prompt öffnen sich die Pforten meines Unterwäscheparadieses, denn vor mir tummeln sich in lockerer Fröhlichkeit sicher dreißig oder vierzig verschiedene Sorten Jazzpants, die alle nur darauf warten, von mir adoptiert und zur Verhüllung meines höchst privaten Reichstags gekauft zu werden.
Die Demoralisierung folgt auf den Fuß, denn nach dem sechsten Paar HÖSCHEN steht fest, dass ich auch hier keine bekomme. Nicht, weil es meine Größe nicht gäbe, nein, theoretisch sollte sie erhältlich sein. Nur ausgerechnet, wenn ich einkaufen will, sind sie alle ausverkauft. Naja, so ganz richtig ist das ja nun auch wieder nicht, denn in einer Größe gibt es sie schließlich noch: 34/36!!! Dafür würde ich problemlos Strings ergattern können. In meiner und jeder beliebigen höheren Größe. Sogar so groß, das würde ich so ein Teil auf die Wäscheleine hängen, die Nachbarn annehmen müssten, ich hätte einen neuen Freilauf für unseren Hund gebaut.

Fassen wir also zusammen, dass meine Jazzpants im XXL-Modeshop nur in Größen zu bekommen sind, die sogar von L weiter entfernt sind als die Erde vom Mond. Dafür aber bekomme ich modellierte Strippen, die in den endlosen Weiten meiner Bauch- und Gesäßfalten verschwinden würden, dass ich nie genau wüsste, ob ich überhaupt einen Slip anhabe. Der Moment scheint mir gerade günstig, einen Selbsttherapieversuch zu starten und ein wenig bei den Tuniken herumzustöbern, bevor ich einen HÖSCHEN-Wutanfall bekomme.

Und schon klingt der Gong für die nächste Runde, denn bereits auf der ersten Tunikaseite steht das große Fragezeichen über meinem Kopf “Welcher Komiker hat eigentlich das Gerücht in die Welt gesetzt, dass Vollweiber unbedingt überdimensionale Monsterblumen auf ihren Oberteilen wünschen?”
[SyKo]

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