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Kolostrum – Die erste Impfung für das Baby

Stillen
Vormilch als erste Impfung

Der Schutz gegen Infektionen gehört zu den wichtigsten Vorteilen der Muttermilchernährung. Nach der Entbindung wird das Baby auf den Bauch der Mutter gelegt, es sucht nach der Brust und fängt an zu trinken. Es ist noch schwach und erschöpft, deshalb trinkt es in den ersten Stunden und Tagen nach Augenmaß noch nicht viel von der Vormilch, auch dann nicht, wenn es oft angelegt wird. Deshalb wird die Bedeutung dieser Vormilch (Kolostrum) oft unterschätzt.



Dabei ist das Kolostrum besonders reich an Immunstoffen. Es enthält Immunzellen, wichtige Hormone, Enzyme, die das Wachstum fördern und das Baby vor Krankheiten schützen. Nur ein einziger Milliliter Kolostrum enthält mehr als vier Millionen lebendige Zellen! Deshalb bedeutet das erste kleine Nuckeln an Mamas Brust viel mehr als „nur“ eine erste Bindung oder körperliche Zuneigung. Es ist sozusagen Babys erste Impfung. 

Diese erste Impfung ist sehr wichtig für das Baby, da es aus einer sterilen Umgebung (aus der Gebärmutter) kommt und erst in der Außenwelt Bakterien und anderen Keimen ausgesetzt wird. Gleich wenn es auf dem Bauch der Mutter liegt, wird es mit einer Unmenge von Keimen konfrontiert. Aber da sich diese auf dem Körper der Mutter befinden, hat die Mutter bereits Immunstoffe gegen diese Keime entwickelt. Diese Immunstoffe werden dem Baby durch seine allererste Mahlzeit noch im Kreissaal sofort weitergegeben. 

Im Kolostrum befinden sich in großen Mengen auch sogenannte Immunoglobuline. Diese bilden im Darmtrakt des Babys eine Schutzschicht, die verhindert, dass Keime durch die Darmwände in den Körper gelangen. Zusätzlich wird der Darmtrakt des Neugeborenen mit Milchsäurebakterien bevölkert. Dies kann durch den Milchzucker,- und Bifidusinhalt der Muttermilch entstehen.

Die Fütterung von Babymilch, gezuckertem Wasser oder anderen fremden Stoffen stören in den ersten Tagen diesen Vorgang und sind dadurch eher schlecht als nützlich. Da die eigenen Immunstoffe des Babys sich erst zwischen der vierten und sechsten Lebenswoche bilden, ist für das Baby bis dahin jede Brustmahlzeit von großer Bedeutung

Das Eiweiß Laktoferrin, das sich auch in der Muttermilch befindet, ist ebenfalls sehr wichtig, da es Eisen bindet. Dadurch verhindert es, dass sich gefährliche Bakterien vermehren, die dafür Eisen benötigen würden. Das ist einer der Hauptgründe, warum Mütter durch das Stillen ihre Kinder vor Magen,- und Darminfektionen relativ gut schützen können. 

Die Schutzfunktion der Muttermilch wirkt sich scheinbar längerfristig aus. Es wurde beobachtet, dass bei Erwachsenen, die als Babys mindestens vier Monate lang voll gestillt wurden, die Häufigkeit von Diabetes, Fettleibigkeit und Herz,-Kreislaufskrankheiten wesentlich geringer ist. Die genauere Ursachen dafür wurden bisher zwar noch nicht geklärt, aber man geht davon aus, dass es damit zusammenhängt, dass die Muttermilchernährung in der Entwicklung des Immunsystems einen generellen Vorsprung gewährleistet.

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Kommentare

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oh ja des stimmt

von dani76764 am 17.09.2009 23:13


quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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