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Kinderlähmung bei Kindern



Kinderlähmung  bei Kindern
Foto: mamiweb.de
Kinderlähmung bei Kindern
Allgemein

Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz: Polio) ist eine Virenerkrankung. Die Ansteckung mit dem Polio-Virus erfolgt über Tröpfcheninfektion, durch verunreinigte Nahrung, verschmutztes Wasser oder den Kontakt mit verseuchten Fäkalien. Oft verläuft Polio ähnlich wie eine Grippe, werden jedoch Zellen des Rückenmarks von dem Virus befallen, so kann der Erkrankte dauerhaft gelähmt bleiben. In seltenen Fällen führt das Virus auch zum Tode. In Deutschland gibt es eine Schluckimpfung, um Kinderlähmung zu vermeiden. Daher kommt die Erkrankung hierzulande nur sehr selten vor und außer in Afrika und Teilen Asiens gilt Polio durch konsequente Impfprogramme als ausgerottet. In Ländern, denen es an Impfungen und geeigneten Hygiene-Vorschriften fehlt, tritt Kinderlähmung häufiger auf. Von dort kann Polio jederzeit nach Mitteleuropa eingeschleppt werden.


Ursachen

Die Erkrankung kann nach Ansteckung innerhalb kurzer Zeit ausbrechen, da die Inkubationszeit nur etwa 36 Stunden beträgt, wobei der Erreger drei bis sechs Wochen weiter gegeben werden kann. Eine Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) oder fäkal-oral. Das heißt, das erkrankte Kind scheidet den Erreger aus, dieser gelangt in die Nahrung und wird so wieder aufgenommen. Daher besteht auch beim Windelwechseln für die Eltern die Möglichkeit, sich anzustecken. Auch bei der Zubereitung des Essens ist besondere Vorsicht geboten. 
 
Symptome

Der Verlauf von Polio kann sich in zwei Phasen gliedern.

Symptome der 1. Phase (sechs bis neun Tage nach Ansteckung):
  • Fieber
  • Halsweh und Schluckbeschwerden
  • Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
(insgesamt Grippe-ähnliche Symptome). Meist klingt die Erkrankung nach dieser Phase ab. Bei einem bis zwei von 100 Menschen dringt der Polio-Erreger in das zentrale Nervensystem ein und verursacht beim Kind eine Hirnhautentzündung, die zu Muskellähmung führen kann. Der Virus führt dabei zu einer Entzündung der grauen Rückenmarkssubstanz, die für die Steuerung der Bewegung der Gliedmaßen zuständig sind. 
Symptome der 2. Phase (nach rund einer Woche ohne Beschwerden):
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • steifer Nacken
  • Rückenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • schlaffe, asymmetrische Lähmung, hauptsächlich an den Beinen, zunehmender Muskelschwund an den Beinen, Versteifungen des Beins, Verkürzungen des Beins
 
Therapie

Das Polio-Virus kann nicht bekämpft werden, wohl aber die auftretenden Symptome. Strenge Bettruhe ist für das erkrankte Kind das Wichtigste, wobei eine Behandlung zu Hause erfolgen kann, solange keine Lähmungserscheinungen auftreten. Ist dies der Fall, muss das Kind im Krankenhaus unter Beobachtung gestellt werden, da auch Schluck- und Atemlähmung auftreten können. Hier werden nach der Genesung auch physiotherapeutische Maßnahmen eingeleitet, um Spätfolgen zu vermindern.

Vorsorge

Eine Impfung ist die einzige vorbeugende Maßnahme, um der Kinderlähmung entgegen zu wirken. Früher gab es dafür die so genannte Schluckimpfung, seit 1998 hat sich jedoch eine verbesserte Impf-Form durchgesetzt, die per Spritze erfolgt.
Die Polio-Impfung zählt zu den Standard-Impfungen und wird erstmals im Alter von zwei Monaten gespritzt. Die nächste Impfung erfolgt dann vier bis acht Wochen später und die dritte Impfung folgt nach weiteren 6 bis 12 Monaten. Auch eine Kombinations-Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Keuchhusten, Hepatitis B und Hib ist möglich. Die Polio-Impfung darf frühestens nach fünf Jahren aufgefrischt werden.



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