Kinderarmut in Deutschland

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Fehlt in der Familie das Geld, bekommen das auch die Kinder zu spüren.
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Fehlt in der Familie das Geld, bekommen das auch die Kinder zu spüren.

Wenn in Familien das Geld fehlt

Etwa zwei Millionen Minderjährige leben in Deutschland in Familien, die ganz oder teilweise auf Einkommensaufstockung durch den Staat angewiesen sind, um damit ein Einkommen nach dem sozialen Mindestsatz zu erhalten.

Dabei handelt es sich keineswegs nur um Kinder, deren Eltern Bildungsdefizite haben oder gar zu faul sind, um arbeiten zu gehen. Diese Klischees sind längst überholt, auch wenn sich, beim Thema "Kinderarmut" beinahe automatisch zuerst solche Bilder in die Köpfe der Menschen schieben.

Kinderarmut: Große regionale Unterschiede

Es gibt regionale Unterschiede, wie hoch die Zahlen von Familien sind, die auf bezuschussende Sozialleistungen angewiesen sind. Gebiete mit einem höheren Wirtschaftswachstum haben niedrigere Arbeitslosenquoten und höhere Durchschnittseinkommen. Entsprechend steigt die Zahl derjenigen, die auch ihre Familie eigenständig voll unterhalten können.

Genau gegensätzlich sieht es in Regionen aus, die sich wirtschaftlich eher auf eine Talfahrt begeben. Hohe Arbeitslosenquoten und vergleichsweise niedrige Durchschnittseinkommen zwingen Familien zunehmend, bezuschussende Leistungen beantragen zu müssen. Unabhängig von der Höhe der Sozialleistungen, haben all diese Familien etwas gemeinsam: Sie leben am Rande der Mindesteinkommensgrenzen.Das allein macht es im Alltag bereits schwierig.

Beim Thema Geschenke wird es kritisch

Schlimm und psychisch belastend sind die Einkommensverhältnisse für Eltern betroffener Familien allerdings ganz besonders zu Geburtstagen und Weihnachten. Eben dann, wenn die finanziell sehr eingeschränkten Verhältnisse überdeutlich zeigen, dass sie nicht mit dem Durchschnitt mithalten können.

Lesetipp: Wenn Du wissen möchtest, wie das Weihnachtsfest auch ohne viel Geld wunderschön werden kann, lies hier: Weihnachtsangebote für sozial schwache Familien.

Zeig mir, was Du hast und ich sag Dir, wer Du bist!

Ein Motto, das gerade in Bezug auf Kinderarmut in Deutschland besonders an Feiertagen wie Weihnachten deutlich wird. Familien mit niedrigerem Einkommen, können ihren Kindern meist nur eingeschränkt Wünsche erfüllen.

Vor allem, wenn diese Wünsche sich auf Geschenke beziehen, die das Budget sprengen. Die Eltern versuchen meist irgendwo zu sparen, um mehr Geld für Geschenke ausgeben zu können. Ihre Kinder sollen nicht zu sehr unter dem geringen Einkommen leiden.

"Geschenkevergleich" für viele Kinder unangenehm

Und doch zeichnen sich, trotz der größten Bemühungen, immer wieder deutliche Unterschiede auf, die Kinder sozial schwächerer Familien zu Außenseitern machen. Spätestens nach Weihnachten, wenn die Kinder sich in den Schulen austauschen, was sie an den Feiertagen an Geschenken bekommen haben, wird häufig verächtlich die Nase gerümpft, dass das Kind aus der Familie mit bezuschussender Leistung weniger bekommen hat.

Armut macht also in einer Gesellschaft, die sich doch allgemein rühmt, ein gutes Sozialverhalten zu haben und sich für Schwächere einzusetzen, zum Außenseiter.

Wie kann man Kinder vor Ausgrenzung schützen?

Die Antwort auf diese Frage kann eigentlich nur die Gesellschaft als Ganze geben und behandeln. Wir erziehen unsere Kinder oft zum Konsumdenken, richten ihr Augenmerk auf Markenwaren und vermitteln ihnen, dass alles, was teuer ist, gut sein muss.

Das geschieht oft nicht einmal bewusst, sondern fast wie in einem Kreislauf. Um das eigene Kind nicht auszugrenzen, kauft man selbst bestimmte Marken. Die Kinder werden also automatisch in ein "Mithalten müssen" eingebunden.

In einer Gesellschaft, in der Sparsamkeit ein Ausdruck von gelebter Armut ist, mit der man nicht in Berührung kommen möchte, gibt es langfristig kaum eine Chance auf Integration von Kindern einkommensschwacher Familien. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der Kinder.

Der Fokus liegt zu oft auf Konsum

"Du hast nichts, Du bist nichts", ist dabei ein Ausspruch, den die Gesellschaft teilweise, wenn auch nicht beabsichtigt, lebt. Wie sonst erklärt sich, dass von Kindern einkommensschwächerer Familien bereits in der Schule oft keine besonderen Leistungen erwartet werden?

Integration von Armut in unsere Gesellschaft, bedeutet, dieser den Kampf anzusagen. Beziehen wir ärmere Kinder voll mit ein, stellen die gleichen Erwartungen an sie und schrauben unsere eigenen Kämpfe, im sozialen Status mithalten zu können, etwas herunter, wäre langfristig zumindest psychosozial ein Grundstein gelegt, der Kinderarmut entgegen zu wirken. Denn starke Kinder, werden auch zu starken Erwachsenen.

[SyKo]

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