Laut JIM-Studie des
Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest hatten bereits 88 Prozent
der 12- bis 13-jährigen im Jahr 2009 ein eigenes Handy. Auch die
Zahlen der 6- bis 11-jährigen mit einem Mobiltelefon sind weiter im Steigen.
Ab wann Kinder ein eigenes Handy haben sollten, ist dabei
umstritten. Prinzipiell brauchen Grundschüler kein eigenes
Mobiltelefon. Da manche Eltern sich aber sicherer fühlen, wenn ihre
Kinder auf dem Schulweg oder Spielplatz ein Handy dabei haben,
können
spezielle Notfallhandys sinnvoll
sein. Diese verfügen über eine Notruftaste und meist auch eine
eingebaute Ortungsfunktion, mit der im Notfall der Aufenthaltsort des
Kindes schnell bestimmt werden kann. Außerdem lässt sich bei diesen Geräten die Zahl der Rufnummern beschränken. So kann sichergestellt werden, dass das Handy tatsächlich nur im Notfall verwendet wird.
Etwa ab der 5.
Klasse werden Handys für Kinder allerdings immer wichtiger. Denn es ist denkbar, dass sich das Kind ohne Handy bei Freunden oder in der Schule zunehmend als Außenseiter fühlt. Eltern müssen dann selbst
entscheiden, ob und wann sie dem Wunsch nachgeben wollen.
Vermutlich
wird das Kind selbst bestimmte Vorstellungen davon haben, was für Funktionen das Handy - neben Telefonieren und SMS versenden - haben
sollte. Viele Handys können heute Fotos und Videos machen und diese
per MMS versenden, auch ein eingebauter MP3-Player zum Musik Hören ist bei Kindern und Jugendlichen beliebt.
Grundsätzlich gilt
jedoch, dass Jugendliche nicht jeden Handy-Trend mitmachen müssen.
So verringern zum Beispiel überflüssige Fernseh- oder
Hörfunkfunktionen die elterliche Kontrolle über die Mediennutzung
des Kindes und sorgen zudem für zusätzliche Kosten und Diskussionen. Auch
die Möglichkeit, sich per Handy ins Internet einzuwählen oder über
die Bluetooth-Schnittstelle Videos zu versenden oder zu empfangen, kann in diesem Zusammenhang für viel Ärger sorgen. Ein Modell ohne
Bluetooth ist daher besser für Kinder geeignet. Damit das
Handy nicht zum Surfen im Internet verwendet werden kann, genügt es,
die Zugangsdaten aus den Interneteinstellungen des Geräts zu
löschen.
Beim Kauf bietet sich oft
ein
gebrauchtes Handymodell an, das nicht nur billiger ist, sondern
auch Diebstahl weniger attraktiv macht. Im Zweifelsfall sollte bei
der Auswahl zudem nicht Schönheit, sondern eine robuste Oberfläche,
die auch Stürze überstehen kann,
ausschlaggebend sein. Das Sperren teurer 0900- und 0137-Nummern sowie
des Internet-Zugangs besonders bei jüngeren Kindern ist sinnvoll, um unangenehme Kostenfallen zu vermeiden. Eine Prepaid-Karte
mit einem festen monatlichen Guthaben hilft dabei die Kosten zu kontrollieren.
Manche Anbieter haben aber auch
spezielle Kinder-Tarife im Angebot, die
oftmals günstiger sind, wenn ein Elternteil bereits bei
einem bestimmten Anbieter einen Vertrag hat. In diesen kann das Kind dann mit
einem Partner-Vertrag eingebunden werden. Bei vielen Anbietern können
Eltern zudem regelmäßig online die Handyrechnung ihrer Kinder
überprüfen, um explodierende Kosten rechtzeitig zu erkennen.
Leicht in die
Kostenfalle können Jugendliche auch mit angesagten Klingeltönen,
Logos oder Spielen fürs Handy tappen, die ein lukratives Geschäft für die Anbieter sind. Trotz der Vorschriften zur verbesserten Kennzeichnung von Kosten
verbirgt sich hinter so manchem per SMS georderten Klingelton
eigentlich ein Abo, das dann mit laufenden Abbuchungen die
Rechnung sprengt. Es ist daher wichtig, mit dem Kind über diese Gefahren zu reden und gemeinsam Alternativen zu suchen: Auf manchen Internet-Seiten
kann man Klingeltöne auch gratis downloaden oder selbst basteln.
Kostenpflichtige Flirt-Lines, bei denen professionelle Chatter
Jugendliche zum Antworten animieren, können ebenfalls richtig teuer werden. Das Kind sollte daher unbedingt wissen, dass es auf Nachrichten
mit unbekanntem Absender nicht antworten darf.
Taucht auf der
Handy-Rechnung trotz allem ein unliebsamer Anbieter auf, reicht es
oft, auf die Internetseite zu surfen und die betreffende
Telefonnummer zu sperren.