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Kawasaki Syndrom bei Kindern
Allgemein
Das Kawasaki Syndrom, auch mukokutanes Lymphknoten-Syndrom (MCLS) genannt, ist eine entzündliche Erkrankung, die die Blutgefäße und manchmal auch die Organe betrifft. Hauptsächlich erkranken Kinder zwischen zwei und fünf Jahren, wobei Jungen doppelt so häufig betroffen sind als Mädchen. Benannt wurde das Kawasaki-Syndrom nach einem japanischen Arzt, der die Krankheit im Jahre 1967 entdeckte. Im asiatischen Raum und in den USA tritt Kawasaki häufiger auf als in Deutschland. Hier sind nur etwa neun von 100.000 Kindern betroffen.
Ursachen
Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Man vermutet, dass Toxine produzierende Bakterien die körpereigene Abwehr angreifen und dadurch die Beschwerden des Kawasaki-Syndroms verursacht werden. Auch das Epstein-Barr-Virus könnte eine Rolle spielen. Durch die Tatsache, dass die Erkrankung überwiegend im asiatischen Raum auftritt, könnten auch genetische Faktoren für den Ausbruch der Krankheit mitverantwortlich sein. Allerdings gibt es bisher keine wissenschaftlich erprobten Beweise.
Symptome
Zu den möglichen Symptomen zählen:
- Hohes Fieber, das fünf bis zehn Tage anhält und durch Antibiotika nicht gesenkt werden kann
- Beidseitige Bindehautentzündung (rötliche Augen)
- Rachen und Zunge sind gerötet
- Lippen sind geschwollen, entzündet, rissig
- Himbeerzunge (wie bei Scharlach)
- Geschwollene Lymphknoten im Schulter-/Nackenbereich
- Mundschleimhaut ist gerötet und geschwollen
- Fleckige Rötung hauptsächlich an den Handflächen, auch an der Fußsohle möglich
- Hautausschlag am ganzen Körper
- Haut an Fingern/Zehen schuppt und löst sich ab
Auch Organe können betroffen sein:
- Erbrechen, Durchfall, Bauchweh
- Entzündung der Hirnhaut (Kopfweh, Rückenweh, Nackenstarre, Bewusstseinseintrübung)
- Schwellung von Milz und Leber
- Selten: Probleme mit der Galle
- Im schlimmsten Fall droht ein Herzinfarkt
Therapie
Eine frühzeitige Therapie ist wichtig, um Herzprobleme zu vermeiden. Das Kind wird im Krankenhaus mit Immunglobulinen versorgt, die über die Venen verabreicht werden. Bis das Fieber gesenkt ist, wird zudem Acetylsalicylsäure (in Aspirin) gegeben. Dieses Mittel wirkt Blut-verdünnend, so dass dem erhöhten Herzinfarkt-Risiko vorgebeugt werden kann. Um Thrombosen (Blutgerinnsel) zu vermeiden, sollte der Acetylsalicylsäure in geringen Dosen auch nach Abklang noch sechs weitere Wochen eingenommen werden. Als Schmerzmittel können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR, wie Ibuprofen) verordnet werden. Die Heilungschancen des Kawasaki-Syndroms liegen allgemein sehr gut, allerdings können ein Prozent der erkrankten Kinder sterben. Hauptauslöser ist dabei der Herzinfarkt.
Eine Vorsorge ist nicht möglich. Doch je früher das Kawasaki-Syndrom behandelt wird, desto eher können Symptome reduziert oder ihnen vorgebeugt werden.