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Karneval, Fasnacht oder Fasching?

Weiberfastnacht
Weiberfastnacht

Jeder kennt diese Worte und weiß sofort, was gemeint ist: Die Zeit des närrischen Treibens. Maskierte und Kostümierte, die ausgelassen über mehrere Tage feiern bis mit dem Aschermittwoch schlagartig alle Festivitäten vorbei sind. Auch wenn es regionale Unterschiede gibt, Karneval zu feiern und auch die Bezeichnungen für diese besondere Zeit variieren, ist doch immer das gleiche Fest gemeint. Doch woher stammen die verschiedenen Namen und was bedeuten sie?

Karneval:

Eine der ältesten Bezeichnungen ist "Karneval". Vermutlich hat man zwei ähnliche Begriffe, die beide auf die Festtage zutrafen, im Laufe der Zeit zu einem Namen zusammengefasst. Bereits vor der Christianisierung wurde im heutigen Deutschland (vor allem in Köln) unter vorrangig römischen Einflüssen das Fest der Narrentage gefeiert. Dabei wurde in einem Festumzug ein Schiff durch die Straßen gezogen, das man als "carrus navalis" bezeichnete. Später wurde aus dem Schiff ein Wagen, jedoch blieb die Bezeichnung "carrus navalis" für die Gefährte im Umzugstross noch lange erhalten. Mit der Christianisierung und Verlegung der Feierlichkeiten auf die Tage vor Beginn der Fastenzeit kam ein neuer Name hinzu. Da zur Zeit des Fastens für Wochen unter anderem kein Fleisch gegessen werden durfte, speiste man während des Karnevals umso mehr davon. Man nahm sozusagen Abschied vom Fleisch, was auf lateinisch "carne vale" heißt. So entwickelte sich im Laufe der Zeit aus den Begriffen "carrus navalis" und "carne vale" der uns heute geläufige Name "Karneval".

Fasnacht:

Auch Fastnacht genannt, ist ein recht junger Name für ein sehr altes Fest. Im Mittelalter wurde er immer populärer und bezeichnete anfangs die Nacht vor dem Fasten. Im Laufe vieler Jahre übertrug sich Fasnacht jedoch auf den gesamten Zeitraum der Feierlichkeiten von etwa einer Woche. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und zieht sich für einige Wochen bis Ostern. Man feierte also über mehrere Tage hin die letzte Nacht, die Fastnacht selbst, vor der Fastenzeit.

Fasching:

Auch Fasching ist ein nicht so alter Name für den Karneval. Erst ab etwa dem 13. Jahrhundert wurde er regelmäßig verwendet und bezeichnete eigentlich die Ausschank von Alkohol. Da während der langen Fastenzeit auch Alkohol verboten war, genoss man diesen letzten alkoholischen Trunk, den man "Vaschang" oder auch "Vaschanc" nannte, besonders. Fasching ist also eine Ableitung aus dem Namen des letzten alkoholischen Ausschanks vor dem Fasten.

Egal, welchen Namen man selbst für die bunte Narrenzeit bevorzugt, ist doch jeder auf seine Art richtig. Fasching und Fasnacht haben christliche Wurzeln, während die Bezeichnung Karneval wohl der älteste Name ist. Heute unterliegt der Karneval nicht mehr den strengen Regeln der Kirche, wodurch der „Vaschang“ weitestgehend in Vergessenheit geriet und auch nicht mehr viele Menschen die Nacht vor dem Fasten als letzte Gelegenheit zum ausgiebigen Schlemmen von Fleischgerichten nutzen. Die Namen an sich blieben jedoch erhalten und weisen auf eine fröhliche Zeit hin, in der Narren, Maskierte und Jecken ausgelassen feiern.

[SyKo]



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quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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