Kann Gesundes schädlich und Ungesundes nützlich sein?

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Was ist wirklich gesund und worauf sollte man verzichten?
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Was ist wirklich gesund und worauf sollte man verzichten?

Wir unterscheiden bei Nahrungs- und Heilmitteln meist allgemein zwischen bekanntermaßen gesund oder bekanntermaßen ungesund. Hören wir beispielsweise, dass ein Heilmittel aus einer Grundlage gewonnen wurde, die in der Rohform giftig ist, verwenden wir sie sicher kaum freiwillig. Doch kann Gesundes auch ungesund und sogar schädlich sein?

Bei unserer Ernährung trennen wir grundsätzlich zwischen 'gut' und 'schädlich'. Dabei hat unser Instinkt uns bereits vieles mit auf den Weg gegeben. So beispielsweise auch, dass wir breiige Nahrung intuitiv mit Skepsis betrachten, bis wir uns sicher sein können, woraus sie besteht. Das liegt daran, dass der Mensch breiig mit fauligen, matschigen Nahrungsmitteln assoziiert und nun zuerst erkennen muss, ob hier etwas Verdorbenes oder etwas Genießbares vor ihm steht. Ebenso geht es uns mit unbekannten roten Gemüsen und Früchten, genauso mit grünen. Rot ist eine Signalfarbe. Wir denken bei unbekannten roten Früchten nicht an süße, leckere Erdbeeren, sondern eher an die giftige Beeren von Ilex oder Eibe. Bei grünen Früchten ist es auch weniger der knackig, frische Salat, den unser Unterbewusstsein vor Augen hat, sondern eher die grüne, unreife Tomate oder grün gewordene Kartoffeln, die das in größerer Menge toxisch wirkende Glykoalkaloid Solanin in höherer Konzentration enthalten.

So schützt uns unser Instinkt zunächst einmal davor, leichtsinnig etwas zu essen, das uns schaden könnte. Wir prüfen und erkundigen uns und erst wenn wir sicher sind, dass von dem Nahrungsmittel kein Schaden ausgeht, essen wir es bedenkenlos.

Allerdings sagt uns unser Instinkt nicht alles. Es gibt Nahrungsmittel, die allgemein als gesund und lebensnotwendig gelten, in zu großer Menge jedoch schädlich wirken. Im Gegensatz dazu können Giftpflanzen, in geringer Konzentration und medizinisch aufbereitet, dem Körper helfen, anstatt ihm zu schaden. Ein Beispiel dafür ist ein Mittel, das in der Homöopathie häufig sogar bei Kleinkindern als Schmerz- und Fiebermittel empfohlen wird. Belladonna ist nichts anderes als Tollkirsche, die bekanntermaßen zu den Giftpflanzen gehört. Obwohl in Reinform schädlich, kann Belladonna als medizinisch aufbereiteter und in der Konzentration sehr stark verdünnter Bestandteil der Zuckerkügelchen kaum überdosiert, wenn man diese nicht gerade kiloweise zu sich nimmt.


Wichtige Stoffe und Nahrungsmittel

Im Gegensatz dazu stehen sehr wichtige, lebenserhaltende Stoffe und Nahrungsmittel, von denen wir immer dachten, dass man gar nicht zuviel davon zu sich nehmen kann. Doch nicht immer gilt die Regel "Je mehr, desto gesünder".
Das banalste Beispiel ist Wasser. Jeder Mensch sollte täglich mehrere Liter Wasser trinken. Unser Körper braucht es und es kann schnell lebensbedrohlich werden, wenn im Körper ein Flüssigkeitsmangel entsteht. Etwa 3 Liter Wasser am Tag sind empfehlenswert. Doch trinkt ein erwachsener Mensch innerhalb von 3 Stunden 5 Liter Wasser oder mehr, kann dies ebenfalls schädlich sein und schlimmstenfalls zum Tod führen. Denn durch die übermäßige Wasseraufnahme gerät der Natrium- und Elektrolythaushalt in ein massives Ungleichgewicht. Der Körper verfällt hierdurch in ein Notfallprogramm und stellt die Nierenfunktion teilweise bis ganz ein, um nicht noch mehr Salze zu verlieren. Schließlich sammelt sich sogar Wasser im Hirngewebe an. Daher ist besonders typisch für eine Wasservergiftung der starke Kopfschmerz. Gibt es akute Anzeichen für eine Wasservergiftung, sollte umgehend der Notarzt verständigt werden, der durch einen Tropf mit Elektrolyten und Kochsalz ein Gleichgewicht der Salze wieder herstellen kann.


Gifte Stoffe in Nahrungsmitteln

Giftig sind ebenfalls grüne Bohnen, wenn man sie roh verzehrt. Bereits 5-6 rohe, grüne Bohnen reichen aus, um ein Kind tödlich zu vergiften. Grund dafür ist das Lektin Phasin, ein Eiweiß, das sich im Körper an die Blutkörperchen bindet und für eine Verklumpung des Blutes sorgt. Da es sich außerdem an die Darmzotten bindet, stört es den gesamten Stoffwechsel. Erst durch mindestens 15-minütiges Kochen der rohen Bohnen wird das Phasin soweit zerstört, dass es keinen Schaden mehr anrichten kann.
Ebenfalls tödlich kann eine zu hohe Dosis frisch gemahlener Muskatnuss sein. Denn die ätherischen Öle der Muskatnuss enthalten eine hohe Konzentration Myristicin. Bereits 4 Gramm frisch gemahlene Muskatnuss können bei einem erwachsenen Menschen zu Halluzinationen und schließlich zum Tode führen. Geringe Dosen Muskatnuss hingegen wirken anregend. Beim Würzen mit frisch gemahlener Muskatnuss gilt daher die Regel „weniger ist mehr“.

Im täglichen, für uns normal gewordenen Umgang mit Lebensmitteln, ist uns oft nicht bewusst, wie schnell das sonst so Gute und Gesunde, in übermäßigen Mengen aufgenommen, zur möglicherweise tödlichen Waffe werden kann. Die Liste ist lang und reicht von Apfelkernen bis hin zu Safran. Auf die meisten dieser Nahrungsmittel mag man nicht verzichten und sollte es auch nicht tun. Ähnlich wie beim Beispiel Belladonna ist es jedoch die Menge und Art des Verzehrs, die bestimmt, ob etwas gut oder schlecht für uns ist. Mäßigkeit und Ausgewogenheit sind dabei das wichtigste und bei normalen Portionen besteht meist keine Gefahr. Plant man jedoch eine Schlemmerorgie, sollte man sich zuvor eingehend über mögliche Auswirkungen des Nahrungsmittels informieren.


[SyKo]

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