J2 – letzte Jugenduntersuchung mit 16 bis 18 Jahren

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Viele Jugendliche treiben zu wenig Sport
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Viele Jugendliche treiben zu wenig Sport

Die sogenannte J2, die für Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren empfohlen wird, ist die letzte Untersuchung im Jugendalter. Ihr Anspruch ist es, Gesundheitsvorsorge mit unterstützender Lebensberatung zu verbinden. Die J2 ist darüber hinaus die letzte Chance, sich vor dem Erwachsenenalter noch einmal gründlich durchchecken zu lassen.

Die Untersuchung wird bisher noch nicht von allen Krankenkassen übernommen, immer mehr Kassen honorieren jedoch inzwischen Eigenbemühungen zur Gesundheitsprävention mit Bonusprogrammen.

J2 - der Gesundheitscheck

Wie bereits bei der J1 werden auch bei der 2. Jugenduntersuchung Gehör und Sehvermögen sowie Haltungs- und Bewegungsapparat untersucht, um Fehlsichtigkeiten oder Haltungsschäden erkennen und behandeln zu können.
  • Zu der J2 gehört außerdem ein Ultraschall der Schilddrüse, um einer möglichen Kropfbildung rechtzeitig entgegen zu wirken. Aufgrund der immer häufiger schon bei Jugendlichen beobachteten Fälle gehört auch ein Diabetes-Test zum Gesundheitsprogramm. Sollten Allergien vorliegen oder durch die Untersuchung ein Allergieverdacht entstehen, ist es wichtig diesem nachzugehen.
  • Aufgabe der Untersuchung ist darüber hinaus, eventuelle Störungen in der Sexualentwicklung zu überprüfen und im ärztlichen Gespräch altersgemäße Sexualitäts- und Verhütungsthemen zu erörtern. Neben den rein körperlichen Untersuchungen wird ein allgemeines Gespräch mit dem Arzt über die Themen Lebensführung, Lebenssituation, Mediennutzung und Drogenkonsum im Vordergrund stehen.
  • Gerade auf dem Weg zum Erwachsenwerden, wenn das Selbstbild noch nicht ausreichend gefestigt ist, neigen Jugendliche oftmals zu selbstgefährdendem Gesundheitsverhalten. Eine Kombination aus Bewegungsmangel, ungesunder Ernährung, Rauchen sowie exzessivem Alkohol- oder Drogenkonsum können langfristige Schäden zur Folge haben. Vielen Teenagern ist dies jedoch wenig bis gar nicht bewusst.
  • Ebenso wirkt sich exzessiver Medienkonsum, beispielsweise übermäßiges Computerspielen, negativ auf das Leben vieler junger Menschen aus. Eine unsichere Zukunftsperspektive durch fehlende Ausbildungsplätze oder mangelndes Selbstwertgefühl verstärkt nachweislich bei vielen Jugendlichen das Suchtrisiko.
  • Doch ebenso Jugendliche ohne Suchtneigung leiden heute gehäuft unter Stresssymptomen wie Angst und Schlafstörungen, sobald Abschlussprüfungen, Stellensuche oder berufliche Perspektive zu zentralen Themen werden. Die J2 vertritt den Anspruch, hier vermittelnd zu wirken, Tipps zur Stressbewältigung zu geben und Hilfestellung bei der Berufswahl zu bieten. Ziel der Mediziner ist dabei, auf die Verantwortung für die eigene Gesundheit hinzuweisen und Anregungen zu gesunder Ernährung und Sport zu geben.
  • Sollte der Arzt im Gespräch den Eindruck erhalten, dass der Jugendliche an einer Depression oder einer Sozialisations- und Verhaltensstörung leidet, wird er geeignete Maßnahmen empfehlen. Diese Krankheiten können im Jugendalter meist noch deutlich besser behandelt werden als in späteren Jahren, wenn ein negatives Selbstbild oder depressive Verstimmungen bereits chronischen Charakter angenommen haben.
Da die J2 trotz ihres großen Nutzens bisher noch nicht von allen Krankenkassen bezahlt wird, sollte man sich gegebenenfalls im Vorfeld bei der eigenen Kasse informieren. Da immer mehr Kassen den Nutzen von Gesundheitsprävention im Jugendalter erkennen, gibt es Möglichkeiten, die Gebühr im Rahmen von Bonusprogrammen zurückerstattet zu bekommen. Selbst wenn die Kasse die J2 offiziell nicht übernehmen muss. Ohne Kostenersatz zahlt man für die J2 50 Euro.

(BS)

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