Wie bereits bei der J1
werden auch bei der 2. Jugenduntersuchung Gehör und Sehvermögen
sowie Haltungs- und Bewegungsapparat untersucht, um Fehlsichtigkeiten
oder Haltungsschäden erkennen und behandeln zu können. Zu der J2 gehört außerdem
ein Ultraschall der Schilddrüse, um einer möglichen Kropfbildung
rechtzeitig entgegen zu wirken. Aufgrund der immer häufiger schon
bei Jugendlichen beobachteten Fälle gehört auch ein Diabetes-Test
zum Gesundheitsprogramm. Sollten Allergien vorliegen oder durch die
Untersuchung ein Allergieverdacht entstehen, ist es wichtig diesem
nachzugehen.
Aufgabe der Untersuchung
ist darüber hinaus, eventuelle
Störungen in der
Sexualentwicklung zu überprüfen und im ärztlichen Gespräch
altersgemäße Sexualitäts- und Verhütungsthemen zu erörtern. Neben den rein
körperlichen Untersuchungen wird ein allgemeines Gespräch mit dem
Arzt über die Themen Lebensführung, Lebenssituation, Mediennutzung
und Drogenkonsum im Vordergrund stehen.
Gerade auf dem Weg zum
Erwachsenwerden, wenn das Selbstbild noch nicht ausreichend gefestigt
ist, neigen Jugendliche oftmals zu
selbstgefährdendem
Gesundheitsverhalten. Eine Kombination aus Bewegungsmangel,
ungesunder Ernährung, Rauchen sowie exzessivem Alkohol- oder
Drogenkonsum können langfristige Schäden zur Folge haben. Vielen
Teenagern ist dies jedoch wenig bis gar nicht bewusst. Ebenso wirkt
sich
exzessiver Medienkonsum, beispielsweise übermäßiges
Computerspielen, negativ auf das Leben vieler junger Menschen aus.
Eine unsichere Zukunftsperspektive durch fehlende Ausbildungsplätze
oder mangelndes Selbstwertgefühl verstärkt nachweislich bei vielen
Jugendlichen das Suchtrisiko. Doch ebenso Jugendliche ohne
Suchtneigung leiden heute gehäuft unter
Stresssymptomen wie Angst
und Schlafstörungen, sobald Abschlussprüfungen, Stellensuche oder
berufliche Perspektive zu zentralen Themen werden. Die J2 vertritt den
Anspruch, hier vermittelnd zu wirken, Tipps zur Stressbewältigung
zu geben und Hilfestellung bei der Berufswahl zu bieten. Ziel der Mediziner ist dabei, auf die Verantwortung für die eigene Gesundheit
hinzuweisen und Anregungen zu gesunder Ernährung und Sport zu geben.Sollte der Arzt im Gespräch den Eindruck erhalten, dass der Jugendliche an einer
Depression oder einer
Sozialisations- und Verhaltensstörung leidet, wird er geeignete Maßnahmen empfehlen. Diese Krankheiten können im
Jugendalter meist noch deutlich besser behandelt werden als in
späteren Jahren, wenn ein negatives Selbstbild oder depressive
Verstimmungen bereits chronischen Charakter angenommen haben.
Da die J2 trotz ihres
großen Nutzens bisher noch nicht von allen Krankenkassen bezahlt wird, sollte man sich gegebenenfalls im Vorfeld bei der eigenen Kasse informieren. Da immer mehr Kassen den Nutzen von
Gesundheitsprävention im Jugendalter erkennen, gibt es Möglichkeiten, die Gebühr im Rahmen von
Bonusprogrammen zurückerstattet zu bekommen. Selbst wenn die Kasse
die J2 offiziell nicht übernehmen muss. Ohne Kostenersatz zahlt man für die J2 50 Euro.(BS)