J1 – erste Jugenduntersuchung mit 12 bis 14 Jahren

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Auch Jugendliche können krank sein
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Auch Jugendliche können krank sein

J1, die erste Untersuchung im Jugendalter, können Jugendliche im Alter von 12 bis 14 Jahren in Anspruch nehmen. Denn entgegen weit verbreiteter Vorstellungen sind nicht alle Jugendlichen gesund.

Im Gegenteil, körperliche und psychische Erkrankungen haben bei Jugendlichen in den vergangenen 10 Jahren stark zugenommen. Und gerade in diesem Alter kann es wichtig sein, gesundheitliche Probleme wie Haltungsschäden oder Essstörungen noch rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln.

Trotzdem beklagen Kinder- und Jugendärzte seit Jahren die geringe Beteiligung von Teenagern an Vorsorgeuntersuchungen. Obwohl die J1 von allen Krankenkassen übernommen wird, wurde diese Chance zur Gesundheitsvorsorge in den vergangenen Jahren nur von etwa 10 bis 15 Prozent der Jugendlichen genutzt.

Was passiert bei der J1?

  • Wie auch bei früheren Vorsorgeuntersuchungen werden bei der J1 zunächst Größe und Gewicht erfasst, um Übergewicht oder eventuell auch Anzeichen einer Magersucht oder anderer Essstörungen erkennen zu können.

    Extreme Wachstumsschübe wie sie bei Jugendlichen häufiger vorkommen, können allerdings vorübergehend Untergewicht verursachen. Außerdem können im Wachstum Haltungsschäden auftreten, die oft mit entsprechender Behandlung oder der Aufnahme einer regelmäßigen sportlichen Betätigung korrigiert werden können. Der Arzt wird deshalb ein besonders Augenmerk auf die Skelettfunktionen des Jugendlichen legen und Tipps zur Korrektur schwacher Bauch- und Rückenmuskeln geben, die in diesem Alter häufig sind.

  • Eine Schriftprobe kann zudem Aufschluss über mögliche feinmotorische Störungen des jungen Patienten geben.
  • Darüber hinaus wird sich der behandelnde Arzt einen Eindruck vom sexuellem Entwicklungsstand, dem Zustand der Organe und dem Seh- und Hörvermögen des Jugendlichen machen. Eine Untersuchung des Blutes und des Harns gibt bei der J1 zudem Aufschluss über Vitaminmangel, mögliche Schilddrüsen-Erkrankungen oder eine Neigung zu erhöhten Cholesterinwerten. Blutdruckmessen kann helfen, Herz- und Kreislauferkrankungen auszuschließen.
  • Auch für die spätere Berufswahl, die bei manchen Jugendlichen bereits zwei bis drei Jahre nach der Untersuchung ansteht, kann die Gesundheit eine wichtige Rolle spielen. So können für Allergiker bestimmte Berufsfelder ungeeignet sein. Liegen bereits Allergien vor oder taucht bei der J1 ein Allergieverdacht auf, sollte diesem auf jeden Fall mittels weiterführenden Untersuchungen nachgegangen werden.
  • Da die J1 als Möglichkeit für Jugendliche verstanden werden sollte, ihrem Arzt, der an die ärztliche Schweigepflicht gebunden ist, intime Fragen zu Sexualität, Verhütung oder Drogenkonsum zu stellen, wird von einer Begleitung der Eltern in Normalfall dringend abgeraten. Der Patient kann sich dabei auch bei Problemen in Schule oder Elternhaus Hilfe holen.
  • Wenn der Jugendliche unter Hautproblemen (Akne), häufigen Kopfschmerzen, Depressionen oder psychischen Problemen leidet, sollte er im Rahmen der J1 die Chance haben, diese Schwierigkeiten unabhängig von den Eltern und auch ohne deren Wissen zu äußern. Der Arzt sollte hier gegebenenfalls den Wunsch des Patienten respektieren und über bestimmte Gesprächsinhalte Stillschweigen bewahren. Eltern können den Mediziner im Anschluss kontaktieren, um sich über die Untersuchungsergebnisse zu informieren.
  • Abschließend sollte der Arzt auch den Impfschutz des Jugendlichen überprüfen und eine Auffrischung gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Polio, wenn nötig auch gegen Masern, Mumps und Röteln vornehmen. Im Rahmen der J1 kann zudem die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs erfolgen, die heute für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen wird.
[BS]

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