Unter den Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren, die täglich mindestens ein bis zwei Stunden vor dem Fernseher saßen, waren bereits 7 Prozent stark übergewichtig, bei den Kindern die mehr als drei Stunden ferngesehen haben waren es 12 Prozent, die zu dick oder gar fettleibig waren. Kinder die täglich weniger als eine Stunde vor dem Fernseher saßen waren hingegen nur in 6 Prozent der Fälle übergewichtig. Untersuchungen aus Neuseeland, den USA oder Kanada gelangten zu ähnlichen Ergebnissen.
Ein wichtiger Grund für den negativen Einfluss des Fernsehens dürfte in dem Bewegungsmangel liegen, den das lange Verharren am Bildschirm zwangsläufig zur Folge hat. Die oftmals nebenbei verzehrten Snacks sorgen zusätzlich für eine zu hohe Energiezufuhr, die nicht abgebaut wird. Beständige Fernsehwerbung, die gezielt ungesunde Nahrungsmittel wie Süßigkeiten anpreist, steht ebenfalls in der Kritik, das Essverhalten von Kindern negativ zu beeinflussen.
Neben dem Anstieg von Übergewicht hat übermäßiger Fernsehkonsum jedoch auch andere fatale Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. So weisen die Vielseher unter den Kindern im Durchschnitt schlechtere Schulleistungen auf und haben häufiger Sprachprobleme, Leseschwächen oder Konzentrationsstörungen. Als besonders gefährdet erwiesen sich Kinder von Eltern mit niedrigerem Bildungsabschluss, da diese häufiger einen eigenen Fernseher im Zimmer hatten und dementsprechend mehr Zeit vor diesem verbrachten.
Um Übergewicht und andere Folgeschäden zu vermeiden, sollten Eltern davon absehen, Kindern einen eigenen Fernseher zu kaufen und damit den unkontrollierten Konsum zu fördern. Die Anregung regelmäßiger sportlicher Aktivitäten sowie alternativer Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten kann vermeiden, dass der Fernseher zum kindlichen Lebensmittelpunkt wird. Grundsätzlich gilt: Eltern sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und selbst weniger fernsehen, um ihrem Nachwuchs einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Medium beizubringen.