Neue Untersuchungen zeigen: Je häufiger Kinder fernsehen, desto mehr neigen sie zu Übergewicht und motorischen Problemen. Im Rahmen der KIGGS-Erhebung, einer vom Robert-Koch-Institut durchgeführten Studie über den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen, wurden 17.641 Jungen und Mädchen im Alter von 0 – 17 Jahren in Hinblick auf ihre körperliche Verfassung untersucht. Dabei zeigten sich nicht nur gravierende Mängel bei den motorischen Fähigkeiten, sondern auch ein auffallender Zusammenhang zwischen dem täglichen Fernsehkonsum und dem Gewicht der Kinder.
Unter
den Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren, die täglich
mindestens ein bis zwei Stunden vor dem Fernseher saßen, waren
bereits 7 Prozent stark übergewichtig, bei den Kindern die mehr als
drei Stunden ferngesehen haben waren es 12 Prozent, die zu dick oder gar
fettleibig waren. Kinder die täglich weniger als eine Stunde vor dem
Fernseher saßen waren hingegen nur in 6 Prozent der Fälle
übergewichtig. Untersuchungen aus Neuseeland, den USA oder Kanada
gelangten zu ähnlichen Ergebnissen.
Ein
wichtiger Grund für den negativen Einfluss des Fernsehens dürfte in
dem Bewegungsmangel liegen, den das lange Verharren am Bildschirm
zwangsläufig zur Folge hat. Die oftmals nebenbei verzehrten Snacks
sorgen zusätzlich für eine zu hohe Energiezufuhr, die nicht
abgebaut wird. Beständige Fernsehwerbung, die gezielt ungesunde
Nahrungsmittel wie Süßigkeiten anpreist, steht ebenfalls in der
Kritik, das Essverhalten von Kindern negativ zu beeinflussen.
Neben
dem Anstieg von Übergewicht hat übermäßiger Fernsehkonsum jedoch
auch andere fatale Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. So
weisen die Vielseher unter den Kindern im Durchschnitt schlechtere
Schulleistungen auf und haben häufiger Sprachprobleme, Leseschwächen
oder Konzentrationsstörungen. Als besonders gefährdet erwiesen sich
Kinder von Eltern mit niedrigerem Bildungsabschluss, da diese
häufiger einen eigenen Fernseher im Zimmer hatten und
dementsprechend mehr Zeit vor diesem verbrachten.
Um
Übergewicht und andere Folgeschäden zu vermeiden, sollten Eltern
davon absehen, Kindern einen eigenen Fernseher zu kaufen und damit
den unkontrollierten Konsum zu fördern. Die Anregung regelmäßiger
sportlicher Aktivitäten sowie alternativer Spiel- und
Unterhaltungsmöglichkeiten kann vermeiden, dass der Fernseher zum
kindlichen Lebensmittelpunkt wird. Grundsätzlich gilt: Eltern
sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und selbst weniger
fernsehen, um ihrem Nachwuchs einen verantwortungsvollen Umgang mit
diesem Medium beizubringen.