Habe ich ein hochbegabtes Kind?

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Hochbegabung: Nicht immer offensichtlich
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Hochbegabung: Nicht immer offensichtlich

Ähnlich wie ADHS oder Autismus ist Hochbegabung bei Kindern in den letzten Jahren zu einem populären und kontrovers diskutierten Thema in der Medienöffentlichkeit geworden.

Zu hohe Erwartungen der Eltern

Einerseits wird sicher niemand bezweifeln, dass es Menschen gibt, die begabter sind als andere. Andererseits besteht gerade beim Thema Hochbegabung stets ein gewisses Risiko, dass Wunschvorstellungen ambitionierter Eltern mit den Gegebenheiten der Realität in Konflikt geraten. So wünscht sich sicher mancher, die ADHS-Diagnose seines Sprösslings möge ein Irrtum und der vermeintliche Zappelphilipp in Wahrheit ein unterfordertes Genie sein. Andere hielten ihr Kind sowieso schon immer für etwas ganz Besonderes. Die daraus resultierenden überhöhten Erwartungen können einem Kind jedoch ebenso schaden, wie einem tatsächlich hochbegabten Kind die beständige Unterforderung. Doch woher sollst Du nun eigentlich wissen, ob Dein Kind hochbegabt ist?
Im Grunde gibt es keine feste Merkmalspalette, die bei einem Kind untrüglich auf Hochbegabung deutet. Ein relativ sicheres Ergebnis können bestimmte standardisierte IQ-Tests wie der Hamburg-Wechsler-Intelligenz-Test (HAWIK) liefern. Doch selbst diese können in manchen Fällen unzuverlässig sein, zum Beispiel wenn das Kind zusätzlich an einer Lernstörung wie AD(H)S oder Legasthenie leidet und daher Probleme beim Lösen der Aufgaben hat. 

Es gibt jedoch bestimmte Merkmale, die auf sehr viele hochbegabte Kinder zutreffen – allerdings nur, wenn diese entsprechend motiviert sind.

Merkmale die auf hochbegabte Kinder zutreffen

Zu diesen Merkmalen zählen unter anderem:
  • Kritische Beobachtungsgabe
  • Großes Detailwissen in bestimmten Bereichen
  • Wortschatz und verbale Eloquenz sind gemessen am Alter überdurchschnittlich stark ausgeprägt
  • Frühes Hinterfragen von Meinungen anderer und von Autoritäten
  • Beschäftigung mit altersunüblichen Themen wie Philosophie, Religion oder Naturwissenschaften
  • Perfektionistische Grundhaltung gegenüber den eigenen Leistungen
  • Hohe moralische Ansprüche an sich selbst und das Umfeld
  • Schnelle Langeweile bei Routineaufgaben
  • Kann sehr früh lesen und liest altersunübliche Bücher aus verschiedensten Themengebieten
  • Wenig Kontakte zu Gleichaltrigen, bevorzugt ältere Freunde
  • Völlig selbstvergessen, wenn es in eine spannende Aufgabe vertieft ist
  • Und zuletzt: Nicht jeder Hochbegabte ist zwangsläufig ein Schulversager. Auch auffallend gute Schulnoten können ein Indiz für Hochbegabung sein - selbst wenn die Jahrgangsbesten in einer Klasse in vielen Fällen einfach nur intelligent und fleißig, jedoch nicht hochbegabt sind.
  • Ein Tipp: Wenn Du vermutest, dass Dein Kind in der Schule unterfordert und eventuell hochbegabt ist, solltest Du auf jeden Fall zunächst einen Kinder- und Jugendpsychologen oder einen anderen qualifizierten Experten zu Rate ziehen und Deinen Verdacht ansonsten für Dich behalten. Denn nichts zieht mehr Anfeindungen und Spott auf sich als eine von den Eltern zu voreilig gestellte Hochbegabungs-Diagnose. Denke daran, dass ein hochbegabtes Kind kein erstrebenswertes Statussymbol ist, sondern von seinen Eltern meist sogar besonders viel Förderung und Unterstützung fordert. Nur ein qualifizierter IQ-Test kann Aufschluss darüber geben, ob die Vermutung der Wahrheit entspricht.

    Lesetipp: Zum Thema Schule und Bildung wirf doch einmal einen Blick in unser eXtra: Schule./p>[BS]

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