Da große Eltern meist große Kinder und kleine Eltern tendenziell eher kleine Kinder bekommen, liegt es nahe, beim Größenwachstum erbliche Faktoren anzunehmen. In der Tat gibt es eine Vielzahl von Genen, die bei der Ausprägung der endgültigen Körpergröße eines Menschen zusammenwirken.
Inzwischen sind bereits 26 dieser Gene bekannt, Wissenschaftler vermuten jedoch, dass es insgesamt über 100 von ihnen gibt. Die genetischen Erbfaktoren wirken auf das Zentralnervensystem, die Organe sowie das Endokrinium. Letzteres steuert im menschlichen Körper auf der Basis von Botenstoffen die Kommunikation zwischen Zellen und Organen.
Wachstumshormone sind Botenstoffe, die wie andere Hormone auch in den Zellen produziert werden und Wachstumsinformationen mit dem menschlichen Stoffwechsel, dem Zentralnervensystem und den Organen austauschen. Inwiefern die natürliche Größenveranlagung einer Person zu ihrer vollen Ausprägung gelangt, hängt jedoch noch von einigen weiteren Faktoren ab.
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So benötigt der Mensch für ein optimales Wachstum auch eine optimale Baustoffaufnahme durch ausgewogene Ernährung, ebenso wie eine gute Sauerstoffversorgung des Körpers. Ebenso können Krankheiten und körperliche Fehlfunktionen das Wachstum eines Menschen negativ beeinflussen. Suchtmittel wie Zigaretten oder Alkohol wirken sich bereits im Mutterleib nachteilig auf das Wachstum des ungeborenen Babys aus.
Männer sind im Durchschnitt etwas größer als Frauen, was mit dem Einfluss des y-Chromosoms auf den Wachstumsprozess erklärt wird. Die durchschnittlichen Größenunterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher ethnischer Abstammung sind darauf zurückzuführen, dass diese körperlich auf die speziellen Klima- und Umweltbedingungen verschiedener Regionen dieser Erde angepasst sind.
Durchschnittlich ist die heutige Bevölkerung in vielen Ländern ungefähr acht Zentimeter größer als noch vor 100 Jahren, Schulkinder sind im Schnitt sogar 12 Zentimeter größer als früher. Die Gründe hierfür sind nicht vollständig erforscht, jedoch wird ein Zusammenhang mit der allgemeinen Verbesserung der Ernährung, dem Überangebot an tierischem Eiweiß, einem selteneren Auftreten von Infektionskrankheiten sowie der geringeren körperlichen Arbeitsbelastung vermutet.
Unter Berücksichtigung der allgemeinen Wachstumssteigerung gehen einige Studien inzwischen von einer Durchschnittsgrößevon 1,70 Meter bei Frauen und 1,80 Meter bei Männern aus.
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[BS]
| Die Wachstumsvorhersage von Kindern wird mittels der Faustformel zur Schätzung der genetisch zu erwartenden Zielgröße getätigt. Diese ergibt sich zum einen aus der Körpergröße der Eltern. Zum anderen aus dem biologischen Unterschied, von 12 bis 13 cm bei der Körperlänge, der zwischen der kleineren Frau und dem größeren Mann durchschnittlich herrscht. |