Geschichte und Entwicklung der Osteopathie

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Andrew Taylor Still, der Begründer der osteopathischen Lehre
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Andrew Taylor Still, der Begründer der osteopathischen Lehre

Der menschliche Körper verfügt über eine vollkommene anatomische Struktur, die für eine einwandfreie Funktion des Organismus unentbehrlich ist. Zahlreiche Krankheiten entstehen durch Bewegungsverluste und Blockaden in Gelenken und Muskeln, welche die naturgegebene Struktur stören und damit in ihrer Funktion behindern. Auf dieser Grundvorstellung basiert die osteopathische Lehre, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von Andrew Taylor Still (1828-1917) in den Vereinigten Staaten entwickelt und geprägt wurde. Bereits einige Jahre später entwickelte sich die Osteopathie auch in Europa zu einer erfolgreichen alternativen Heilmethode.
A.T. Still wurde 1828 als Sohn eines Methodistenpfarrers in Virginia geboren. Als Still neun Jahre alt war, wurde sein Vater in eine Kleinstadt im Nordosten von Missouri versetzt, wo er neben der seelsorgerischen auch die medizinische Versorgung der Indianer im nahe gelegenen Reservat übernahm. Schon früh begann Andrew seinem Vater zu helfen und dabei die Grundlagen des Arztberufs zu erlernen. Die Anatomie des Menschen entwickelte sich dabei rasch zu seinem Hauptinteressensgebiet. Seine medizinischen Kenntnisse vervollständigte er dann im Jahr 1860 an der Kansas School of Medicine and Surgery.

Im US-amerikanischen Sezessionskrieg in den Jahren 1861 bis 1865 wurde Still als Gegner der Sklaverei Soldat auf Seiten der Unionstruppen und behandelte als Arzt und Chirurg die Verwundeten. Still stellte fest, dass nicht die Kriegsverwundungen sondern Krankheiten und Infektionen die meisten Todesopfer forderten und musste resignierend erkennen, wie wenig die ärztliche Heilkunst ausrichten konnte. Ein weiteres prägendes Erlebnis in Stills Leben war der Verlust von dreien seiner Kinder bei einer Meningitis-Epidemie im Jahr 1864, der er machtlos gegenüberstand. 

Aus diesen Erfahrungen erkannte er die Notwendigkeit, eine neue Heilmethode zu entwickeln. Da das Verabreichen giftiger Chemikalien wie Arsen und Quecksilber oder Aderlässe damals noch zu den verbreiteten Behandlungsmethoden zählten, die mehr schadeten als nutzten, suchte Still eine schonende Behandlungsalternative, ganz ohne Medikamente und Chirurgie.

So entwickelte er ab 1867 die Prinzipien der Osteopathie und entfernte sich dabei in seinen Ideen und Methoden von der traditionellen Medizin. Bereits im Krieg hatte Still entdeckt, dass Patienten mit viralen Infekten des Magen-Darm-Traktes alle eine auffallende Steifigkeit im Bereich der Brustwirbelsäule aufwiesen. Verringerte man diese durch manuelle Druckeinwirkung, verbesserten sich auch die Magen-Darm-Beschwerden. Daher lag es nahe, eine Verbindung zwischen diesen Beschwerden zu vermuten. Auf dieser Annahme baute Still seine Therapieform auf, die Blockaden im Bereich der Knochen, Muskeln und Gelenke als Ursache der meisten Erkrankungen ansah. Diese sollten in der Therapie alleine durch Abtasten und sanfte Druckeinwirkung mit den Händen aufgelöst werden. Hieraus entstand der älteste Bereich der osteopathischen Lehre, der heute als Teilbereich der parietalen Osteopathie bekannt ist.

Nach mehreren Rückschlägen erhielt A.T. Still im Jahr 1892 die Genehmigung, die Osteopathie als Wissenschaft zu unterrichten und gründetet die American School of Osteopathy in Kirksville, Missouri. Im Jahr 1901 waren seine Lehren bereits in 13 Staaten anerkannt. Stills Schüler John Martin Littlejohn brachte die Lehren schließlich nach Europa, wo er im Jahr 1917 in London die erste Osteopathie-Schule gründete.

William Garner Sutherland (1873-1954), ein weiterer Still-Schüler, machte sich als Begründer der craniosakralen Therapie einen Namen. Einem Zweig der Osteopathie, der von der Beweglichkeit der Schädelknochen zueinander ausgeht und sich mit dem zentralen Nervensystem und der funktionellen Einheit von Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sakrum) beschäftigt. Diese Therapieform wurde in den 1980er Jahren von John E. Upledger modernisiert und weiterentwickelt.

Der Franzose Jean-Pierre Barral leistete entscheidende Vorstöße auf dem Teilgebiet der viszeralen Osteopathie, die sich mit Blockaden der inneren Organe beschäftigt. Auf dem Gebiet der neuromotorischen Probleme bei Kindern gelangte die US-Amerikanerin Viola Frymann zu wichtigen Erkenntnissen.

[BS]

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