In den letzten Jahrzehnten erlebte die Homöopathie einen enormen Aufschwung. Immer mehr Menschen zweifeln an der Schulmedizin als allein gültige Wahrheit über den menschlichen Körper, seine Abläufe und sein Heilungspotenzial. Sie lehnen die quantitative, rein symptombezogene Krankheitsbehandlung mittels chemischer Wirkstoffe ab und suchen nach einer
, die weitere Aspekte ihres Lebens in die Heilung einbezieht. Dabei stoßen sie oftmals auf die homöopathischen Methoden.
. Während die Einen auf ihre Philosophie schwören, neigen zahlreiche Schulmediziner immer noch dazu, alternative Heilmethoden als Aberglauben und Irreführung abzutun. Doch was ist eigentlich Homöopathie? Wann und wie entstand diese Lehre und worauf basieren ihre Grundsätze?
Homöopathie versteht sich
als alternative Heilkunst, die den Menschen in seiner
Gesamtheit von
Körper, Geist und Seele erfassen will. Ihre Philosophie geht von der
Lebenskraft als übergeordnete Energie des Menschen aus, die die
Vorgänge dieses dreiteiligen Gesamtorganismus steuert. Alle
chronischen Beschwerden des Körpers dürfen aus homöopathischer
Sicht nicht allein als körperliche Symptome angesehen werden.
Vielmehr sind alle körperlichen Leiden als Unausgeglichenheit des
Gesamtorganismus und somit eine Störung der Lebenskraft anzusehen,
die ebenso auf seelischer und geistiger Ebene vorliegt. Ziel der
Homöopathie ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu
aktivieren, anstatt nur einzelne Symptome zu bekämpfen.
Als Begründer der
heutigen Homöopathie gilt allgemein
Dr. Samuel Hahnemann, der am 10.
April 1755 in Meissen als Sohn eines Porzellanmalers geboren wurde.
Hahnemann studierte Medizin und Chemie in Leipzig und Wien, 1779
promovierte er in Erlangen. Bereits während seines Studiums
finanzierte er seinen Lebensunterhalt unter anderem mit der
Übersetzung medizinischer Fachbücher ins Deutsche, ehe er in
verschiedenen deutschen Städten als Arzt praktizierte. Die
berufliche Praxis eines Arztes in der damaligen Zeit bestand vor
allem aus ständigen
Aderlässen, Einläufen und der Verabreichung
giftiger Medikamente, die den Gesundheitszustand der Patienten
oftmals nur noch weiter verschlechterten. Hahnemann wandte sich gegen
diese Methoden und trat außerdem für bessere
Hygienebedingungen,
gesündere Ernährung und mehr Bewegung ein. Ein Engagement, das ihm
viele Feinde unter anderen Ärzten, Apothekern und seitens
öffentlicher Stellen einbrachte. Nachdem er, enttäuscht von all diesen Widerständen, seine medizinische
Praxis aufgegeben hatte,
widmete er sich nur noch seinen Schreib- und Übersetzertätigkeiten. Angeregt durch die "Materia medica" des schottischen Arztes
Dr. William Cullen stieß er auf die Chinarinde als
Mittel zur
Behandlung der Malaria. Im Selbstversuch fand er heraus, dass die
Einnahme von Chinarinde bei ihm als Gesundem dieselben Symptome
hervorrief, die bei Kranken durch die Malaria verursacht wurden. So
kam er auf den Gedanken, dass „
Ähnliches mit Ähnlichem geheilt
werden könne“! Dies wurde später zum Leitsatz seiner Heilmethode.
Die Idee: Wenn ein bestimmter Wirkstoff, zum Beispiel jener der
Chinarinde, bei einem Gesunden bestimmte Krankheitssymptome auslöst,
dann kann ein Kranker, dessen Krankheit mit ähnlichen Symptomen
verbunden ist, durch die Einnahme dieses Wirkstoffs geheilt werden. Ähnliche Ergebnisse zeigten seine Versuche mit Tollkirsche
(Belladonna) oder Arsen (Arsenicum album). Um auch sehr giftige
Stoffe ohne Gefahr für die Patienten verwenden zu können, musste
die
Urtinktur verdünnt werden. Hahnemann entwickelte daraus
das System der Potenzierung und bemerkte, dass die Stoffe
paradoxerweise umso wirksamer wurden, je mehr man sie verdünnte.