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Gedächtnistraining - Interview mit Christiane Stenger

Mädchen an der Schultafel
Damit das Lernen leichter fällt!

Wer lernt schon gerne schwere Matheformeln oder langweilige Grammatik Regeln auswendig? Meist sind diese für Schulkinder einfach schwer nachzuvollziehen. Klar, dass trotz dem vielen Wiederholen, Vokabeln oder die richtige Schreibweise einfach vergessen werden. Damit auch das Lernen für die Schule wieder Spaß macht, gibt es spezielle Gedächtnistechniken, die ein einfaches Merken von Formeln und Regeln ermöglichen.

Im Interview gibt Juniorengedächtnisweltmeistern Christiane Stenger Tipps, wie sich Kinder Begriffe, Zahlen und schwere Zusammenhänge einfach merken können.


Mamiweb: Wie sind sie auf das Gedächtnistraining gekommen?
Christiane Stenger: Durch Zufall. Schon in der 2. Klasse langweilte ich mich in der Schule und begann mir Krankheiten auszudenken, um nicht in die Schule zu müssen. Mein Arzt schickte mich daraufhin zum Psychologen, der einen IQ Test machte. So kam ich in eine Hochbegabtenförderung, die unter anderem auch einen Kurs mit dem Namen "Gedächtnistraining und Naturphänomene" anbot. Dieser Kurs fand zufällig in meiner Straße statt, was wohl der Hauptgrund war, warum ich hinging. Und dort lernte ich die  unterschiedlichen Gedächtnistechniken kennen.

Mamwieb: Woher kommen ihre Gedächtnistechniken?
Christiane Stenger: Die meisten sogenannten Mnemo-Techniken sind schon über 2000 Jahre alt. Die alten Griechen und Römer nutzten die Techniken, schon vor allem um Reden frei zu halten.

Mamiweb: Gedächtnistechniken erlernen. Noch mehr, was die Schüler lernen müssen?
Christiane Stenger: Die Gedächtnistechniken sind im Grunde sehr schnell und einfach zu erlernen.  Es ist kein großer zeitlicher Aufwand, der aber einen um so größeren Nutzen hat. Ich finde, dass in der Schule  von Beginn an die Grundlage für das Lernen gelegt werden sollte, also das Lernen lernen. Und mit Gedächtnistechniken ist lernen wesentlicher einfacher, geht schneller und macht vor allem Spaß! Ganz besonders Kindern!

Mamiweb: Wie funktioniert das Gedächtnistraining?
Christiane Stenger: Das Visualisieren spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Wir können uns Bilder einfach leichter merken, als abstrakte Informationen. Auch die Art, wie wir Informationen verknüpfen ist entscheidend. Wir müssen also versuchen, uns zu den Informationen kleine Geschichten auszudenken, die möglichst verrückt, außergewöhnlich und besonders sind. Die bleiben dann ohne Probleme im Gedächtnis. Die Geschichtentechnik ist eine  der Methoden, sie ist zum Beispiel auch super, um sich das ABC zu merken.

Eine andere Technik ist die Routenmethode. Ich suche mir dazu eine Route, zum Beispiel durch meine Wohnung. Los geht es etwa bei der Haustüre, neben der ein Stuhl steht. Dann kommt eine Kommode und eine Garderobe usw. Mit diesen Gegenständen kann ich jetzt die Informationen, die ich mir einprägen möchte, visuell verknüpfen und so später leicht wieder in der richtigen Reihenfolge abrufen.
Wenn ich mir die Begriffe Schaf, Haus und Vase merken will, stell ich mir vor, wie ein Schaf an meine Haustür klopft, ich ein Haus auf meinem Stuhl baue und eine Vase auf meiner Kommode tanzt.
Für Schulfächer braucht es dann natürlich etwas Übung, um sich auch abstrakte Informationen zu merken. Aber Kinder haben eine so große Fantasie, das auch das sehr gut funktioniert.

Mamiweb: Sind die Techniken für alle Fächer und Altersgruppen anwendbar?
Christiane Stenger: Besonders Fächer, in denen man viel lernen, also weniger üben muss, sind für die Gedächtnistechniken geeignet. Das heißt aber nicht, dass es dabei um stupides Auswendiglernen geht. Mir fiel es durch die Techniken auch  viel leichter, den Lernstoff zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen.

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quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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