Die Geburt

Die Geburt geht los

Mein Liebster hatte nun auch die Aufgabe bekommen meinen Kopf unterstützend mir auf die Brust zu heben, wenn ich anfing zu pressen. Dass er mir den dabei fast abgebrochen hat, war ihm glaub ich, weil er ebenfalls mit presste, nicht bewusst und ich war nicht in der Lage es ihm zu sagen. Als die Hebamme feststellte, dass meine Wehen trotz Endphase und Presswehen noch in einem zu großen Abstand kamen, beschloss sie mir einen Wehentropf an zu hängen, um die Pausen zu verkürzen und dem Spektakel ein Ende zu bereiten. Ich hatte gehört und gelesen, dass Wehen unter dem Wehentropf noch heftiger wären als sowieso schon, also entschloss ich mich noch einmal mit voller Wucht und ohne auf halben Weg aufzuhören, zu pressen und dann ging alles ganz schnell.

Unser kleiner Schatz war endlich, nach hartem Kampf mit mir selbst, geboren. Sogleich schossen mir und wie ich später bemerkte auch meinem Haschi, die Tränen in die Augen. Ich konnte es nicht glauben, dass ich tatsächlich ein Baby zur Welt gebracht habe und bevor ich mich versah hatte ich unseren kleinen Sawyer auch schon auf der Brust zu liegen. Dieser Moment ist es also, der die gewordene Mutter für alles entschädigt. Die Mütter, die davon sprechen und sprachen, haben auf jeden Fall nicht zu viel versprochen. Einfach überwältigend!!! Dass ich das ohne Schmerzmittel geschafft habe, kann ich bis heute noch nicht glauben, wo ich doch sogar schon Schiss vorm Blutabnehmen habe. Aber man glaubt ja nicht wozu man so fähig ist.

Was dann so um mich rum passierte bekam ich vorerst nicht weiter mit, denn ich hatte natürlich nur Augen für mein süßes Baby und meinen, mit Tränen in den Augen versehenden Haschi. Doch plötzlich machte sich Panik im Kreissaal breit und ich fragte dann doch mal was denn los sei. Erstmal keine Antwort. Ich hörte am Rande nur, wie man sich beratschlagte ob man mich für den OP fertig machen sollte oder nicht. Man entschied sich dagegen und eine Frau Doktor im grünen OP Kittel betrat den Raum. Meine Hebamme kam zu mir und berichtete mir, dass der Gebärmutterhals gerissen sei und es deshalb stark blutete, was sie zum Beweis auch gleich der Frau Doktor zeigte, in dem sie auf meinen Bauch rumdrückte und ich merkte wie ein Schwall Blut aus mir raus floss. Man entschied sich also mich im Kreissaal zu nähen und schneller als ich gucken konnte, hatte ich wieder diese fraubekannten Hebel (welche auch der Frauenarzt bei Untersuchungen benutzt) und allerhand anderes Näh- und Operationsbesteck in mir. Dass das nicht angenehm und sogar schmerzhaft war, nachdem ich gerade mein Kind dadurch gequetscht habe, muss ich hier sicher nicht erwähnen.

Und so totterte ich aufs Neue, sie mögen mich doch endlich in Ruhe lassen. Tja hätten sie das getan, wäre ich vielleicht verblutet und so versuchte die Hebamme und mein Haschi mich zu beruhigen und mir einzutrichtern das das doch wirklich notwendig sei. Das half aber glaub ich nicht sehr viel und auch Frau Doktor wurde durch mein Tottern langsam ungehalten und machte mir ne Ansage. Das hatte sie aber umsonst und ich totterte fröhlich weiter. Nach einer guten halben Stunde war auch das geschafft und ich wurde endlich in Ruhe gelassen und konnte nochmal voller Stolz mein Baby begutachten. Sofort stellten wir fest, dass er Haschis Schnute und meine Fingernägelform hat und nicht nur das, die waren auch schon tierisch lang und so begann Sawyer auch gleich mir die Brust zu zerkratzen. Aber das empfand ich in diesem Moment natürlich als halb so schlimm.

So nun weiß auch ich wie es ist ein Kind zu bekommen und ich kann nur sagen, dass Frau sowas echt mal erlebt haben sollte. Etwas Schöneres gibt es eigentlich nicht.

Hier geht´s weiter:


Dein Kommentar

noch 1000 Zeichen.

Magazin durchsuchen

Verlinke mich

Enleben/erfahrungsberichte

Magazin durchsuchen

Verlinke mich

Enleben/erfahrungsberichte
uploading