Gebärmutterhalskrebs: Was Frauen wissen müssen

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Diagnose Krebs: Für die Betroffenen ein Schock.
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Diagnose Krebs: Für die Betroffenen ein Schock.

Die Diagnose Gebärmutterhalskrebs ist ein Schock

Jedes Jahr erkranken deutschlandweit etwa 5.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. War diese Krebsart in den 1970er Jahren noch die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane, ist die Erkrankungsrate mittlerweile deutlich zurückgegangen. Grund dafür ist die verbesserten Frühdiagnostik, mittels derer Ärzte heute Vorstufen des sogenannten Zervixkarzinoms häufig feststellen können.

Trotzdem macht der Gebärmutterhalskrebs etwa drei Prozent aller Krebserkrankungen aus. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 35 und 54 Jahren beziehungsweise über 65-Jährige. Vorstufen dieser Krebsart können aber auch bereits in jüngeren Jahren auftreten.

Die Angst vor Krebs

Als Krebs werden zunächst einmal bösartige Neubildungen beschrieben. Das Zerivxkarzinom tritt im Gebärmutterhals auf, der den unteren Teil der Gebärmutter bildet, die Scheide mit der Gebärmutterhöhle verbindet und am Gebärmuttermund endet. Dieser wird von einer Haut bedeckt, die sich von der Schleimhaut im Gebärmutterhals unterscheidet, sodass zwischen diesen beiden Gewebearten ein Übergangsfeld entsteht. In diesem kann es zu Zellveränderungen kommen. Sind sie bösartig, liegt Gebärmutterhalskrebs vor.

Krebszellen kennen keine Wachstumsgrenzen

Das tückische an diesen bösartigen Zellen ist, dass sie über ihre Grenzen hinaus wachsen, sich ständig teilen und Metastasen bilden - also auch andere Bereiche des Körpers befallen können. Dort wachsen sie dann unkontrolliert weiter.

Lesetipp: Wissenswertes über die Gebärmutter

Gebärmutterhalskrebs bleibt zu Beginn unbemerkt

Da diese Zellveränderungen zunächst ohne Symptome vonstatten gehen, ist die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses schwierig. Aus diesem Grund sollten Frauen die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen, um das Risiko einer zu späten Diagnose zu senken. Denn auch hier gilt: Je früher der Gebärmutterhalskrebs erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung.

HPV-Viren als häufigste Auslöser

Als Auslöser gelten durch Geschlechtsverkehr übertragene Virusinfektionen, die durch humane Papillomaviren (HPV) ausgelöst werden.

Diese treten in rund hundert verschiedenen Typen auf. Einige führen zur Bildung von Warzen in Scheide und After. Am gefährlichsten sind die Typen 16 und 18, da sie in 75 Prozent der Fälle für den Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Geschützter Geschlechtsverkehr ist ein MUSS

Humane Papillomaviren sind weit verbreitet und leicht übertragbar. Somit kann die Ansteckung oft schon bei den allerersten Sexualkontakten erfolgen. Zwar bieten Kondome keinen 100-prozentigen Schutz gegen eine Infektion, doch sie können das Ansteckungsrisiko deutlich reduzieren.

Es verwundert daher nicht, dass sich zirka 70 Prozent aller sexuell aktiven Männer und Frauen im Lauf ihres Lebens mit dem HP-Virus anstecken. 70 bis 80 Prozent der Infektionen heilen allerdings ohne Symptome wieder ab, sodass die Betroffenen gar nicht wissen, dass sie krank waren.

Die größten Risikofaktoren für Gebärmutterhalskrebs

Häufig wechselnde Sexpartner, Sex ohne ausreichenden Schutz, ein früher Start ins Sexualleben, Rauchen, eine erworbene Immunschwäche, häufige Infekte im Genitalbereich sowie Vererbung gelten im Allgemeinen als Risikofaktoren.

Wobei Männer, deren Vorhaut beschnitten ist, weniger anfällig sind und die Infektion weniger häufig auf ihre Sexualpartnerinnen übertragen.

Bei diesen Warnzeichen zum Arzt

Ab zum Arzt heißt es außerhalb der Vorsorgeuntersuchungen, wenn Beschwerden im Bereich des Unterleibs wie beispielsweise fleischfarbener, manchmal blutiger Ausfluss, Schmierblutungen beim oder nach dem Sex oder Schmerzen im Unterleib auftreten

Der Frauenarzt nimmt zwecks Diagnose den sogenannten Pap-Abstrich vor, bei dem er mit einem Wattetupfer Zellen vom Gebärmutterhals entnimmt, untersucht und die Ergebnisse in fünf Stufen (Pap I bis V) einteilt.

Der Pap-Abstrich

Pap I steht für ein normales Zellbild, während Pap V der Indikator für bösartige Krebszellen ist. Ist der Krebs diagnostiziert, erfolgen weitere Untersuchungen, bestehend aus Ultraschall und anderen bildgebenden Verfahren, um Metastasen auszuschließen. Die weitere Behandlung richtet sich dann nach dem Grad der Veränderung der betroffenen Zellen.

Während sich leicht veränderte Zellen von allein zurückbilden können, muss das Gewebe mit stärker veränderten Zellen entfernt werden. Eine Gewebeprobe gibt Aufschluss über die Ausbreitung des Befundes. In manchen Fällen reicht es die Zellen mittels eines Lasers zu zerstören, in wieder anderen muss das Gewebe kegelartig herausgeschnitten werden. Dieser Eingriff heißt Konisation.

Wann die Gebärmutter entfernt werden muss

Frauen, die eine Konisation durchführen lassen müssen, können weiterhin Kinder bekommen, allerdings kann der Gebärmutterhals ein wenig geschwächt sein, was das Risiko für eine Frühgeburt erhöht. Ist der Krebs weiter fortgeschritten, empfiehlt sich allerdings eine Entfernung der Gebärmutter inklusive des mit ihr verbundenen Bandapparates und der Beckenlymphknoten. Bei älteren Patientinnen werden auch die Eierstöcke entfernt.

Gibt es eine Alternative zur Operation?

Als eine Alternative zur OP steht in frühen und mittleren Stadien die Strahlentherapie zur Verfügung, die sechs Wochen lang durchgeführt und mit einer Chemotherapie kombiniert wird.

Da die Krebserkrankung bei jeder Frau anders verläuft, werden die weiteren Behandlungsmöglichkeiten individuell von dem Arzt abgestimmt. Wer die Diagnose Gebärmutterhalskrebs bekommen hat, sollte sich ausführlich informieren lassen.

Junge Mädchen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, können sich durch eine Impfung schützen. Weitere Informationen zu der Impfung kann Dir Dein Frauenarzt geben.

[AKH]

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