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Frühgeburt und Frühchen

Auf der Frühgeborenenstation
Frühchen: Schwieriger Start ins Leben

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO kommen in Deutschland jedes Jahr etwa acht Prozent der Babys als Frühchen, also vor der 37. Schwangerschaftswoche, auf die Welt. In der Regel wiegen sie dann weniger als 2.500 Gramm. Dies ist vor allem für die Eltern eine große psychische Belastung. Sie sehen ihr Kind, das manchmal nicht größer als ein Handteller ist, im Brutkasten jeden Tag ums Überleben kämpfen. Oft folgen auf die verfrühte Geburt Wochen und sogar Monate im Brutkasten, bis das Baby selbständig lebensfähig ist und endlich nach Hause darf.

Dank der heutigen modernen Medizin, besonders der Intensivbehandlung Neugeborener, sind die Überlebenschancen von Frühchen in den letzten Jahren beständig gestiegen. Durch die Fortschritte der Geburtsmedizin gelingt es außerdem immer öfter, Frühgeburten gar zu verhindern, indem man ihre Geburt verzögert und so den Reifegrad des Ungeborenen fördert. Denn je mehr ein Frühchen bei seiner Geburt wiegt und je länger es ausgetragen wurde, desto besser sind die Überlebenschancen. Was also kann die moderne Intensivmedizin leisten und wo liegen ihre Grenzen?

Laut der Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin gilt in Deutschland das Erreichen der 23. Schwangerschaftswoche (SSW) als Grenze der Lebensfähigkeit von Frühchen mit medizinischer Hilfe. Davor haben die Babys außerhalb des schützenden Mutterleibs keine Chance. Kinder, die in der 24. SSW geboren werden, überleben heute mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent. Genau der selbe Prozentsatz dieser Frühgeborenen hat aber mit bleibenden Schäden zu kämpfen.

Dem gegenüber schaffen es 95 Prozent der Babys, wenn sie nach der 26. Schwangerschaftswoche geboren werden. Hier liegt die Zahl derer, die mit Behinderungen leben müssen bei 40 Prozent. Jeder Tag mehr in der mütterlichen Gebärmutter ist daher ein Gewinn, von einer Woche oder sogar einem Monat ganz zu schweigen. So ergeben sich für die folgenden Schwangerschaftswochen diese Kennzahlen:

  • SSW 28: 96 Prozent der Babys überleben, wobei die Rate derer mit Behinderungen auf 25 Prozent sinkt.

  • Nach insgesamt 30 Wochen im Mutterleib stehen die Überlebenschancen bei 97 Prozent, wobei Behinderungen nur noch in 15 Prozent der Fälle zu erwarten sind.

  • Ist die 32. SSW erreicht, hat das Frühchen fast so gute Chancen wie ein zum Termin geborener Säugling. 98 Prozent der Babys überleben, zu Behinderungen kommt es nur noch bei drei Prozent.

Aber Frühchen ist nicht gleich Frühchen. Und so ist nicht nur die Zeitspanne, die die Babys in der Gebärmutter verbracht haben ausschlaggebend für die jeweilige Diagnose, sondern auch das Gewicht, das sie auf die Waage bringen. Aufgrund dieser Fakten werden Frühchen in unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

  • Frühgeborene mit extrem niedrigem Geburtsgewicht (ELBW = extremely low birth weight): Die Geburt dieser Frühchen findet meistens vor der 29. SSW statt und das Geburtsgewicht liegt unter 1.000 Gramm.

  • Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW = very low birth weight): Diese Babys wiegen weniger als 1.500 Gramm und werden zumeist vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren.

  • Späte Frühgeborene (LPI = late preterm infants): Sie werden zwischen der 34. und 37. SSW geboren und obwohl sie fast ausgetragen sind, also in Gewicht und Größe Termingeborenen gleichen, sind sie doch in vielen Aspekten ihrer körperlichen Entwicklung unreif.

300 Gramm Leben

Zu einem der kleinsten überlebenden Frühchen der Welt zählt die kleine Kimberly, die im März 2007 in der 25. Schwangerschaftswoche in Göttingen auf die Welt gekommen war und gerade einmal 300 Gramm wog. Grund für die verfrühte Geburt war eine Unterversorgung der Nabelschnur, so dass das Mädchen per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden musste. Damit ist Kimberly aber nicht einmal das kleinste überlebende Frühchen der Welt. In den USA war im selben Jahr ein Mädchen mit einem Geburtsgewicht von 284 Gramm und einer Größe von 24,1 Zentimetern bereits nach 22 SSW zur Welt gekommen (Stand: Januar 2011).

[AKH]



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Kommentare

1

meine zwillinge kamen ende 37. woche zur welt.alles gesund und munter.und trotz 37. woche waren sie 3470g 52cm und 3620g und 53 cm groß und schwer.sie mussten nicht auf die intensiv ich hatte sie sofort auf dem zimmer.der arzt fing noch vorm ks an das es frühchen sind aber beim ks haben sie geschmunzelt und schon wetten abgeschlossen wie schwer sie sind.für zwillinge sehr undgewöhnlich. mein kleiner lag 7 tage auf der intensiv weil er sehr schwer luft bekam und sehr starke anpassungsschwierigkeiten hatte.das war auch ein ks.nur hier sah der neuie arzt wieder nicht das er zu groß war.er wog 6680g und durch seine größe und die umstände der geburt war der start ins leben sehr schwer für ihn und er musster sich erst zurecht finden.im kh hatte er schon 600g abgenommen und schon zur u4 wog er wie ein normales kind in seinen alter.heute is er 2 und wiegt 13,8kg.und schlau isser

von Gelöschter Benutzer am 09.06.2011 21:05

2

lillien-marie kam in der 34 ssw spontan zur welt wegen blasensprung sie wog schon stolze 2660g und war 51cm gross. sie musste nur im wärme bett liegen. nach 5tagen krankenhaus waren wier beide wieder daheim.

von Jessy8605 am 27.05.2011 21:37

3

meine tochter kam in der 29. ssw mit herz- und atemstillstand zur welt. sie wog 1150g und war 37cm groß. amelia hatte meine gebärmutterentzündung voll abbekommen und war von der entzündung aufgedunsen, sodaß sie richtig propper aussah. nach 10 minuten wiederbelebung konnte sie endlich voll beatmet werden. 5 tage wurde amelia beatmet und 10 tage bekam sie intravenös ein antibiotikum. als das antibiotikum endlich anschlug und die entzündung weg ging, sah man erst wie klein und schmächtig sie war. 9 wochen nach ihrer geburt konnte amelia das krankenhaus gesund und munter verlassen. amelia wird nächste woche 4 jahre alt. sie ist immernoch kerngesund und ein supersüßes aufgewecktes mädchen. mit 13kg und 97cm nur ein wenig klein und zierlich ;) wir sind absolut stolz auf unser großes mädchen, dass uns mittlerweile schon in grund und boden diskutiert :D fantastisch was die medizin heutzutage leisten kann.

von amysmom am 27.05.2011 13:57

4

Meine 1. Tochter kam in der 34.SSW zur Welt, konnte noch nicht selber atmen und mußte somit auf die Frühchenintensiv verlegt werden! Wäre das Problem nicht gewesen,hätten wir nur wenige Tage in der Klinik bleiben müssen da sie schon 2530 Gramm wog als sie zur Welt kam! Die Ärzte gaben ihr damals KEINE Chance, sie wird am 11.08. schon 13 Jahre alt!!!

von Terrorzicke1979 am 17.05.2011 18:45


quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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