Mototherapeuten gehen von einer intensiven Wechselwirkung zwischen Wahrnehmung, Bewegung, Erleben und Handeln in Beziehung zu Anderen aus. Schwerpunkte dieser Therapie sind somit die Wahrnehmung des eigenen Körpers, Spiel und viel Bewegung. Das Kind lernt auf spielerischem Weg, mit seiner Erfahrungswelt umzugehen – was die Entwicklung der Identität ebenso unterstützt wie die Selbstwahrnehmung und Selbsterfahrung.
Woran
erkennen Eltern, dass Ihr Kind eventuell eine Mototherapie braucht?
Anzeichen können sein:
Bewegungsungeschick und -unsicherheit
Aufmerksamkeitsstörungen
Störungen der Körperkoordination
Störung der Handmotorik
motorische Unruhe, Hyperaktivität
Verzögerungen der motorischen Entwicklung
Konzentrationsschwäche, Ablenkbarkeit
Diese Anzeichen stehen oft in Verbindung mit:
mangelndem Selbstvertrauen
Beeinträchtigungen im Kontakt mit Anderen
Spiel- und Lernstörungen
Ängsten vor Bewegungssituationen und Leistungsanforderungen
Gehemmtheit oder aggressivem Verhalten
Stimmungsschwankungen, emotionaler Labilität
häufigen Misserfolgs- und Frustrationserlebnissen
sozialem Rückzug
Leistungsverweigerung
Therapiekonzepte der Mototherapie
Es gibt verschiedene mototherapeutische Konzepte. So kann je nach Bedarf ein individueller Behandlungsschwerpunkt gesetzt werden. In der Psychomotorischen Einzeltherapie werden Verhaltensauffälligkeiten wie Ängstlichkeit oder Aggressivität behandelt. Mit Hilfe der Bewegungsinteraktion mit dem Therapeuten wird eine Stärkung des Selbstwertgefühls sowie ein realistisches Selbstkonzepts angestrebt. Die direkte Körpererfahrung des Kindes steht ebenso im Fokus wie die Entdeckung und Entwicklung seiner motorischen Fähigkeiten.
Neben der Einzeltherapie gibt es die Gruppentherapie. Der Vorteil der Gruppe ist, dass das Kind in einem sozialen Erfahrungsfeld lernt, dysfunktionale Verhaltensweisen zu erkennen, zu verändern und neue Verhaltensweisen einzuüben. So entwickelt das Kind soziale Kompetenzen: Wie gehe ich mit Konflikten um? Wie knüpfe ich Kontakte und wie kontrolliere ich Affekte von Wut oder Traurigkeit?
In der Psychomotorischen Familientherapie wird die Familie des Kindes in den therapeutischen Prozess einbezogen. Verschiedene Spiel- und Bewegungsangebote lassen die Familie neue körperliche und emotionale Erfahrungen gemeinsam erleben. So festigen sich Bindungen oder neue entstehen. Dysfunktionale Verhaltensmuster können – oft mit Hilfe von Videoaufzeichnungen erkannt und anschließend verändert werden. Das stärkt das Miteinander enorm.
[AKL]
Frühförderung umfasst alle Hilfsangebote für entwicklungsauffällige oder behinderte Kinder von ihrer Geburt bis zum Alter von sechs Jahren. Die Therapieangebote sind vielfältig: Ergotherapie, Logopädie, Mototherapie, Physiotherapie sowie Psychomotorik sollen das Kind in seiner Entwicklung unterstützen. Dabei arbeiten interdisziplinäre Frühförderstellen eng mit Sozialpädiatrische Zentren zusammen. Um Dir zu helfen einzuschätzen, ob ein Kind entwicklungsauffällig ist und Frühförderung braucht, findest Du in diesem eXtra Informationen rund um die psychosoziale Entwicklung, die Entwicklung von Grob- und Feinmotorik sowie die Sprachentwicklung. Auch Deine Fragen zu Tagesmüttern, Kindergärten, Schulen und Gesetz werden beantwortet.