Fruchtwasser - Wichtige Dinge, die Du wissen solltest

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Das Fruchtwasser - Babys Wohnzimmer
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Das Fruchtwasser - Babys Wohnzimmer

Das Fruchtwasser ist eine klare, wässrige Flüssigkeit, die von der Fruchtblase (Amnionhöhle) gebildet wird und mit ihr den Lebensraum des ungeborenen Kindes bildet.

Bereits ab der vierten Schwangerschaftswoche umgibt das Fruchtwasser den Embryo komplett, um so eine Verwachsung des Fötus mit der Fruchtblase zu verhindern. Außerdem schützt die Flüssigkeit das Ungeborene wie ein Airbag vor Stößen und Temperaturschwankungen und ermöglicht es ihm zudem, sich zu bewegen. Auch bei der Geburt kommt dem Fruchtwasser bzw. der Fruchtblase eine besondere Bedeutung zu, da beide den Gebärmutterkanal weiten.

Zusammensetzung des Fruchtwassers

Das Fruchtwasser setzt sich aus kindlichen und mütterlichen Anteilen zusammen, so gibt das Ungeborene beispielsweise Flüssigkeit über Haut, Lunge, Nieren und Nabelschnur ab, während der mütterliche Teil aus dem Blut über die Plazenta kommt. Zu den im Fruchtwasser nachgewiesenen Bestandteilen zählen Zucker, Eiweiße, Kalium, Natrium und Spurenelemente. Aber eben auch Zellen wie Hautschüppchen oder Haare des Ungeborenen bzw. wenig konzentrierter Urin, den das Ungeborene ausscheidet, sobald seine Nieren ihre Funktion aufgenommen haben.

Flüssigkeitsaustausch innerhalb der Fruchtblase

Innerhalb der Fruchtblase findet ein ständiger Flüssigkeitswechsel statt, das Fruchtwasser wird alle drei Stunden vollständig erneuert. Ab dem fünften Schwangerschaftsmonat trinkt das Ungeborene etwa 400 Milliliter Fruchtwasser täglich. Die so verloren gegangene Flüssigkeit wird jedoch binnen weniger Stunden neu gebildet und der Verlust somit wieder ausgeglichen.

Erkrankungen und mögliche Komplikationen

Probleme im Schwangerschaftsverlauf, wie etwaige Erkrankungen der Mutter oder des Ungeborenen, lassen sich unter anderem auch am Fruchtwasser bzw. seiner Farbe erkennen. Eine grünliche Färbung beispielsweise tritt oft auf, wenn der Geburtstermin überschritten wurde und das Kind bereits seinen ersten Stuhl ins Fruchtwasser abgegeben hat. Ist das Fruchtwasser bräunlich verfärbt, geht man von einer Blutgruppenunverträglichkeit aus. Jedoch nicht nur die Farbe des Fruchtwassers ist von Bedeutung, sondern auch seine Menge.

Flüssigkeitsvolumen und -menge

Ab der zehnten Schwangerschaftswoche schwimmt das Ungeborene in rund 30 Milliliter Fruchtwasser, ein Volumen, das sich in der 20. Woche auf 400 Milliliter erhöht und sich bis zur 36. Schwangerschaftswoche auf 1000 bis maximal 2000 Milliliter steigert. Zum Ende der Schwangerschaft bildet sich die Menge jedoch wieder zurück. Durch Ultraschallmessungen kann der spezialisierte Frauenarzt oder die Frauenärztin den so genannten Fruchtwasserindex ermitteln, wobei der Normalwert zwischen 8 und 18 Zentimeter liegt.

Zu wenig Fruchtwasser(Oligohydramnion)

Befindet sich zu wenig Fruchtwasser im Fruchtwasserraum, kann dies zu Fehlbildungen des Kindes führen, da die Lungenfunktion nicht ausreichend stimuliert wird und sich, bedingt durch die beengten Raumverhältnisse, die Knochen des Babys verformen können. Abhilfe kann hier in Form einer Zucker-Kochsalz-Lösung geschaffen werden, die mit Hilfe einer langen, dünnen Nadel durch die Bauchdecke in die Fruchtblase eingeführt wird und den Fruchtwasserraum auffüllt.

Zu viel Fruchtwasser (Polyhydramnion)

Befindet sich auf der anderen Seite zu viel Fruchtwasser im Fruchtwasserraum, so kann dies durch die erhöhte Spannung der Gebärmutter zu vorzeitigen Wehen bzw. durch den vergrößerten Fruchtwasserraum zu einer Steißlage des Kindes führen. In besonders schwierigen Fällen wird der Mutter Fruchtwasser entnommen, um so für eine Entspannung bzw. Erleichterung zu sorgen. Die Alternative einer medikamentösen Hemmung der Fruchtwasserproduktion besteht allerdings auch. Ist die Schwangerschaft schon weit genug fortgeschritten, empfiehlt es sich, die Geburt künstlich einzuleiten.

[AKH]

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