Feuerwerk zu Silvester: 9 Tipps für den Umgang mit den Raketen

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Feuerwerk: Jedes Jahr ein schönes Silvesterspektakel
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Feuerwerk: Jedes Jahr ein schönes Silvesterspektakel

Die hohen Umsätze für Feuerwerkskörper zu Silvester beweisen immer wieder, dass Menschen sich selbst in wirtschaftlich weniger stabilen Jahren nicht die Freude an dem lauten Lichtspektakel nehmen lassen wollen.

Mögen es manche auch für Verschwendung halten, fast jeder ist vom bunten Feuerwerk am Himmel fasziniert. Auch unseren Kindern geht es so. Sie wollen ebenfalls das Feuerwerk bestaunen, selbst einen Böller werfen oder die Raketen zünden. Und nur allzu oft geben Eltern diesen Wünschen nach. Fragt man die Väter und Mütter, ob sie das nicht für zu gefährlich halten, bekommt man meist nur ein Kopfschütteln: "Was soll schon passieren? Ich bin doch dabei!"

Das neue Jahr in der Notaufnahme

Doch jedes Jahr verbringen zahlreiche Eltern den Neujahrsmorgen in der Notaufnahme des Krankenhauses. In Deutschland und Österreich sind alljährlich mehrere hundert Kinder betroffen. Dabei sind noch nicht Verletzungen eingerechnet, die erst nach Stunden oder Tagen festgestellt werden, wie beispielsweise Knalltrauma oder Verblitzen der Augen.

Viele der Unfälle wären ganz sicher vermeidbar, da sie meist durch Leichtsinnigkeit oder Unachtsamkeit entstehen. Und besonders bei Kindern im Alter von 8 bis 15 Jahren zeigen die Unfallstatistiken immer wieder, welche Sorglosigkeit für die Unfälle verantwortlich ist. Nun magst Du denken, dass es dann sicher besser ist, Deine Kinder so lange wie möglich gänzlich fern von Feuerwerksartikeln zu halten, aber diese Rechnung geht meist nur bedingt auf. Denn mit zunehmendem Alter lockt der Reiz des Verbotenen und die Kinder experimentieren möglicherweise auf eigene Faust mit den explosiven Erzeugnissen. Es macht daher mehr Sinn, Deinen Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerkskörpern beizubringen.

Regeln die man beachten sollte

Dazu sollten Eltern ein paar wichtige Regeln beachten:
  1. Niemals Feuerwerksartikel unbeaufsichtigt und für Kinder zugänglich liegen lassen, ebenso nicht Streichhölzer oder Feuerzeuge. Die Versuchung kann zu groß sein, um zu widerstehen! So manches Kind dachte bereits, dass es den Eltern schon nicht auffallen würde, wenn ein kleiner Böller fehle.
  2. Ständige Ermahnungen und Aufklärungen über die Risiken und Gefahren der Feuerwerksartikel gegenüber den Kindern sind wichtig. Somit lernen sie, sich der Bedrohung bewusst zu werden. Kinder unterschätzen die Gefahr vor allem dann, wenn sie ein kleines Abenteuer wittern oder den Eltern beweisen wollen, wie groß sie schon sind. Eltern sollten daher auch immer wieder betonen, dass sie das Zünden mit Feuerwerkskörpern nicht verbieten, weil sie ihre Kinder für zu klein halten, sondern aus Schutz vor der Unberechenbarkeit der Feuerwerkskörper.
  3. Feuerwerkskörper niemals innerhalb des Hauses zünden, selbst dann nicht, wenn die Flugrichtung zum geöffneten Fenster oder der offenen Haustür zeigt. So mancher Blindgänger hat bereits bewiesen, wie unberechenbar diese Erzeugnisse sein können.
  4. Kinder sollten während des Feuerwerks niemals allein draußen sein. In der Dunkelheit werden sie leicht übersehen und ein Böller hat schon allzu oft Unbeteiligte getroffen. Besser ist, die Kinder in geschützten Hauseingängen unter Aufsicht eines Erwachsenen zusehen zu lassen. Noch sicherer ist jedoch, sie vom geschlossenen Fenster aus das Spektakel beobachten zu lassen. Das kann man den Kindern sogar schmackhaft machen, da sie so alles besser überblicken können und zudem noch im Warmen sitzen.
  5. Niemals einen Feuerwerkskörper zweimal zünden. Auch dann nicht, wenn die Lunte scheinbar erloschen ist. Kindern sollte man erklären, dass solche Böller oder Raketen nicht mehr angefasst werden dürfen, weil es möglich ist, dass ein winziger Funke in der Lunte weiter glimmt und die Explosion gerade dann eintreten könnte, wenn man die Hand danach ausstreckt.
  6. Freistehende Flaschen, als Halterung für die gezündeten Raketen sind sehr unsicher. Sie können kippen und die Rakete dann in Bodenhöhe explodieren lassen. Sicherer ist, die Flaschen in eine leere Getränkekiste zu stellen.
  7. Ohrenschützer oder Ohrenstöpsel benutzen. Diese mögen nicht jedermann gefallen, bedenkt man jedoch, welchen Schaden der Knall eines Böllers anrichten kann, der mit bis zu 170 Dezibel neben einem Menschen explodiert, wäre kein Schutz für die Ohren gerade bei Kindern grob fahrlässig. Ein Knalltrauma kann sehr unangenehm und schmerzhaft sein.
  8. Tischfeuerwerk und Wunderkerzen sind auch nicht harmlos.  Diese scheinen zwar nicht so gefährlich zu sein wie Feuerwerkskörper, die ab 18 Jahren freigegeben sind, jedoch bergen auch sie Gefahren. Grundsätzlich sollte man sie nur auf einer feuerfesten Unterlage im großen Abstand zu brennbaren Gegenständen und Stoffen zünden. Auch hierbei sollten Kinder niemals unbeaufsichtigt sein oder selbst zünden.
  9. Auch im Beisein eines Erwachsenen sollten Kinder niemals Böller selbst zünden. Sie könnten in der Aufregung die Finger verkrampfen, statt den Böller fort zu werfen. Kaum ein Elternteil kann schneller reagieren als die Explosion erfolgt.
Beherzigst Du diese grundlegenden Regeln und bringst Deinen Kindern immer wieder bei, die Gefahren nicht zu unterschätzen, schützt Du sie bereits ein Stück weit vor den Unfallrisiken. Du solltest auch niemals vergessen, dass Deine eigene Umsicht noch so groß sein kann, die unserer Mitmenschen ist es nicht immer im gleichen Maß. Gerade unter Alkoholeinfluss überschätzen viele Menschen sich selbst und die Gefahren, denen sie sich und ihre Mitmenschen aussetzen.

Es ist nicht leicht, Deinen Kindern den richtigen Mittelweg zwischen Verbot und Leichtsinnigkeit beim Umgang mit Feuerwerkskörpern beizubringen. Doch jede Art von Aufklärung bedeutet ein Stück mehr Sicherheit.

Lesetipp: Zum Thema Silvester, dessen Ursprung und Bräuchtum, lies in unserem Beitrag Brauchtum und Ursprünge von Silvester

[SyKo]

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