Die Wassergeburt

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Babys Element: Wasser
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Babys Element: Wasser

Zu den heute häufigen und beliebten Geburtsmethoden gehört die Wassergeburt. Fast jede Entbindungsklinik, Geburtshaus und Hausgeburtshebamme bieten sie der werdenden Mutter an und meist wird die Wassergeburt gerne angenommen.

Die Generationen unserer Mütter, Großmütter und Urgroßmütter standen dem "modernen" Trend der Wassergeburt eher skeptisch gegenüber. Für sie war es noch üblich, dass eine Frau in einem Bett, möglichst in Rückenlage entbindet.

Die Wassergeburt gab es bereits in der Antike

Dabei ist die Wassergeburt keineswegs irgendeine neumodische Idee. Zahlreiche Überlieferungen, zurückreichend bis in die Antike, beschreiben von Entbindungen im Wasser. Erst im Laufe der christlichen Entwicklung wurden viele Geburtsmethoden verbannt. Es kam nicht darauf an, ob die Geburt der Frau und dem Kind erleichtert werden könnte. Allein die Sittsamkeit, die nach den damaligen Vorstellungen im Bett entbindend am ehesten gegeben wäre, galt es zu wahren.

Damals: die Geburt, ein notwendiges Übel

Eine Geburt war nicht ein erfreuliches Erlebnis, wie es bei uns heute empfunden wird, sondern ein notwendiges Muss, das man nicht zelebrierte und zu dem man keine Veranlassung sah, es in irgendeiner Form zu etwas Besonderem zu machen, an das man sich womöglich auch noch gern erinnerte.

Seit dem 17. Jhdt wieder gängige Geburtspraktik

Anfang des 17. Jahrhunderts fand die Wassergeburt kurzfristig einen Wiedereinzug in Frankreich, was gerade durch Glaubensvertreter teilweise kritisiert wurde. So dauerte es noch einmal über eineinhalb Jahrhunderte bis die Wassergeburt wieder ihren Weg in die gängigen Geburtspraktiken fand.

Vor- und Nachteile einer Wassergeburt

Die Wassergeburt sieht in der Praxis so aus, dass die werdende Mutter in einer Wanne oder einem Becken mit warmem Wasser liegt, das ihr genug Bewegungsfreiheit bietet jederzeit die eigene Körperhaltung zu verändern. Durch die Schwerelosigkeit im Wasser empfinden Entbindende gerade das als besonders vorteilhaft. So sind die Bewegungen und Haltungsveränderungen nicht mit einem solchen Kraftaufwand verbunden wie außerhalb des Wassers. Zudem ist es leichter sich im Wasser zu entspannen, was meist auch den Einsatz von Schmerzmitteln reduziert oder ganz unnötig macht.

Vorteile der Wassergeburt

Erfahrungsgemäß ist die Anzahl von Damm- und Scheidenrissen weit niedriger als bei vielen Geburtsmethoden außerhalb des Wassers und auch für das Kind selbst ist der Übergang vom Mutterleib ins eigene Leben sanfter. Das liegt vor allem daran, dass die Wassertemperatur eher der Körpertemperatur der Mutter als der Raumtemperatur angepasst ist. So ist der Wärmeunterschied nicht so abrupt für das Baby und es kann sich langsamer an die neue Umgebung gewöhnen. Meist wirken Babys, die durch Wassergeburt auf die Welt kommen dadurch auch entspannter und weniger gestresst.

Nachteile der Wassergeburt

So klar die Vorteile einer Wassergeburt erscheinen, gibt es jedoch auch Faktoren, die dagegen sprechen können. Dies ist dann der Fall, wenn mit erhöhtem Risiko von Komplikationen bei der Geburt zu rechnen ist, etwa einer Schwangerschaftsvergiftung, Mehrlingsgeburten, Beckenendlage, Infektionen der Mutter, Plazentavorfälle oder ein mögliches Missverhältnis zwischen Kinds- und Geburtsweggröße.

Je nach Risikofaktor, muss dann im jeweiligen Einzelfall entschieden werden, ob die Wassergeburt möglich ist, wobei es dabei kein Nachteil ist, wenn man sich vorzeitig bereits mit den geplanten Geburtsbegleitern in Verbindung setzt, um Details zu besprechen.

Der Ablauf einer Wassergeburt

Verlagerung bei Blutdruckproblemen

Bei der Geburt selbst kann es nötig werden die Entbindung auf außerhalb des Wassers zu verlegen, wenn beispielsweise der Blutdruck der Mutter zu hoch oder niedrig wird. Damit soll vermieden werden, dass die Schwangere möglicherweise ohnmächtig wird und die Geburtshelfer es dann umso schwerer haben an die Frau heranzukommen.
Den Blutdruck bei der Wassergeburt kontrollieren.
Frauen mit generell zu hohem oder niedrigem Blutdruck wird daher meist von der Wassergeburt abgeraten. Kurzfristige Blutdruckschwankungen stellen dagegen meist kein zu großes Problem dar, da die Entbindende nicht allein gelassen wird und so die Hebamme schnell erkennt, ob eine Stabilisierung des Kreislaufs unwahrscheinlicher ist.

Vor Einstieg ins Wasser wird ein Venenzugang gelegt

Meist wird der Entbindenden vor Einstieg ins Wasser ein Venenzugang gelegt. Sollte es zu Komplikationen während der Geburt kommen, die es erforderlich machen die Mutter aus der Wanne zu holen, kann so schnell und kurzfristig eine Medikamentengabe gespritzt werden, die die Wehen etwas eindämmen, um beispielsweise einen Wechsel zum Entbindungsbett problemloser zu vollziehen.

Einlauf statt PDA

Auch ist es in vielen Entbindungskliniken nicht unüblich der Schwangeren vor Einstieg in die Wanne einen Einlauf zu geben, um einer möglichen Verunreinigung des Wassers im Geburtsverlauf vorzubeugen. Eine PDA wird bei der Wassergeburt nicht gegeben. Entscheidet sich die werdende Mutter dafür, muss sie die Wanne verlassen.

Auch im Wasser hilft ein CTG

Entgegen einer immer noch weitläufig verbreiteten Meinung ist es jedoch sehr wohl möglich und auch gängig den Geburtsverlauf mittels eines CTG auch im Wasser zu kontrollieren. Meist geschieht dies über ein portables CTG, das nicht nur wasserdicht ist, sondern auch durch seine Kabellosigkeit verhindert, dass die Mutter sich bei Bewegungen in den Kabeln verfängt.

Fazit

Pauschal kann man nicht sagen, dass die Wassergeburt zu einem bestimmten Typ Frau passt. Sowohl ängstliche, als auch selbstbewusste Frauen können gleichermaßen in der Wanne entbinden. Oft ist es auch so, dass die werdenden Mütter mit Geburtsbeginn kurzfristig entscheiden nun eine Wassergeburt machen zu wollen, obwohl diese für sie nie in Frage gekommen wäre. Andere, die sich seit Monaten sicher waren nur in der Wanne entbinden zu wollen, möchten dies dann nicht mehr.

Die Geburtshelfer kennen die "Wankelmütigkeit" der werdenden Mütter und haben dafür Verständnis, denn sie wissen, dass eine Frau unter Wehen instinktiver handelt und so den für sich besten Weg sucht. Daher sollte keine Schwangere sich scheuen mit der Hebamme jeweils offen zu sprechen, was sie möchte.

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