Die Muttermilch - alles, was Du wissen musst

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Abgepumpt oder direkt von der Brust: Muttermilch versorgt das Baby optimal.
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Abgepumpt oder direkt von der Brust: Muttermilch versorgt das Baby optimal.

Babys brauchen Muttermilch

Die natürlichste Ernährung für Neugeborene ist die Muttermilch. Sie versorgt das Kind optimal mit allen Nährstoffen, die es für ein gesundes Wachstum braucht und schützt es gleichzeitig, indem es seine Immunabwehr kräftigt.

Auch wenn industrielle Milchnahrung für Säuglinge heutzutage sehr ausgeglichen zusammengesetzt ist und den Bedarf des Babys gut abdeckt, bleibt Muttermilch die optimalste Ernährung für den Säugling. Woraus sich Muttermilch zusammensetzt und wie sie gebildet wird, haben wir einmal genauer betrachtet.

Muttermilch bildet sich schon in der Schwangerschaft

Unser Grundwissen über die Muttermilch beschränkt sich meist auf die wichtigsten Fakten. Wir wissen, dass die Milchdrüsen in der Brust der werdenden Mutter bereits in der Schwangerschaft beginnen, sich auf ihre Aufgabe, das Kind zu ernähren, vorzubereiten. Ebenfalls bekannt ist, dass durch Botenstoffe bei der Geburt das Signal senden, die Milchbildung zu verstärken. Auch ist bekannt, dass Muttermilch die beste Ernährung für Säuglinge ist. Doch was geschieht genauer im Inneren der weiblichen Brust?

Die Brust - ein Wunder der Natur

Die fachliche Bezeichnung für die Milchbildung ist Laktation. Damit bezeichnet man nicht nur die Milchproduktion bei Menschen, sondern generell von Säugetieren. Betrachtet man die weibliche Brust im Querschnitt, erkennt man im Zentrum die Milchdrüsen, von denen die Milchgänge zur Brustwarze führen, aus der die Milch austritt.

Durch das Saugen des Säuglings, entsteht ein Unterdruck, der die Milch aus den Brustdrüsen, über die Milchgänge, aus der Brustwarze hinaus befördert.

Umgeben sind die Brustdrüsen von einer Schicht Fettgewebe, die unter anderem auch eine Art Polsterung für die Milchdrüsen darstellt, da Stöße von außen eventuell zu Schädigungen der Drüsen führen könnten. Über dem Fettgewebe liegt die Haut. Die Brust selbst, liegt auf dem großen Brustmuskel, über den sie auch mit Blutgefäßen verbunden ist.

Milchbildung dank Hormonen

Bereits während der Schwangerschaft, sorgt eine Kombination bestimmter Hormone dafür, dass die Brustdrüsenzellen sich in Zellen umwandeln, die Milch produzieren können. Diese milchproduzierenden Zellen nennt man Alveolarzellen. Um diese Umwandlung in Gang zu bringen, bedarf es hauptsächlich der Hormone Östrogen, Progesteron und Prolaktin.

Östrogen und Progesteron, werden hierbei über die Plazenta gebildet, während Prolaktin über die Hirnanhangdrüse, die Hypophyse, der Mutter produziert wird.

Mütter spüren Veränderungen in der Brust

Schwangere Frauen können meist bereits in der Schwangerschaft die Veränderungen ihrer Brust, die sich auf ihre künftige Aufgabe des Milchspendens vorbereitet, beobachten. Die Brust erscheint voller und größer und gelegentlich kann bereits Flüssigkeit aus den Brustwarzen austreten, die sowohl durchsichtig wässrig als auch leicht dickflüssig orange-gelblich oder ganz einfach weiß ist. Die Milchdrüsen beginnen, die Vormilch, das sogenannte Kolostrum, zu bilden, auf das wir später noch einmal eingehen werden.

Durch die Geburt fällt der Östrogen- und Gestagenspiegel im Körper der Mutter ab. Gleichzeitig erhöht sich die Produktion des Prolaktin. Dies ist der hormonelle Befehl an die Brust, nun schnellstmöglich mit der dauerhaften Produktion der Muttermilch zu beginnen.

Nach der Geburt: Milcheinschuss dauert ein paar Tage

Bis nun eine gleichmäßige Produktion von Muttermilch einsetzt, vergehen nach der Geburt etwa zwei bis acht Tage. Damit das Neugeborene in dieser Zeit genährt werden kann, kommt hier das Kolostrum zum Einsatz. Es ist dickflüssiger als normale Muttermilch, sehr fetthaltig und hat eine gelblich-orange Farbe. Im Wesentlichen setzt sich das Kolostrum aus Proteinen, Enzymen, Aminosäuren, Vitaminen, Mineralien und Antikörpern zusammen, was es besonders wertvoll für die Immunabwehr des Kindes macht.

Lesetipp: Hier kannst Du lesen, wie die richtige Stilltechnik aussieht.

In den nächsten Tagen verändert sich die Zusammensetzung und Konsistenz des Kolostrums. Es wird dünnflüssiger und verliert ein wenig an der hohen Konzentration aller lebenswichtigen Stoffe, wobei es trotzdem immer noch voll und ganz den Bedarf des Kindes an Vitaminen und Mineralien deckt.

Lesetipp: Hier erfährst Du alles wichtige zum Thema Stillen in der Öffentlichkeit.

Die Brust wartet auf den Saugreiz des Babys

Der erste hormonelle Befehl zur Milchbildung wird schließlich durch einen manuellen Befehl abgelöst. Der Saugreiz des Kindes lässt die Hypophyse der Mutter mit verstärkter Produktion des Hormons Oxytocin beginnen. Das Oxytocin sorgt nun nicht nur für die weitere Bildung von Muttermilch, solange der mütterlichen Brust regelmäßig ein Saugreiz zugeführt wird, es gibt auch einen Befehl an die Myoepithelzellen, welche die Milchdrüsen umgeben.

Diese Myoepithelzellen haben Eigenschaften, ähnlich eines Muskels. Sie können sich zusammenziehen und kontrahieren, wodurch eine Art Massage auf die Milchdrüsen ausgeübt wird, die die Milch aus den Milchdrüsen über die Milchgänge aus der Brust befördert.

Lesetipp: Hier findest Du Tipps zum erfolgreichen Stillen.

Mehr Saugen = mehr Milch.

Je regelmäßiger die Brust durch das Saugen des Kindes entleert wird, je höher wird die Menge der produzierten Milch, sodass eine voll stillende Frau durchaus auf eine tägliche Produktion an Muttermilch von 500 - 1000 Milliliter kommen kann.

Durch Verminderung der Regelmäßigkeit des Saugens, verringert sich auch die Produktion der milchbildungsregulierenden Hormone, was zu einer abnehmenden Milchbildung führt. [SyKo]

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