Familie » eXtra » Weihnachten » Die geschichtliche Entwicklung des Weihnachtsfestes

Die geschichtliche Entwicklung des Weihnachtsfestes

geschichte-des-weihnachtsfestes
Wie entstand das Weihnachtsfest?

Für viele Menschen ist Weihnachten eines der wichtigsten Feste des Jahres. Besonders Kinder freuen sich sehr darauf, schreiben schon Monate davor ihre Wunschzettel und sind vom Glanz der Weihnachtszeit fasziniert. Historisch gesehen hat das Weihnachtsfest, so wie wir es heute kennen, eine lange Entwicklung hinter sich, die auch geprägt war durch nicht christliche Religionen.

Jedes Jahr feiern Christen das Weihnachtsfest, beginnend mit dem Heiligen Abend am 24. Dezember, Christi Geburt am 25. Dezember und dem 2. Weihnachtstag am 26. Dezember. In die Weihnachtszeit gehört, genau genommen, auch der 6. Januar, der Tag der Heiligen Drei Könige. Diese Weisen aus dem Morgenland huldigen das neu geborene Jesuskind als König göttlicher Geburt. 

Viele Geschichten ranken sich um die Entstehung der Feier des Weihnachtsfestes genau zu diesen Tagen im Jahr. Einige Historiker sagen, die christliche Kirche legte ihren Mantel über heidnische Kulte, um diese zu überdecken. Andere behaupten wiederum, es habe in der Entwicklung der damals unterschiedlichen Religionen einen fast fließenden Übergang zum heutigen Weihnachtsfest gegeben. Betrachtet man nun aber den Verlauf der Geschichte etwas genauer, zeigt sich bald, dass an beiden Theorien etwas Wahres dran ist. Und trotzdem haben noch zahlreiche andere Kriterien eine Rolle gespielt.

Bereits im Jahrhundert vor Christi Geburt kam eine neue Religion über Persien und Griechenland nach Rom, der Mithraskult. Mithras, ein persischer Sonnengott, hatte am Tag der Wintersonnenwende Geburtstag, dem kürzesten Tag im Jahr, der die Zeit der länger werdenden Tage einläutete. Nach unserem Kalender ist die Wintersonnenwende am 21. Dezember, jedoch muss nun bedacht werden, dass zu jener Zeit der julianische Kalender maßgebend war. Julius Cäsar führte ihn im Jahr 47 vor Christus ein. Damit verbunden wurde der 25. Dezember als Geburtstag des Sonnengottes festgelegt. Da jedoch das Jahr im julianischen Kalender länger dauert als das astronomische Jahr, es gleichzeitig aber auch bei der Festlegung des 25. Dezember als Tag der Wintersonnenwende blieb, wurde aus diesem Datum ein kalendarischer Feiertag. Um die Diskrepanz zwischen Zeitrechnung und Sonnenjahr zu beseitigen, führte Papst Gregor XIII im 16. Jahrhundert eine Kalenderreform durch.eitrechnung und Sonnenjahr wieder in Übereinstimmung brachte,

Kommen wir zurück zum Mithraskult. Dieser weist große Ähnlichkeit mit dem Christentum auf, denn er war männerdominiert, das heißt, nur Männern gestattet. Es gab sieben Sakramente: Keuschheit, Askese, Taufe, Kommunion, Firmung, Nächstenliebe und Frömmigkeit. Das Zeichen des Bekreuzigens war Bestandteil der Messen und der römische Höhlentempel für Mithras stand auf dem Berg des heutigen Vatikan. Über römische Legionäre verbreitete sich der Mithraskult bis ins germanische Reich, Spanien und sogar nach Schottland. Für die Römer war Mithras der ‘Sol Invictus’, der unbesiegbare Sonnengott.

Im Jahr 312 nach Christus schlug Kaiser Konstantin den Kaiser Maxentius, der ein besonders eifriger Verehrer des Sol Invictus war. Obwohl es keine Nachweise für eine enge Beziehung zwischen Kaiser Konstantin und dem Christentum gibt, gilt der Sieg Konstantins als Wegbereiter des Christentums zur vorherrschenden Religion im römischen Reich. Für die christliche Kirche gibt es einen einzigen Gott mit seinem einzigen Sohn. Somit musste, im religiösen Sinn, der Geburtstag des Sol Invictus auch der Geburtstag von Jesus Christus sein. War er doch im Christentum die Figur, die mit eben diesem Sonnengott verglichen werden konnte. Dies legte im Jahr 336 nach Christus Papst Julius I erstmals in der Geschichte der römisch-christlichen Kirche fest. Bis dahin wurde der Geburtstag des Sohn Gottes am 6. Januar gefeiert. 

Doch sowohl der 25. Dezember als auch der 6. Januar kommen als tatsächlicher Tag der Geburt von Jesus Christus eher nicht in Frage. Denn historische Überlieferungen deuten auf einen Geburtstag im Herbst hin.

In diesem Artikel:

Seite 1: Wintersonnenwende und Mithraskult
Seite 2: Wintersonnenwende und Weihnachten als Geburt Jesus Christus




quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

Benutzername
Passwort


X

Mamiweb - das Portal für Mütter