Erster Ansprechparter beim Problem Bettnässen ist der Kinderarzt. Je früher die Behandlung beginnt, umso größer sind die Chancen, sein Kind schnell und dauerhaft vom Bettnässen befreien zu können. Ab dem Alter von fünf Jahren sollten Eltern und Kind daher unbedingt zum Arzt gehen.
Der Mediziner wird sich in einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden erkundigen und körperliche Untersuchungen durchführen. Das Kind soll dabei in das Gespräch miteinbezogen werden und Fragen selbst beantworten. So fühlt es sich ernst genommen und verstanden und die Erfolgsaussichten einer Behandlung sind größer.
Ziel ist es, urologische, neurologische und psychiatrische Erkrankungen oder Fehlbildungen ausschließen zu können und die optimale Therapie für das Kind zu finden. Da die möglichen Ursachen von Blasenentleerungsstörungen wie Bettnässen sehr vielfältig sind, ist eine gewissenhaft Diagnose besonders wichtig.
Die diagnostischen Schritte bei Kindern mit Verdacht auf Bettnässen bestehen aus:
Diese fünf Diagnoseschritte sollten unbedingt bei jedem Kind durchgeführt werden und sind absolut schmerzfrei.
Sind alle Untersuchungen abgeschlossen, so wird der Arzt eine Therapie vorschlagen oder das Kind zu einem Facharzt für Urologie überweisen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Kinder kommt man mit der beschriebenen Basisdiagnostik aus. Weiterführende Untersuchungen sind dabei nur nötig, wenn die beschriebene Diagnostik Auffälligkeiten ergeben hat.
Bettnässen gehört neben Allergien zu den häufigsten Beschwerden bei Kindern. In Deutschland sind laut der Deutschen Enuresis Akademie 640.000 Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren davon betroffen. In jeder Kindergartengruppe sind laut Studien rund fünf Kinder nachts nicht trocken und bei der Gruppe der siebenjährigen machen noch rund zehn Prozent ins Bett. Generell leiden doppelt so viele Jungen wie Mädchen daran, das Wasser nicht halten zu können.
Als Bettnässen bezeichnet man nach der Definition der Internationalen Gesellschaft für kindliche Inkontinenz (siehe Linkbox) das nächtliche Einnässen während des Schlafes. Dies trifft zu, wenn
Bettnässen - für viele noch immer ein Tabuthema, obwohl so viele Kinder davon betroffen sind. Von Bettnässen, auch Enuresis oder Einnässen genannt, spricht man, wenn ein Kind auch ab dem 6. Lebensjahr das Wasser während des Schlafens noch nicht halten kann.