Der Mutterpass, Aufbau und Eintragungen

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Wichtige Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft
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Wichtige Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft

Sobald die Schwangerschaft ärztlich bestätigt ist, bekommt die werdende Mutter von ihrem Frauenarzt einen Mutterpass ausgehändigt. Meist erklärt der Frauenarzt, dass die Schwangeren den Mutterpass nun zu jeder Vorsorgeuntersuchung mitbringen soll, damit relevante Daten eingetragen werden können.

Dies hilft, den Verlauf der Schwangerschaft immer übersichtlich dokumentiert zu sehen, selbst dann, wenn die werdende Mutter zu einem anderen Frauenarzt oder in die Klinik geht. Doch was genau bedeuten all diese Eintragungen? Wir stellen hier den Aufbau des Mutterpass vor und wollen kurz die Bedeutung der Eintragungen erklären.

Was steht alles im Mutterpass?

Seite 2 und 3: serologische Untersuchungen

Hier stehen zu Anfang Name, Adresse und Geburtsdatum der Schwangeren, gleich über einem Feld, das mit „Serologische Untersuchungen“ bezeichnet wird. Dies bedeutet, dass hier relevante Daten aus den Blutuntersuchungen der Schwangeren eingetragen werden.
  • Blutgruppenzugehörigkeit: Es gibt vier Blutgruppen, A, B, AB und 0. Nach der ersten Blutuntersuchung, wird in den Mutterpass eingetragen, welche Blutgruppe die Mutter hat. Darunter trägt der Frauenarzt den Rhesusfaktor ein. Dies ist vor allem dann sehr wichtig, wenn die Mutter Rhesus negativ, der Kindsvater hingegen Rhesus positiv ist. Wird das Kind dieser Eltern ebenfalls Rhesus positiv, so bildet das Blut der Mutter Antikörper gegen das Blut des Kindes und bekämpft so die Schwangerschaft, bzw. das entstehende Kind.
  • Antikörper-Suchtest: Das Blut der Mutter wird darauf untersucht, ob es Antikörper gegen das Blut des Kindes gebildet hat. Der Test wird, unabhängig vom Ergebnis, in der 24. - 27. SSW wiederholt, was dann den zweiten Eintrag auf Seite 3 erklärt.
  • Röteln-HAH-Test: Da eine Röteln-Infektion in der Schwangerschaft zu schweren Schädigungen des Babys führen kann, sagt das Ergebnis dieser Blutuntersuchung aus, ob und wenn ja, wie hoch die Immunität gegen eine Infektion mit Röteln vorliegt. Auch hier wird, wie beim Antikörper-Suchtest, nochmals in der 24. - 27. SSW getestet, ob noch genug Immunität vorliegt.
  • Chlamydia trachomatis-Antigen: Chlamydien sind Bakterien, die schwere Entzündungen hervorrufen und Fehl- oder Frühgeburten begünstigen können. Bei einem positiven Testergebnis, werden der Schwangeren Antibiotika verschrieben, um die Infektion zu bekämpfen.
  • LSR durchgeführt: Das Kürzel LSR, steht für Lues-Such-Reaktion. Lues ist allgemein besser unter der Bezeichnung Syphilis bekannt. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die über den Geschlechtsverkehr übertragen wird. Im Mutterpass wird nicht eingetragen, ob das Ergebnis positiv oder negativ war. Ist es positiv, wird der Arzt zu weiteren Untersuchungen raten, bei denen ermittelt wird, ob es sich um eine aktive oder abgeheilte Infektion handelt. Eine aktive Infektion kann zu schweren Schädigungen des Kindes führen.
  • HBs-Antigen: Hierbei wird auf eine Infektion mit Hepatitis B untersucht. Ist das Ergebnis positiv, wäre eine sofortige Impfung des Kindes, nach de Geburt, notwendig.
  • HIV-Test: Auch hier wird nur eingetragen, wenn der Test gemacht wurde, jedoch nicht sein Ergebnis. Beim HIV-Test handelt es sich um einen empfohlenen Test, der allerdings nicht automatisch durchgeführt wird, sondern ausschließlich in Absprache mit der Schwangeren.

Seite 4: vorangegangene Schwangerschaften

Auf Seite 4 werden in Kurzform die relevanten Angaben über vorangegangene Schwangerschaften und Geburten eingetragen, um einen zusammenfassenden Überblick über sich daraus möglicherweise ergebene Risiken zu verschaffen.

Seite 5 und 6: Anamnese und Befunde

Diese beiden Seiten sollen ein umfangreicheres Bild über mögliche Risiken schaffen. Alter, Gewicht vor der Schwangerschaft, Größe und Anzahl vorangegangener Geburten, werden dort eingetragen. Gravida steht dabei für die Anzahl sämtlicher Schwangerschaften, einschließlich der Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche, während Para anzeigt, wie viele Geburten dieser Schwangerschaft vorausgegangen sind, wobei Schwangerschaftsabbrüche und frühe Fehlgeburten dabei nicht mitgerechnet werden Ebenfalls findet man dort einige Fragen, die vom Arzt mit „ja“ oder „nein“ angekreuzt werden und deren Antwort weitere Rückschlüsse auf mögliche Komplikationen ziehen lassen. Hier kann bereits festgelegt werden, dass der Arzt die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft einstuft.

Auch besondere Befunde, die sich im Verlauf der Schwangerschaft ergeben, werden hier, anhand von erklärend zugeordneten Nummerierungen, festgehalten. Sie werden, treffen sie zu, im Gravidogramm, auf den Seiten 7 und 8 eingetragen. Weiterhin trägt der Arzt Daten zur letzten Periode und den errechneten Geburtstermin ein.

Seite 7 und 8: das Gravidogramm

Hier findet man eine Tabelle, in der die Ergebnisse der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen eingetragen werden. Im ersten Feld steht das Datum der Vorsorgeuntersuchung, im zweiten Feld die errechnete Schwangerschaftswoche. Ins dritte Feld trägt der Arzt ein, wenn er sich sicher ist, dass die errechnete Schwangerschaftswoche nicht der tatsächlichen entspricht. Dies geschieht, wenn er anhand der Messungen im Ultraschall feststellt, dass das Kind deutlich anzeigt jünger oder älter zu sein. Diese Korrekturen bewegen sich meist im Bereich von 1-2 Wochen vor oder hinter der errechneten Schwangerschaftswoche, stellen aber immer nur eine Vermutung dar, aus den augenscheinlichen Beobachtung des kindlichen Wachstums.
  • Fundusstand / Symph. - Fundusstand: Der Fundusstand erklärt die Lage des oberen Randes der Gebärmutter an. Durch das Wachstum der Gebärmutter, wandert ihr oberer Rand immer weiter nach oben. Kürzel hierbei stehen für:
    • S = Schambein
    • N = Nabel
    • Rb = Rippenbogen
    • +/- = über oder unter
    • Zahlen hinter +/- = Fingerbreiten/Zentimeter. N +2 würde also bedeuten, dass der obere Rand der Gebärmutter 2 Finger breit, bzw. Zentimeter, über dem Nabel der werdenden Mutter liegt.
  • Kindslage: Die Kindslage beschreibt, wie das Kind zum Zeitpunkt der Untersuchung in der Gebärmutter lag. Hier stehen die Kürzel für:
    • SL = Schädellage, das Kind liegt also mit dem Kopf nach unten, Richtung Becken
    • QL = das Kind liegt quer in der Gebärmutter, Kopf und Füße zeigen jeweils zu den Seiten der Schwangeren
    • BEL = Beckenendlage, das Kind liegt mit dem Po Richtung Becken der Mutter
  • Herztöne: mit „+“ oder „-“ wird hier eingetragen, ob kindliche Herztöne festzustellen sind.
  • Kindsbewegungen: Auch hier wird mit „+“ oder „-“ angegeben, ob Bewegungen des Kindes zu erkennen sind.
  • Ödeme: Ebenfalls mit „+“ oder „-“ , wird eingetragen, ob die Schwangere Anzeichen für vermehrte Wassereinlagerungen, beispielsweise in Beinen und Füßen zeigt.
  • Varikosis: Dieser Eintrag sagt aus, ob die werdende Mutter Anzeichen für Krampfadern zeigt. Auch hier wird mit „+“ oder „-“ eingetragen, ob diese Anzeichen zu sehen sind.
  • RR / syst./diast.: Diese Feld gibt den Blutdruck der Schwangeren an, da auch dieser anzeigen kann, ob eventuelle Komplikationen vorliegen könnten.
  • Hb (Eryl): Mit diesem Wert zeigt sich an, wie hoch die Konzentration des Hämoglobin, dem eisenhaltigen Blutstoff im mütterlichen Blut ist. Sinkt dieser auf einen Wert unter 10, kann es sein, dass das Kind nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und der Schwangeren wird angeraten, Eisenpräparate einzunehmen.
  • Sediment ggf. Bakteriolog. Bef. / Eiweiß / Zucker / (Nitrit) / (Blut): Der Urin der Schwangeren wird bei den Vorsorgeuntersuchungen auf Eiweiß, Zucker, Nitrit und Blut untersucht. Positive Ergebnisse können auf Verschiedenes hinweisen. Dazu zählen Anzeichen für eine mögliche Diabetes, aber auch Entzündungen oder Nierenfunktionsstörungen. Bei positiven Ergebnissen, wird der Arzt weiter nach der Ursache forschen, um ggf. durch Medikamente Abhilfe schaffen zu können.
  • Vaginale Untersuchungen: In diesem Feld wird eingetragen, was Arzt oder Hebamme über den vaginalen Tastbefund feststellen können. Dazu zählt auch der tastbare Zustand des Muttermunds.
  • Risiko-Nr. nach Katalog B: Ergibt sich aus der Vorsorge ein Risiko, das auf Seite 6, unter „B.“ angezeigt ist, wird hier die entsprechende Nummer der Auflistung eingetragen.
  • Sonstiges / Therapien / Maßnahmen: Hebamme oder Arzt tragen hier ein, wenn es weitere, festzuhaltende Angaben gibt, für die im Gravidogramm kein Feld vorhanden ist. Medikamentengaben und andere Therapien, werden hier eingetragen, aber auch zusätzliche Angaben zur Kindslage oder Größe des Kindes.

Seite 9

Meist tragen weitere Ärzte, die in der Schwangerschaft hinzugezogen werden, hier ein, welchen Grund es gab und/oder Ergebnis ihre Untersuchungen erbrachten. Beispielsweise auch bei einer Amniozentese, der Fruchtwasseruntersuchung. Stationäre Krankenhausaufenthalte und ihre Dauer, werden ebenfalls eingetragen. Unter „Cardiotokographische Befunde“, befinden sich Eintragungen über die Auswertungen der Cardiotokographie, dem Wehenschreiber.

Seite 10 und 11: Ultraschall-Untersuchungen

Auch wenn der Frauenarzt möglicherweise öfter eine Ultraschalluntersuchung vornimmt, gibt es drei Hauptultraschall-Untersuchungen, die mit „I“,“II“ und „III“ Screening bezeichne werden. Im Mutterpass ist entsprechend auch angezeigt, wann die jeweiligen Screening stattfinden sollten. Hier trägt der Arzt, anhand eines kleinen Fragenkatalogs ein, ob die Schwangerschaft sich komplikationslos entwickelt. Die Kürzel der drei Screening bedeuten im Überblick:
  • FS = Fruchtsackdurchmesser
  • SSL = Scheitel-Steiß-Länge, Größe des Babys vom Scheitel bis zum Steiß
  • BPD = Biparietaler Kopfdurchmesser, Durchmesser des kindlichen Kopfes, gemessen von Schläfe zu Schläfe
  • FOD / KU = Frontoocciptaler Durchmesser / Kopfumfang, FOD ist der Durchmesser des Kopfes von Stirn zum Hinterkopf, KU der Umfang des kindlichen Kopfes in Höhe der Schläfe.
  • ATD = Abdominaler Transversaldurchmesser, der Durchmesser des kindlichen Bauches von einer Bauchseite zur anderen.
  • APD / AU = Anterior-posterior Durchmesser / Abdomenumfang, APD ist dabei der Durchmesser des kindlichen Bauches vom Bauchnabel zum Rückgrat, AU der Umfang des Kindlichen Bauches in Nabelhöhe.
  • FL / HL = Femurlänge / Humeruslänge, FL zeigt die Länge des kindlichen Oberschenkelknochens an, HL die Länge des kindlichen Oberarmknochens.

Seite 12, 13 und 14: Ultraschall-Kontrolluntersuchungen, Normkurven für den fetalen Wachstum und weiterführende Ultraschall-Untersuchungen

Sind weitere Ultraschalluntersuchungen, aufgrund von Auffälligkeiten notwendig, werden Grund und Ergebnisse auf den Seiten 12 und 14 eingetragen. Dies kann beispielsweise für das Organscreening oder den Doppler-Ultraschall gelten. Als Kontrollübersicht, die anzeigen soll, ob das kindliche Wachstum im Normbereich liegt oder Auffälligkeiten zeigt, dient die Tabelle auf Seite 13.

Seite 15 und 16: Abschluss-Untersuchung / Epikrise

Auf diesen beiden Seiten wird zunächst eine Kurzzusammenfassung der Schwangerschaft gegeben,anschließen Angaben zur Geburt. Dabei handelt es sich um die Geburtsdaten des Kindes, sein Geschlecht, Art der Entbindung, also ob es eine spontane Entbindung, Vaginal-OP oder Kaiserschnitt war, Gewicht, Größe und Kopfumfang des Kindes, sowie Apgar, pH-Wert der Nabelarterie, eventuelle Fehlbildungen, Besonderheiten und Geburtsverletzungen, sofern es zu diesen kam. Der Apgar stellt einen Wert dar, der als höchste Punktzahl 10 erreichen lässt. Atmung, Reflexe, Muskeltonus und die Hautfarbe, die Anzeichen für einen eventuellen Sauerstoffmangel anzeigen kann, werden hierbei mit Punkten bewertet und zum Apgar zusammengefasst. Der Apgar wird zweimal ermittelt. Zum ersten Mal 5min nach der Geburt, beim zweiten Mal 10min. Nach der Geburt.

Im unteren Abschnitt der Seite 15, wird der Verlauf des Wochenbetts in Kurzform zusammengefasst. Ebenso auf Seite 16. Zu guter Letzt, enden die Eintragungen diese Schwangerschaft mit den noch in der Geburtsklinik durchgeführten „U“, den Vorsorgeuntersuchungen des Kindes.

Bei einer weiteren Schwangerschaft, ist im Mutterpass Platz für die Eintragungen, so wie sie auch für die erste Schwangerschaft stattfanden. Den Mutterpass der ersten bei einer folgenden Schwangerschaft noch einmal zu verwenden, erleichtert es den betreuenden Hebammen und Ärzten, beide Schwangerschaften zu vergleichen und eventuell nützliche Ableitungen zu ziehen.

[SyKo]

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