Der heimliche Vaterschaftstest

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Das schafft Klarheit
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Das schafft Klarheit

Durch große Fortschritte der Wissenschaft ist es heutzutage möglich, die Vaterschaft präzise zu bestimmen oder auszuschließen.

Nahezu 100% genau

Ein DNA-Vergleich, der mit Hilfe von Speichelproben oder Haarwurzeln des potentiellen Vaters durchgeführt werden kann, liefert mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 100 Prozent ein sicheres Ergebnis.

Waren die Verfahren vor einigen Jahren noch kompliziert und kostenintensiv, ist die Durchführung eines Vaterschaftstests inzwischen deutlich einfacher, schneller und vor allem günstiger. Allerdings ist Test nicht gleich Test! Viele Väter, die ihr Recht auf Wahrheit durchsetzen möchten, wissen gar nicht, in welcher rechtlichen Grauzone sie sich bewegen und welche Konsequenzen ihr Handeln haben könnte.

Was ist ein heimlicher Vaterschaftstest?

Einen heimlichen Vaterschaftstest durchzuführen, bedeutet, diesen ohne Einverständnis des Kindes, bzw. bei einem noch minderjährigem Kind, der Mutter zu machen. Auch bei gemeinsamen Sorgerecht muss das Einverständnis der Kindesmutter vorliegen, da diese die Interessen des Kindes vertritt.

Juristisch betrachtet wäre der zweifelnde Vater, im Falle einer Vaterschaftsanfechtungsklage der Kläger und das Kind der Beklagte. Die gesetzliche Vertretung für den Beklagten ist also die Mutter. Die Kindesmutter kann mit ihrem Einverständnis oder ihrer Verweigerung des Vaterschaftstests darüber entscheiden, ob dieser das Grundrecht des Kindes auf informationelle Selbstbestimmung einschränkt.

Grundrecht des Kindsvaters

Zwar hat auch der Kindsvater ein Grundrecht zu erfahren, ob das Kind sein leibliches ist, doch werden in diesem Fall die Grundrechte des Kindes über jene des Vaters gestellt.

Theoretisch verboten

Ein heimlicher Vaterschaftstest ist so gesehen also theoretisch verboten. Allerdings gibt es im Strafgesetzbuch keinerlei Verbindlichkeiten, die ein Strafmaß festlegen. Das bedeutet, dass ein Vater, der den Vaterschaftstest heimlich macht, nicht mit einer Strafverfolgung rechnen muss. Es gibt zwar diesbezügliche Forderungen für eine Änderung, jedoch bisher ohne Erfolg.

Kein zulässiger Beweis

Obwohl ein Vater, der den Test heimlich durchführt, also keine rechtliche Konsequenzen zu befürchten hat, sind seine weiteren Möglichkeiten gering. Denn der Test wird weder vom Gericht als Beweis, noch als Begründung für eine Klageschrift anerkannt.

Zum Einen liegt das daran, dass nicht alle Verfahren gesetzlich als unantastbar gelten. Zum Anderen ist das Gericht sogar verpflichtet, den heimlichen Vaterschaftstest als nicht existent zu behandeln, da das Einverständnis des Kindes, bzw. seines gesetzlichen Vertreters, nicht gegeben war.

Klage des Vaters

Will ein Vater also ohne Einverständnis der Mutter, die Vaterschaft überprüfen lassen, so bleibt ihm nur der direkte Weg über das Gericht. Dieses kann, im Fall eines berechtigten Zweifels, einen Vaterschaftstest anordnen. Welche Zweifel des Kindsvaters vom Gericht als berechtigt anerkannt werden, wird ein Anwalt dem Vater detailliert erläutern können. Die bloße Behauptung, das Kind weise keine Ähnlichkeit mit dem Kindsvater, stattdessen eventuell aber mit einem anderen Mann auf, reicht nicht aus.

Schon Aristoteles sagte in der Antike: "Mütter sind stolzer auf ihre Kinder als Väter, da sie sicher sein können, dass es ihre eigenen sind." Ein Vater kann nur durch Vertrauen sicher sein, das Kind auch gezeugt zu haben.

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Unsicherheit nicht gleich mangelndes Vertrauen

Unsicherheit bei der Vaterschaft muss nichts mit mangelndem Vertrauen zu tun haben. Meist basiert diese Unsicherheit auf einem Gefühl, dass sich im Vater ausbreitet, auch wenn dieser gar nicht zweifeln will. Sicher trifft es die Mutter anfangs, wenn sie von den Zweifeln des Vaters erfährt, da ihr damit Untreue oder gar Betrug unterstellt wird. Allerdings sollte jede Mutter, die vom Vater ihres Kindes gebeten wird, ihr Einverständnis zum Test zu geben, auch bedenken, dass nicht nur sie von den Sorgen des Mannes betroffen ist, sondern vor allem das Kind.

Das Verhältnis Vater-Kind

Im Normalfall erwartet eine Mutter die Liebe des Vaters zu seinem Kind. Macht sich Zweifel und Misstrauen breit, unabhängig davon, ob diese berechtigt sind oder nicht, kann dies das Verhältnis zwischen Vater und Kind belasten. Allein dies kann ein guter Grund sein, das Einverständnis zu geben.

[SyKo]

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