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Christkind oder Weihnachtsmann?

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Christkind oder Weihnachtsmann?

Schon wir Eltern selbst fragten uns als Kind oft, worin denn nun der Unterschied zwischen Christkind und Weihnachtsmann besteht. Einerseits wuchsen wir mit der Geschichte um die Geburt des Christkindes auf und es hieß immer, das Christkind brächte auch die Geschenke. Andererseits war die Figur des Weihnachtsmannes, der mit seinem Rentierschlitten durch die Nacht fliegt, die Geschenke durch die Schornsteine der Häuser bringt, allgegenwärtig. Und fragten wir dann unsere Eltern, wer nun die Geschenke brachte, konnten sie uns ebenfalls keine Antwort geben.

Ursprünglich war das christliche Weihnachtsfest nicht mit den gleichen Traditionen behaftet, wie wir sie heute kennen. Zwar feierte man die Geburt Jesu Christi am 25. Dezember, jedoch fand dies mit religiösem Hintergrund, wie Messen, Gebete und Armenspeisungen, statt. Erst sehr viel später kamen weitere Bräuche hinzu, die Weihnachten immer mehr zum Familienfest werden ließen. Das Christkind bekam darin die Rolle des Schenkenden zugewiesen. Weniger bekannt ist dabei, dass das bescherende Christkind eine ’Erfindung’ des Reformators Martin Luther ist. Für ihn war die Abschaffung der Heiligenverehrung ein wichtiges Ziel, dem auch der Heilige Nikolaus zum Opfer fiel. Das Christkind sollte die beschenkende Rolle übernehmen und das an seinem Geburtstag. Dabei zeigte die äußerliche Darstellung des Christkindes keinen kleinen Knaben, sondern eher ein engelsgleiches, weibliches und damit sanft wirkendes Wesen.

So bildete sich also das Sinnbild des Christkindes, das eher im geistigen Sinne agierte, wobei es selbst nicht immer Überbringer der Gaben war. Ab etwa der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde das Christkind dann auch fester Bestandteil der katholischen Kirche. 

Bis heute glauben Menschen verschiedener christlicher Kulturen an unterschiedliche Figuren, die die Geschenke bringen. So bringt beispielsweise in Italien, wo die Geburt des Christkindes am 24. Dezember gefeiert wird, die Hexe Befana erst am 6. Januar die Geschenke, indem sie auf einem Besen durch die Schornsteine in die Häuser fliegt. Also an dem Tag, an dem auch die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind ihre Gaben bringen. 

Eine ähnlich beschenkende Figur stellt auch der Heilige Nikolaus dar. Von ihm wurde der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen, äußerlich abgeleitet. Auch wenn es sich um eine ganz neue, nicht mit Nikolaus gleichzusetzende Persönlichkeit handelt.

Man könnte wohl sagen, der Weihnachtsmann ist eine US-amerikanische Erfindung, aber so ganz würde man die Wahrheit damit nicht treffen. Denn er ist eigentlich das Produkt einer Entwicklung. In den großen Wellen europäischer Auswanderer nach Nordamerika vermischten sich die verschiedensten Kulturen miteinander. Jede lebte in ihrer eigenen religiösen Tradition, die überwiegend christlich war. Aus all diesen unterschiedlichen Bräuchen entwickelte sich dann eine neue Sitte, das Weihnachtsfest zu feiern. 

So stammt von holländischen Einwanderern beispielsweise der Name ‘Sinterklaas’ für den bei uns als ’Heiliger Nikolaus’ bekannten Bischof von Myra, der am 6. Dezember die Kinder beschenkt. Damit wurde bereits im 17. Jahrhundert in den USA eine Namensgrundlage gelegt, zu der sich im 19. Jahrhundert durch den Dichter Clement Moore mit seinem Gedicht “A visit from St. Nicholas” das Bild des gut gelaunten, rundlichen Elfen mit weißem Bart und dickem Pelzmantel gesellte. Den Menschen gefielen solche Darstellungen und auch andere Dichter beschrieben immer öfters einen Weihnachtsmann, der den Namen ’Santa Claus’ bekam.

Auch aus anderen Kulturen flossen Fragmente von bekannten Figuren ein, die im Zusammenhang mit der Winter- oder Weihnachtszeit standen. So auch Eigenschaften des russischen ’Väterchen Frost’. Immer weiter entwickelte sich die Figur des Santa Claus, bei uns als Weihnachtsmann bezeichnet, in Großbritannien wiederum mit Namen ’Father Christmas’ benannt.

Aus verschiedenen Persönlichkeiten wurde eine neue Person geschaffen: der gut gelaunte, rundliche Mann mit weißem Bart und rotem Mantel. Er wohnt am Nordpol und stellt zusammen mit Elfen das Spielzeug für die Kinder her, das er dann in der Nacht vom 24. Dezember zu den Kindern bringt. Er fliegt mit seinem Rentierschlitten durch die Luft und gelangt über die Schornsteine und Kamine in die Häuser.  

[SyKo]



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Kommentare

1

Zu uns kommt seit 4 Generationen der Weihnachtsmann. Das heisst, er kam zu meinen Grosseltern und Eltern, zu mir und auch zu meinen Kindern. Und er wird mit Sicherheit auch noch zu meinen Enkeln u.s.w. kommen. Das Christkind ist uns gar kein Begriff. Das kennen wir nur aus Büchern, dem Tv oder halt aus Weihnachtsliedern. Aber mit den Geschenken bringen wir es nicht in Verbindung.

von LiselsMama am 16.12.2012 14:40

2

mir haben meine eltern erklärt der weihnachtsmann hilft dem christkind da es mittlerweile ja schon so viele kinder gibt :-D so werd ich das auch meinen söhnen mal erklären.

von hennerjan am 07.11.2011 20:07


quelle » Dr. Gerhard Oellinger für Mamiweb

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