Umgangssprachlich ist mit dem Begriff Chlamydien meist der Erreger „Chlamydia trachomatis" gemeint, der vor allem dafür bekannt ist, dass er Geschlechtskrankheiten verursacht. „Chlamydia trachomatis“ ist ausschließlich von Mensch zu Mensch übertragbar.
Die Ansteckung erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und bleibt oftmals viele Jahre unbemerkt. Harnleiterinfektionen , die unbehandelt bei Männern auf die Nebenhoden, bei Frauen auf den gesamten Unterleib mitsamt Eileitern, Eierstöcken und Gebärmutter übergreifen können, sind eine häufige Folge von Chlamydien.
Vor allem bei Frauen können Chlamydien schlimmstenfalls zu Verwachsungen der Eileiter und zu Unfruchtbarkeit führen. Für eine erfolgreiche Heilung ist eine rechtzeitige Behandlung mit Antibiotika nötig. Die Therapie muss auch den Sexualpartner einbeziehen, um erneute Ansteckung zu vermeiden. Erste Symptome können ein Vaginalinfekt mit gelb-grünem Ausfluss und Brennen beim Wasserlassen sein. Bauchschmerzen im Unterbauch, Übelkeit, Erbrechen und Blutungen nach dem Sex können in späteren Stadien hinzukommen. In diesen Fällen ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen.
Besonders gefährlich sind unbemerkte Chlamydien bei Schwangeren, da das Kind sich im Geburtskanal bei der Mutter anstecken kann. Lungen- und Augenentzündungen, die hierdurch entstehen können, sind bei einem Neugeborenen akut lebensgefährlich. Auch eine Früh- oder Fehlgeburt kann die Folge einer Chlamydien-Infektion sein. Da geschätzte 10 Prozent der Bevölkerung im sexuell aktiven Alter unbemerkt mit Chlamydien infiziert sind, ist es ratsam, zu Beginn einer Schwangerschaft sicherheitshalber einen Test machen zu lassen. Eine Ansteckung
lässt sich durch die konsequente Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr vermeiden.